Axel Weber: Unabhängigkeit als oberste Maxime

Axel Weber: Unabhängigkeit als oberste Maxime

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Axel Weber

Axel Weber schließt eine zweite Amtszeit als Bundesbank-Präsdident aus und steht auch nicht als Kandidat für den Chefposten der Europäischen Zentralbank zur Verfügung. Über einen Wechsel zur Deutschen Bank wird spekuliert. Ein Porträt.

Kritiker und „Polterbanker“: Schon bei seinem Antritt als Bundesbankchef nannte Axel Weber sein wichtigstes Motiv für den damaligen Wechsel: die Unabhängigkeit des Amtes. In den sieben Jahren danach hat der Pfälzer vom Recht auf eine eigene Meinung häufig und öffentlich Gebrauch gemacht. Seine klaren, stabilitätsorientierten Positionen machten ihn zunächst zu einem der wichtigsten Ratgeber der Bundesregierung in den Krisen um LehmanBrothers und die verschuldeten Euro-Staaten. Auch im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat Webers Wort seit Jahren großes Gewicht. Doch zuletzt nervte er EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wie auch seine Kollegen zunehmend mit der hartnäckig vorgetragenen Kritik am Aufkauf maroder Staatspapiere. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) traktierte Weber mit Dauerfeuer gegen die deutsch-französischen Pläne zur künftigen Gestaltung des Euro-Raums, was ihn politischen Rückhalt in Berlin gekostet haben mag.

Zuletzt waren Webers Kandidatur auf den EZB-Chefsessel sinkende Chancen gegen den Italiener Mario Draghi attestiert worden. Der Volkswirtschaftsprofessor mit den Lehrstationen Siegen, Bonn und Frankfurt war als erster renommierter Wissenschaftler an die Spitze der Bundesbank berufen worden. In der Folge erstritt sich der Währungsexperte schnell den in Deutschland populären Ruf eines „Falken“, für den die Preisstabilität das wichtigste Ziel der Geldpolitik ist - anders als für manche „Tauben“ im EZB-Rat, die nach einer Krise die Zinsen gerne mal etwas später anheben, um das einsetzende Wirtschaftswachstum nicht zu gefährden. In seiner Funktion als oberster Währungshüter ohne eigene Währung scheute Weber vor Kritik an Berlin nicht zurück. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit kritisierte er Pläne des damaligen Finanzministers Hans Eichel (SPD) zum Stabilitätspakt scharf - oder polterte später gegen schwarz-gelbe Steuersenkungspläne. In der Finanzkrise fand der Notenbanker das Ohr von Eichels Nachfolger Peer Steinbrück, der Webers unabhängigen Rat überaus schätzte.

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Familienvater und Sportler

Innerhalb der Bundesbank machte sich der Präsident unbeliebt, weil er das politisch dominierte Auswahlverfahren für seine Kollegen anprangerte und so Zweifel an deren  Qualifikation aufkommen ließ. Am deutlichsten wurde dies im Fall Thilo Sarrazin, dessen fremdenfeindliche Thesen der sonst so durchsetzungsfähige Präsident allein nicht einzufangen vermochte. Schnell legte sich der Bundesbankchef auf eine Demission des ungeliebten Vorstandskollegen fest, beschädigte aber in der öffentlichen Diskussion das Unabhängigkeitspostulat der Bundesbank. Der 53 Jahre alte Weber ist verheiratet und hat zwei Kinder. Einen Ausgleich für seine stressigen Job mit zahlreichen Posten in internationalen Gremien (Gouverneur des Internationalen Währungsfonds, Verwaltungsrat der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) bietet ihm das Laufen. Er nahm bereits an Marathonläufen teil. Außerdem ist er Anhänger des 1.FC Kaiserslautern und des 1.FC Köln.

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