Atommüll-Endlager: Röttgen allein in Gorleben

Atommüll-Endlager: Röttgen allein in Gorleben

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Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU, rechts) und der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König im niedersächsischen Gorleben in einem unterirdischen Salzstock

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) besichtigt das geplante Atommüllendlager Gorleben. Warum die Atomkraftgegner sein Gesprächsangebot ablehnten und einfach weg blieben.

840 m unter Tage wirkt eine Gruppe von 50 Menschen in roten Overalls und Grubenhelmen, Kameras und Mikrofonen fremd. Ein lautes Klingeln kündigt den Aufzug an, der sogleich ratternd den Verschlag öffnet. Strahlend weiß tritt heraus der Bundesumweltminister Norbert Röttgen, eingekleidet im Baumwollanzug, der einer Bäckerkluft gleicht. Hier unten im Salzstock soll ihm der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, wichtiges zeigen: Wie erkunden die Männer hier unten, ob das Bergwerk taugt, auf zig Generationen hin den Atommüll aus Deutschlands Kernkraftwerken sicher zu verschließen?

Norbert Röttgen ist auf Transparenz-Tour. Deshalb die Kameras, die nicht nur die Wissbegierde des Ministers dokumentieren, sondern auch zeigen sollen, dass die Bundesregierung auf die Widerständler im Wendland zugeht. Denn die kämpfen seit 35 Jahren gegen das geplante Endlager.

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Deshalb rechnete die Polizei auch mit Protesten der Atomgegner. Doch die große Polizeipräsenz über Tage ist ganz umsonst. Die Bürgerinitiativen und Bauerngruppen lassen sich nicht blicken. Röttgen ist – fast - alleine da. Es sei kein Dialog, erst herzukommen, wenn die Laufzeit der Atommeiler schon verlängert und wenn zudem die Erkundung des Bergwerkes nach zehn Jahren Pause schon wieder in Gang gesetzt worden sei. Also ignorieren sie den Berliner Besuch.

Dialogfreie Zone

Nur der Graf Bernstorff, der wichtiges Land oberhalb des Salzstockes besitzt und nicht hergeben will, empfängt Röttgen später im Schloss. Unter Tage weist der Präsident des Strahlenschutzamtes auf eine Sackgasse im Gängegewirr hin, für die Bernstorff verantwortlich ist. Dort liegt gräfliches Land, hier kann nicht erkundet werden.

Röttgen gibt sich bescheiden. Er spricht in die Kameras, man habe gelernt. Dies sei nicht „Stuttgart 21“: „Ich bin entschlossen, die Bevölkerung zu beteiligen.“ Noch sei es aber zu früh dafür. Zu Gorleben sehe er keine Alternative – nirgendwo lasse sich Salz so gut erkunden wie hier. Enteignung der Widerständler aus Adel und Kirche sei noch kein Thema. An dieser Frage scheiterten schon einstige Bundesumweltminister wie Angela Merkel. Daraus hat Röttgen gelernt.

Dialog und Transparenz – es scheint beim Atommüll und in Gorleben schwerer als bei Bahnhöfen, Flughäfen oder Strommasten. In Gorleben heißt es, man wolle einen Dialogbeauftragten einsetzen. Heiner Geißler hat ja womöglich Zeit, vielleicht auch der ehemalige CDU-Umweltminister Klaus Töpfer.

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