Dieser Fehler dürfe sich bei Arcandor nicht wiederholen. „Wer jetzt schon auf Bundesebene Unternehmen Hunderte Millionen in Aussicht stellt, ohne dass überhaupt eine erste fachliche Prüfung abgeschlossen ist, der führt einen Wahlkampf auf dem Rücken der Steuerzahler.“
SPD-Chef Müntefering sprach sich indes für Staatshilfen zur Rettung von Arcandor aus. Es gehe „um viele tausend Arbeitsplätze im wichtigen Dienstleistungssektor - überwiegend von Frauen“, sagte er der „Bild“-Zeitung: „Wir müssen da helfen. Die Bürgschaft, um die es da geht, scheint mir notwendig und zukunftsträchtig.“
Management-Fehler dürften kein Argument gegen eine Staatsbürgschaft sein. „Sollen dafür jetzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestraft werden? Die können nichts dafür.“
Verbände unterstützen Guttenberg
Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Joachim Poß, wies die Kritik Guttenbergs zurück: Der Minister sollle „mit Vorwürfen gegenüber der SPD vorsichtig sein. Er hat bei seiner ersten Bewährungsprobe versagt.“ CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla konterte, die SPD handele „verantwortungslos, wenn sie vorschnell ohne Prüfung der Fakten für weitere Firmen Staatsgelder verlangt“.
Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) distanzierte sich von Guttenbergs Vorstellungen zu Opel. Eine Insolvenz hätte „den Steuerzahler in ziemlich gleicher Höhe beansprucht“ wie die nun beschlossene Brückenfinanzierung, sagte Koch im ZDF. Die Hoffnung auf eine positive Entwicklung sei mit der nun gefundenen Lösung größer.
Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans-Heinrich Driftmann, warnte im Deutschlandfunk davor, die Opel-Lösung als Präzendenzfall für Arcandor zu sehen. Für ein „Ausufern“ solcher Maßnahmen habe der Mittelstand kein Verständnis. Industrie-Präsident Hans-Peter Keitel sagte: „Die Wirtschaft gibt Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg volle Rückendeckung.“ Der Verband BDI appellierte, „mit dem Steuergeld der Bürger sorgfältig umzugehen“.














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Alle Kommentare lesen28.06.2009, 01:13 UhrAnonymer Benutzer: Damien
Hallo ihr da draußen.
Also ich vertrete die Meinung, man sollte zuerst mal das buch der Steuergeldverschwendung neu aufrollen.
Alle Parteien bzw. Politiker, welche diese Verschwendung zuließen müssten (nachträglich) mit ihrem Pivatvermögen haften.
Folge 1.Entscheidungen werden überlegter getroffen. (Politiker)
2. Geld zu Hilfe von Arbeitsplätzen
Ebenso müssen in Zunkunft banken und alle Finanzunternehmen (jeder einzelne)sowie Politiker (welche Subventionen verteilen) privat haftbar gemacht werden, so wie das bei normalen Unternehmen auch der Fall ist.
So das ist alles fürs erste.
03.06.2009, 01:23 UhrAnonymer Benutzer: Matrix65
Hallo Kommentator,
Erst einmal möchte ich ihnen sagen, dass es mich freut, dass Sie die Managementfehler auch sehen, denn darum geht es: selbstverschuldet oder nicht! Glauben Sie nicht, dass mir die Arbeitsplätze und Schicksale die dahinter stecken egal sind. Es geht schließlich auch um meinen Arbeitsplatz.
Die Frage die Sie stellen "sollen die Mitarbeiter für die Fehler des Managements büßen" ist aus meiner Sicht die Falsche. Die richtige Frage ist vielmehr "Sollen alle Steuerzahler für die Fehler des Managements büßen?", denn dazu würde es führen, wenn der Staat keine strikten bewertungskriterien anwendet und jedes Unternehmen stützt, dass schon vor der Finanzkrise in großen Schwierigkeiten war (und das waren wir! das wissen Sie!). ich bin ein großer Freund von Solidarität aber nicht wenn es alle in den Abgrund reißt. So müssen bergsteiger beispielsweise auch in manchen Fällen ein Seil durchschneiden, wenn ein abgestürzter Kletterkollege alle anderen in den Abgrund reißen würde. Das dies für die Person, die dann abstürzt, dramatisch ist, muss ich glaube ich hier nicht betonen. Der einzige Unterschied zu einer solchen Situation ist, dass bei uns unten jemand steht (Metro, Otto), der zumindest sagt "ich werde versuchen dich aufzufangen". Dieses Glück werden Sie in den bergen nicht haben. Denken Sie mal an die Gesamtsituation und nicht nur an sich! Oder wie würden Sie entscheiden, wenn Sie derjenige wären der da unten am Seil hängt? Das ist für mich Solidarität, nicht das wovon sie sprechen! Sollten wir aus eigener Kraft schaffen, sehr gerne! Aber nicht mit dem Geld der Steuerzahler, unserer Kunden! Herr Eick soll es probieren, das ist seine Pflicht. Aber bitte nicht indem er dem Staat/uns die Verantwortung für eventuelle zukünftige Arbeitslosen gibt! Die muss unser früheres und FÜRSTLiCH AbGEFUNDENES Management verantworten!!!!!
02.06.2009, 23:46 UhrAnonymer Benutzer: Leitender Angestellter von Arcandor
Matrix65 hat einfach recht. Sorry, Kommentator, aber das ist so. Mir liegen die internen Zahlen aus den letzten Jahren vor. Arcandor, und da vor allem Karstadt ist ein Fass ohne boden. Thomas Cook bringt die Kohle, die wir fürs Überleben brauchen, bei Primondo gibt es einige Perlen unter den Spezialversendern und im Ausland, und Quelle ist wenigstens auf einem mutigen, zukunftsweisenden Weg. Schlimm ist nur, dass Arcandor immer noch für jeden blödsinn Geld ausgibt, im großen wie im kleinen (Umbenennung, Vorstände, Teddykampagne).