Atomausstieg: Bund wird Ländern notfalls Atommüll zur Zwischenlagerung zuweisen

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Notfalls soll der Bund verfügen, welches Bundesland radioaktiven Müll aufnehmen muss.

von Cordula Tutt und Max Haerder

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks will einzelne Bundesländer notfalls zwingen, stark strahlenden Atommüll zwischenzulagern, bis in Deutschland ein Endlager bereitsteht.

Ab 2015 kämen diese Abfälle aus Frankreich und Großbritannien von der Wiederaufarbeitung zurück. Für den Fall, dass sich kein Land zur Aufnahme bereit erklärt, will Hendricks von ihrem Weisungsrecht Gebrauch machen, sagte Hendricks (SPD) im Interview mit der WirtschaftsWoche: „Atomrechtlich wären wir in der Lage, einen Standort zu bestimmen.“ Weil in Gorleben keine Castorbehälter mit stark strahlenden Abfällen mehr gelagert werden sollten, müsse sich noch mindestens ein Land zur Aufnahme bereit erklären. „Die Schwierigkeit ist noch, neben Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein ein drittes Bundesland zu finden, das Castor-Behälter zwischenlagert.“

Die Fertigstellung eines Endlagers kann nach ihren Worten bis 2050 und damit deutlich länger dauern als bisher angestrebt. Hendricks sagt zur unterirdischen Lagerstätte für stark radioaktiven Atommüll voraus: „Wenn ich es realistisch sehe, kann mit der Einlagerung des Mülls nicht vor 2050 begonnen werden.“ Nach vorherigen Schätzungen sollte nach 2030 ein unterirdisches Endlager bereit stehen.

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