Axel Weber: Ein Mann mit mangelnder Stabilität

KommentarAxel Weber: Ein Mann mit mangelnder Stabilität

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Weber

von Christian Ramthun

Eine weitere Amtszeit als Präsident der Bundesbank steht für Axel Weber nicht zur Debatte. Über die möglichen Gründe und den eventuellen Nachfolger schreibt Christian Ramthun.

Ausgerechnet der Bundesbank-Präsident, die Verkörperung währungspolitischer Stabilität, hat persönlich mangelndes Stehvermögen mit seinem – ja was denn nun? – bewiesen. Ein echter Rücktritt ist es nicht. Es ist die im kleinen Kreis geäußerte Bemerkung, nicht für eine nächste Amtszeit zur Verfügung zu stehen – verbunden mit viel Frust über die geschwundenen Aussichten auf den Vorsitz bei der Europäischen Zentralbank (EZB) und über eine als unzureichend empfundene Unterstützung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ihn womöglich nur durch ein Telefongespräch am Mittwoch Vormittag vom sofortigen Rücktritt abhielt.

Immerhin hat Weber nicht den Köhler gemacht, also nicht Knall auf Fall die Brocken hingeworfen wie der frühere Bundespräsident Horst Köhler im vorigen Jahr. Dennoch drängen sich Parallelen auf. Beide fühlten sich von Merkel nicht ausreichend unterstützt. Beide fühlten sich in ihren Gefühlen verletzt und in ihrer Autorität beschädigt. Und Köhler wie Weber wird ein durchaus impulsives Temperament nachgesagt. Was wiederum sehr mit der kühlen Art der Kanzlerin kontrastiert und sicherlich Teil der nun wiederholten Malaise ist.

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Brillianter Ökonom

Der 53-jährige Weber, der als brillanter Ökonom und bedingungsloser Stabilitätspolitiker gilt, katapultiert sich selbst aus einem Rennen um die EZB-Präsidentschaft. Aus deutscher Sicht: leider. In den anderen Euro-Ländern dürfte man anders darüber denken. Sicherlich hätte es innerhalb der EZB zu heftigen Auseinandersetzungen geführt, wenn der als stur und bisweilen hitzig geltende Weber das Währungskollektiv geleitet hätte. Hier fehlte es offenbar an einem Detail im Bewerbungsprofil Webers, das sich nun im Vorfeld der Personalentscheidung über die künftige EZB-Führung als fatal erwies.

Merkel wird den Verlust schnell abschütteln. So wie bei Köhler, den der neue Bundespräsident Christian Wulff schnell vergessen ließ. Ihren Bundesbankpräsidenten Weber wird die Kanzlerin auch ersetzen und vielleicht ebenfalls schnell vergessen machen. Im Gespräch ist ihr Wirtschaftsberater im Kanzleramt, Jens Weidmann, 42 Jahre jung und fachlich ähnlich versiert wie sein einstiger Mentor Weber, nur ruhiger, uneitler und damit für Merkel geeigneter.

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