
Auf seiner Reise möchte Westerwelle helfen, genau solche Aufträge an Land zu ziehen. Die deutsch-französische Areva möchte den seit Jahren unterbrochenen Bau des brasilianischen Reaktors Angra 3 fertigstellen. Und Industrieminister Miguel Jorge hatte seinem Gast mitgeteilt, dass Brasilien in den nächsten Jahren drei weitere Nuklearanlagen bauen wolle.
Milliardenschwere Nuklearexporte nach Südamerika mit staatlicher Schützenhilfe – das verspricht neuen innenpolitischen Krach. Für Westerwelle ist die Ökonomie auch Mittel zum politischen Zweck: "Die gesamte außenpolitische Autorität unseres Landes hängt von der wirtschaftlichen Stärke ab. Sonst sind wir nur 80 Millionen Menschen auf einem alten Kontinent. Das beeindruckt 1,3 Milliarden Chinesen, eine Milliarde Inder oder auch 190 Millionen Brasilianer gar nicht."
Deutschland vom Geber zum Bittsteller
Westerwelles überschäumende Freude und Dankbarkeit für gepflegten Umgang der Nationen illustriert, wie sehr sich Deutschlands Rolle in der Welt durch die Globalisierung und den Aufstieg anderer Staaten geändert hat. Wenn Brasiliens Notenbankpräsident stolz die finanziellen Leistungsdaten seines Landes vorträgt, das schneller aus der Krise kam als andere, wird klar: Das ferne Alemanha ist nicht mehr Geber, sondern Bittsteller.
Da freut sich Stephan Reimelt, Vorstandsmitglied der Ferrostaal und Ko-Vorsitzender der deutsch-brasilianischen Wirtschaftskommission, über seinen Reiseleiter. "Ich bin kein FDP-Wähler, aber so einen brauchen wir hier." Seine Firma hat hier gleich drei Eisen im Feuer: Er will zwei Ethylenanlagen für insgesamt 1,8 Milliarden Euro und die Fregatten für die brasilianische Marine bauen. Auch United-Internet-Chef Ralph Dommermuth kündigte an, in diesem Jahr in Argentinien und 2011 in Brasilien zu starten.
In Uruguay, dem stabilsten Land des Subkontinents, war 28 Jahre lang kein deutscher Außenminister zu Besuch, kann sich Westerwelle empören. Die Investitionssicherheit ist dort am größten, aber der Markt ist klein. Bislang ließen die Deutschen das Geschäft dort links liegen. In Argentinien blockieren die nicht zurückgezahlten Altschulden die Vergabe neuer Hermesbürgschaften. Auch hier hofft Westerwelle auf Besserung. Zumindest im Fall historischer Forderungen des Bundes, die aus Thyssen- und Hochtief-Geschäften stammen, soll es Bewegung geben.
In Chile bewunderte der Anwaltssohn aus Bonn nicht nur das prächtige Privatanwesen des künftigen Präsidenten Sebastián Piñeira, mit antiken Wandteppichen, alten Büchern, traumhaftem Park mit Pool. Auf der Terrasse versichert Westerwelle dem Milliardär: "Wirtschaft ist so wichtig." Dass in Chile jetzt Unternehmer das Sagen haben, empfindet Westerwelle als Chance für die Deutschen. Piñeira lobt: "Die Deutschen sind sehr zielstrebig. Die reden nicht viel, die machen." Dem Chef der Regierungspartei RN, Carlos Lorrain, drückt Westerwelle gar artig seine Visitenkarte in die Hand. "Das ist nicht nötig", wehrt der überrascht ab. "Nur, damit Sie an uns denken", schiebt der Gast nach.
Vor allem in Brasilien schmeißen sich die Deutschen jetzt ran. Mitte April reist Forschungsministerin Annette Schavan nach Brasilien, zehn Tage später rückt Wirtschaftskollege Brüderle mit zwei Dutzend nun wirklich hochkarätigen Unternehmern und Managern an. Kurz danach folgt Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister samt Tross. Da fällt dann gar nicht mehr ins Gewicht, dass eine niedersächsische Delegation kurz vor Westerwelles Besuch den Empfang beim Generalkonsul in São Paulo zu einer Demonstration norddeutscher Trinkfreude nutzte und 13 Flaschen Zuckerrohrschnaps leerte. Ohne Konsum funktioniert Wirtschaft eben nicht.














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Alle Kommentare lesen16.03.2010, 10:18 UhrAnonymer Benutzer: Guido
ich kann jedem nur empfehlen sich folgenden bericht anzusehen:
http://www.youtube.com/watch?v=TVFSX4fWmRM
Danach stellt sich nur noch die Frage: Wie kann ein deutscher Außenminister sich mit solchen dubiosen Personen umgeben? Aber anscheinend ist für ihn auch nur schnelles Geld, Oberflächlichkeit und Opportunismus entscheidend und wichtig. Möchte an dieser Stelle auf die Nebeneinkünfte von Dr. Westerwelle verweisen:
http://www.nebeneinkuenfte-bundestag.de/westerwelle-dr-guido/
ich frage mich, wer sich da asozial verhält. Aber sind wir doch mal ehrlich ohne Nepotismus, bigotterie und vor allem Hypokrisie kommt man in der Politik sowieso zu nichts.
15.03.2010, 23:44 UhrAnonymer Benutzer: Günther Lessmann
Der Elite ist Westerwilli eigentlich egal.
Nur spielt Westerwilli eben einen begünstigten,Dieb aus der Elite , der sich beim Griff in öffentliche Kassen mittels begünstigungen + Vetternwirtschaft --öffentlich Filmen läßt. Schut her ich WW greife jetzt zu--schaut alle her.
Dann sagt er fast öffentlich dem kleinen Mann zuzwinkernd --und dich kleiner Mann von der Straße, wenn Du dasselbe machts wie ich
WW--dann loche die dich für 10 Jahre ein.
Die bRD wurde 1989 offiziel abgewickelt--die existiert nicht mehr.
Es existiert nur noch ein Staatsgerüst das einige begütertet aussaugen bis zum geht nicht mehr.
Und hierfür steht WW und seine Kumpels --und der gibt das sogar offen zu.
Westerwilli zeigt auf die Willkürlichkeit der Demokratie, die im grunde eine Demokratie einiger Selbtsdarsteller ist wie eben Westerwilli und sein FReund Mronz.
Der Kleine Mann auf der Straße wird durch Westerwilli herangeführt direkt wie eine Katze in die Katzenpisse getaucht wird.
Sie da schau her so mach ich das der Westerwille. Und denke nicht lieber kleiner Mann aus Deutschland das die anderen sich nicht auch bedienen !
Die machen das auch seit 65 Jahren alle Still und heimlich + deren Sippe .
Das ist den Eliten sehr sehr peinlich.
Westerwelle zeigt was die Deutsche Demokratie wert ist momentan und das nach 1990.
Arsch-Papier um sich mal kräftig den hintern zu wischen.
1990 hat s die elite so richtig krachen lassen und dem Normalvolk 1 billionen Schulden anschreiben lassen. Rechtzeitig über finanzierungsmodelle ihr Geld rausgezogen und sich abgesetzt.
15.03.2010, 17:55 UhrAnonymer Benutzer: IchDenke
"westerwelle empfinde ich nur noch als peinlich. als ehrlicher kaufmann empfinde ich sein gebaren widerlich. mit marktwirtschaft hat diese pseudoliberale, korrupte fdp bande nicht am hut. oder muss marktwirtschaft autonmatisch korrupt sein?"
Nicht die Nachplappler und zu Munderedner blieben in der Geschichte bekannt, sondern die, die eine eigene Meinung auch vertraten.
Schaut man in die Medien( ob ich mir eine Zeitung kaufe, darf ich noch selber entscheiden) das "objektive Rundfunkprogramm" der Öffentl. Rechtlichen (staatliches Pflicht bezahl Fernsehen), dazu finanziert von der Pharmaindustrie (Werbung), die Leute, wie Sarrazin Westerwelle, Kirchhoff oder Henkel H.O. zerreißen und niedermachen (statt selber mal kritischzu hinterfragen), da wundere ich mich über den Tenor solcher Foren überhaupt nicht! Selber nichts beitragen, aber Andere mit Hass überziehen, welch eine Kultur in D. Wir werden uns noch die Augen reiben, wenn Länder an uns wirtschaftlich vorbeiziehen, während wir unserer arroganten Art nach Außen und den Umgang mit einigen Querdenkern frönen.
Übrigens: bis 1989 war es auf einem Sechstel der Erde üblich, nach nur einer Meinung zu handeln (Die Partei, die Partei, die hat immer recht!) - sang und klanglos änderte sich das, aber warum nicht ein zweiter Versuch? Da kann man die Andersdenkenden wenigstens gleich wegsperren. Sind wir schon aufdem Weg?
Und noch was: Marktwirtschaft besteht aus Markt und Wirtschaft! dämmerts?