Außenminister unter Druck : Westerwelle will seine Ausfuhr-Werbung gegen "linken Zeitgeist" durchsetzen

Außenminister unter Druck : Westerwelle will seine Ausfuhr-Werbung gegen "linken Zeitgeist" durchsetzen

von Henning Krumrey

Außenminister Guido Westerwelle hat auf seiner Reise durch Südamerika den Einsatz für deutsche Unternehmen verteidigt.

In anderen Ländern sei es ganz selbstverständlich, dass sich der Außenminister für die heimische Wirtschaft engagiere, in Deutschland müsse man sich daran erst gewöhnen.

„Der linke Zeitgeist hält Geschäftemachen für fragwürdig. Die Gesellschaft muss sich daran gewöhnen, dass das künftig anders ist“, sagte Westerwelle der WirtschaftsWoche. „In Deutschland ist man überrascht, wenn sich der Außenminister um die wirtschaftlichen Interessen kümmert. In anderen Ländern ist man überrascht, wenn der Außenminister es nicht tut.“

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In seinem Einsatz für die Wirtschaft nimmt sich Westerwelle andere Länder zum Vorbild. „Politiker aus den USA, Frankreich und Großbritannien machen uns vor, wie man die wirtschaftlichen Interessen seines Landes wirkungsvoll vertritt“, so der FDP-Vorsitzende.

„Wir müssen offensiv für unsere Produkte und unsere Unternehmen werben.“

Zwischen Frankreich und Deutschland werde es da eine „gesunde Partnerschaft“ geben, sagte Westerwelle dem Magazin. Dabei denkt Westerwelle ebenso wie Frankreichs Präsident Nicholas Sarkozy an einen verstärkten Export von Atomtechnik. „Sollen wir sagen: Weil wir keine Kernkraftwerke mehr bauen, nehmen wir auch keine Aufträge an? Das wäre doch völlig verrückt. Es muss ein Umdenken geben.“

80 Millionen Menschen auf einem alten Kontinent

So will der deutsch-französische Atomtechnikkonzern Areva den seit Jahren unterbrochenen Bau des brasilianischen Reaktors Angra 3 fertig stellen. Brasiliens Industrieminister Miguel Jorge teilte Westerwelle zudem mit, dass Brasilien in den nächsten Jahren drei Nuklearanlagen bauen wolle.

Die ökonomische Stärke Deutschlands ist für Westerwelle die Basis für eine einflussreiche Außenpolitik.

„Die gesamte außenpolitische Autorität unseres Landes hängt von der wirtschaftlichen Stärke ab“, betont der Außenminister. „Sonst sind wir nur 80 Millionen Menschen auf einem alten Kontinent. Das beeindruckt 1,3 Milliarden Chinesen, eine Milliarde Inder oder auch 190 Millionen Brasilianer gar nicht.“

Nur bei Waffenlieferungen will Westerwelle Zurückhaltung üben. „Rüstungsprojekte darf man nicht zuerst geschäftlich sehen. Da geht es um Friedens- und Sicherheitspolitik.“

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