Atom-Transport: Verzögerter Castor nähert sich Gorleben

Atom-Transport: Verzögerter Castor nähert sich Gorleben

, aktualisiert 26. November 2011, 14:19 Uhr
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Hinter ihnen der Castor: Polizisten sichern am Samstag in Niedersachsen die Gleise.

Quelle:Handelsblatt Online

Aufgrund von Gleisblockaden kommt der Castor-Zug aus Frankreich nur langsam voran. Auch in Niedersachsen werden Aktivisten erwartet. Am Nachmittag soll es eine friedliche Demonstration mit tausenden Teilnehmern geben.

Gorleben/FuldaBegleitet von Protesten und Blockadeaktionen hat sich der Castor-Transport mit Atommüll am Vormittag seinen Weg durch Niedersachsen gebahnt. Immer wieder kam der Zug mit den elf Atommüll-Behältern ins Stocken, weil Demonstranten auf die Gleise gelangten. In der Nacht zum Samstag war es im niedersächsischen Wendland erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Atomkraftgegnern und Polizei gekommen.

Ob der Transport aus dem französischen La Hague bereits am Sonntag oder erst am Montag das Zwischenlager Gorleben erreichen soll, war noch unklar. Zudem könnte starker Wind das Umladen der Castor-Behälter von der Schiene auf Lastwagen in Dannenberg verzögern. Meteorologen sagten für das Wochenende heftige Windböen voraus.

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Unterdessen wurden für Samstagnachmittag nahe dem Umladebahnhof in Dannenberg tausende Atomkraftgegner zu einer Demonstration erwartet. Andere Castor-Gegner versuchten am Vormittag, über ein Waldgebiet an die Schienenstrecke zu gelangen, um den Zug mit der strahlenden Fracht aufzuhalten.

„Der 13. Castortransport (...) ist ein Symbol der gescheiterten Atommüllpolitik“, sagte eine Sprecherin der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg. Die Anti-Atom-Gruppen fordern zudem, dass der Salzstock Gorleben - er liegt gleich in der Nähe des oberirdischen Zwischenlagers - nicht länger als mögliches Atomendlager untersucht werden dürfe. Er sei für die Entsorgung des hoch radioaktiven Abfalls nicht geeignet.

Der Castor-Transport ist der letzte mit hoch radioaktivem Abfall aus Frankreich nach Gorleben. Die Behälter mit deutschen Atommüll aus der Wiederaufarbeitung in La Hague waren am Mittwochnachmittag gestartet. Mehrmals legte der Zug auch planmäßige Zwischenstopps ein. Insgesamt muss der Castor-Transport rund 1200 Kilometer von Frankreich bis ins Zwischenlager Gorleben zurücklegen.


Spektakuläre Kletteraktion kann Castor nicht aufhalten

Der Castor-Zug musste am Samstagmorgen in der Nähe von Göttingen wegen Blockaden stoppen. Ein Polizeisprecher in Lüneburg sagte, es seien rund 20 Menschen auf den Gleisen. Auch in Niedersachsen muss weiter mit einem Stop-and-Go-Verkehr gerechnet werden. Mehrere hundert Castor-Gegner waren mit Strohballen, Helmen und Schutzbrillen in einem Waldstück im Wendland unterwegs, durch das der Zug später rollen soll. Sie wollten an der Schienenstrecke Steine entfernen und so die Gleise unterhöhlen. In Fulda waren Samstagfrüh vier Personen neben den Gleisen in Bäume geklettert. Sie hielten den Zugverkehr damit allerdings nicht auf.

Die Polizei kündigte an, sie werde konsequent gegen Aktionen an den Gleisen vorgehen. Bereits seit Donnerstag waren immer wieder Wasserwerfer im Wendland im Einsatz, Demonstranten warfen Steine und beschädigten Polizeifahrzeuge. Es gab mehrere Verletzte. Atomkraftgegner kritisierten das Vorgehen der Polizei als unangemessen.

Die Polizei berichtete von gefährlichen Störaktionen und Angriffen auf Einsatzkräfte am Freitag. Castor-Gegner hätten Bäume abgesägt sowie Reifen und Äste in Brand gesetzt. Zudem sollen Metallketten gespannt worden sein, um Polizeifahrzeuge zu stoppen. Freitagnacht erlitten laut Polizei rund 20 Beamte Verletzungen.

Wann der Zug die Verladestation in Dannenberg erreicht, war noch unklar. Dort werden die elf Castor-Behälter für den Straßentransport vorbereitet. Der Atommüll muss dann noch eine letzte Etappe bis zum Zwischenlager Gorleben zurücklegen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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