Aschermittwoch: Politisches Poltern auf Stammtischniveau

Aschermittwoch: Politisches Poltern auf Stammtischniveau

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Der frühere Ministerpräsident und CSU-Ehrenvorsitzende Stoiber, Generalsekretärin Haderthauer, Ministerpräsident Beckstein und CSU-Chef Huber stoßen beim Politischen Aschermittwoch der CSU in der Dreiländerhalle in Passau mit einer Maß an.

Am politischen Aschermittwoch dürfen Politiker mit dem Partei-Gegner mal so richtig abrechnen. Ursprünglich nur von der CSU gefeiert, hat sich die Veranstaltung inzwischen bei allen Parteien durchgesetzt. Trotzdem blicken alle nach Passau zur CSU, denn dort gibts den ersten Aschermittwoch nach der Ära Stoiber.

Er gilt als der größte Stammtisch der Republik: Der politische Aschermittwoch der CSU, den die Bayern-Partei alljährlich im niederbayerischen Passau feiert. Dort gab es dieses Jahr zwei Premieren: Zum ersten Mal durfte in der Dreiländerhalle nicht geraucht werden, denn in Bayern gilt seit Anfang des Jahres ein Rauchverbot für alle öffentlichen Räume. Die zweite Premiere: Erstmals durften der neue CSU-Chef Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein die Hauptreden halten.

Huber hat die SPD als "Steigbügelhalter der kommunistischen Linken" bezeichnet, weil die Partei unter ihrem Vorsitzenden Kurt Beck nach links gerückt sei. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis sich auch die Grünen in dieses "Lotterbett" legten. "Keine Macht den linken Chaoten! Keine Macht den rechtsradikalen Idioten!" rief Huber, und die 6.000 CSU-Anhänger applaudierten lautstark. Huber möchte in der Union die "wertkonservative Politk" fördern. Der Parteichef sprach dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch daher seinen Respekt aus, weil dieser für die konservative Richtung in der CDU stehe.

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Auch Beckstein hat der SPD vorgeworfen, sie grenze sich nicht klar genug gegenüber den Linken ab. Er traue der SPD zu, eine "blutrote Koalition" mit ihnen einzugehen. "Wer mit der Linken ins Bett geht, bekommt keinen demokratischen Nachwuchs", warnte der Ministerpräsident. Nicht nur die SPD, sondern auch der Handyhersteller Nokia hat in Becksteins Rede sein Fett wegbekommen. "Die wollen Kapitalismus pur!" kritisierte der CSU-Mann Nokias Ankündigung, das Werk in Bochum schließen zu wollen.

Für den CSU-Ehrenvorsitzenden Edmund Stoiber war es der erste Aschermittwoch nach dem Machtwechsel, ohne dass er selbst eine Rede halten durfte. So ganz hat er sich mit dieser Nebenrolle in der CSU jedoch noch nicht abgefunden. Wie gewohnt betrat er die Dreiländerhalle durch den Haupteingang und schritt mitten durch die Reihen der klatschenden Menge.

Die Grünen feierten ihren politischen Aschermittwoch in Landshut. Die Vorsitzende Claudia Roth griff das CSU-Führungsduo Beckstein/Huber an: Die Partei sei unter ihnen zur "Regionalpartei" verkommen, die auf Bundesebene praktisch nicht mehr existiere. Die Grünen-Chefin kritisierte zudem den Führungsstil ihrer Amtskollegin von der CDU, Angela Merkel: "Was Kohl ausgesessen hat, will Merkel weglächeln."

Die SPD quartierte sich im Vilshofener Wolferstetter Keller ein. Parteichef Kurt Beck nahm den hessischen Wahlverlierer Roland Koch aufs Korn. Kochs Wahlkampf habe ihn "vom allerbrutalsten Aufklärer zum allerbrutalsten Wahlverlierer" degradiert. Diese Zeiten würden auch in Bayern anbrechen, sagte Beck mit Hinblick auf die in acht Monaten anstehende Landtagswahl in Bayern.

Bei der FDP standen nicht die Personen der Parteien, sondern ihre politischen Inhalte im Zentrum der Kritik. Parteichef Guido Westerwelle machte die Steuer- und Haushaltspolitik der Bundesregierung nieder. Diese sei Schuld daran, dass sich die Wirtschaft in den Abschwung begebe. 

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