Außenminister Gabriel: Bundesregierung verbietet Auftritt von Erdogan

Außenminister Gabriel: Bundesregierung verbietet Auftritt von Erdogan

, aktualisiert 29. Juni 2017, 13:43 Uhr
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan darf nicht in Deutschland auftreten.

Die Bundesregierung hat offiziell einen Auftritt des türkischen Präsidenten Erdogan in Deutschland verboten. Der wollte ursprünglich am Rande des G20-Gipfels in Hamburg zu seinen Anhängern sprechen.

Die Bundesregierung wird den geplanten Auftritt des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor Anhängern in Deutschland verbieten. „Wir teilen der Türkei mit, dass wir der Überzeugung sind, dass ein solcher Auftritt in Deutschland nicht möglich ist. Da gibt es verfassungsrechtliche Rechtsprechung, dass wir das auch können“, sagte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Donnerstag in Moskau.

„Es ist eine Abwägung der außenpolitischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland. Und die sind hier sehr eindeutig“, sagte Gabriel. Die Bundesregierung werde in einer Verbalnote mitteilen, „dass wir eine solche Veranstaltung nicht durchführen lassen werden“. Er fügte hinzu, dass die Bundesregierung einen Auftritt Erdogans etwa in einem türkischen Generalkonsulat in Deutschland nicht untersagen könne.

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Erdogan hatte offiziell einen Auftritt vor Anhängern in Deutschland am Rande des G20-Gipfels beantragt. Vor dem Verfassungsreferendum in der Türkei im April hatte es heftigen Streit über einzelne untersagte Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Deutschland gegeben. Erdogan hatte der Bundesregierung daraufhin Nazi-Methoden vorgeworfen.

Veranstalter verspricht „Keine Auftritte türkischer Minister mehr in Deutschland“

Der ausrichtende Verein aller bisherigen Auftritte türkischer Minister in Deutschland plant keine Veranstaltungen mehr bis zum Referendum. Präsident Tayyip Erdogan geht damit eine wichtige Plattform verloren.

Anhänger der türkischen Regierungspartei AKP schwenken am 25.02.2017 in Ankara (Türkei) beim offiziellen Start des AKP-Wahlkampfs vor dem Referendum über ein Präsidialsystem am 16.04. türkische Flaggen. Foto: Uncredited/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Gabriel betonte auch, dass Erdogan beim G20-Gipfel „mit Ehren empfangen“ werde. „Aber alles, was darüber hinaus geht, halten wir jetzt zum aktuellen Zeitpunkt nicht für angemessen“, sagte Gabriel. Es gebe „rund um den G20-Gipfel gar nicht die Polizeikräfte, um die Sicherheit herzustellen“. Außerdem passe ein solcher Auftritt „nicht in die politische Landschaft“, betonte der Minister. „Wir haben in der Bundesregierung dazu auch eine abgestimmte Meinung.“

Gabriel forderte ein generelles Verbot von Wahlkampfauftritten ausländischer Politiker in Deutschland, das drei Monate vor jeder Wahl gelten soll. EU-Länder sollen davon ausgenommen werden. Das generelle Verbot von Wahlkampfauftritten drei Monate vor Wahlen hat Gabriel nach eigenen Angaben bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeschlagen.

Der letzte Auftritt Erdogans vor Anhängern in Deutschland fand im Mai 2015 in Karlsruhe statt. Es war zugleich Erdogans erster öffentlicher Auftritt in Deutschland als Staatspräsident.

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