Ausblick gesenkt: Moody's nimmt deutsche Banken ins Visier

Ausblick gesenkt: Moody's nimmt deutsche Banken ins Visier

Moody's nimmt die Bonitätsnoten zahlreicher deutscher Banken genauer unter die Lupe. Die Ratingagentur senkte am späten Mittwoch den Ausblick von 17 Häusern von „stabil“ auf „negativ“.

Die Ratingagentur Moody's hat den Ausblick für 17 deutsche Kreditinstitute gesenkt. Betroffen sind Banken, die Staatsgarantien übernommen haben, etwa die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), wie Moody's am Mittwochabend mitteilte. Der Schritt sei eine Folge der schlechteren Bewertung der Aussichten für Deutschland, das größter Garantiegeber für Kredite aus dem EU-Rettungsfonds EFSF ist.

Ein derartiger Schritt kann die Vorstufe für die Senkung eines Ratings sein. Betroffen sind vor allem Landesbanken. Es handelt sich um eine direkte Folge der Überprüfung des deutschen Spitzenratings. Bei den Instituten handelt es sich etwa um die LBBW, die BayernLB oder die HSH Nordbank, aber auch um die staatliche Förderbank KfW oder die mit Steuergeldern gerettete IKB Deutsche Industriebank. Diese Institute verfügen dank der staatlichen Rückendeckung über eine Kreditwürdigkeit von „Aaa“ oder „Aa1“ - das sind die beiden besten Noten, die Moody's vergibt. Ein schlechteres Rating kann die Aufnahme von frischem Geld erschweren und verteuern. Denn Kreditgeber müssen mit einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit rechnen.

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Nachdem Moody's am Montag die Spitzenratings von Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg in Zweifel gezogen hatte, waren am Dienstag einzelne Bundesländer, Staatsfirmen wie die Deutsche Bahn an der Reihe. Auch deren Ausblick ist nun „negativ“. Den schlechteren Ausblick für Deutschland hatte die US-Agentur mit wachsenden Risiken aus der Euro-Krise begründet. Auch der Ausblick für den dauerhaften EU-Rettungsschirm EFSF wurde deswegen herabgestuft. Der EFSF wurde im Frühsommer 2010 geschaffen. Er soll strauchelnde Euro-Länder mit Krediten versorgen, wenn diese sich nicht mehr aus eigener Kraft am Kapitalmarkt finanzieren können.

Entscheidet sich Moody's tatsächlich für eine Abstufung Deutschlands, würde dies abermals eine Kettenreaktion in Gang setzen. Der Schritt ist jedoch keineswegs eine ausgemachte Sache. Auch Standard & Poor's hatte vor einigen Monaten die Spitzenbonität der Bundesrepublik infrage gestellt. Doch die Note blieb unangetastet. Aus der Politik hatte Moody's teils scharfe Kritik geerntet für die Absenkung des Ausblicks. Grund ist, dass schlechtere Bonitätsnoten die Bemühungen um eine Lösung der europäischen Schuldenkrise erschweren können. Gefährlich ist, dass Moody's auf breiter Front vorgeht: Auch in den Niederlanden müssen staatliche Firmen und Banken um ihre Ratings bangen.

Hintergrund der Welle an negativen Ausblicken ist die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Schuldenkrise. Sorgen bereiten Moody's vor allem Griechenland, Spanien und Italien. Die Ratingagentur fürchtet, dass die wirtschaftlich starken Länder weitere Lasten schultern müssen für ihre in Not geratenen Partnerstaaten.

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