
Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, hat eindringlich davor gewarnt, die Folgen des demografischen Wandels in Deutschland zu beschönigen.
„Die Entwicklung ist dramatisch“, sagte Weise heute auf der Jahrestagung des Deutschen Beamtenbunds in Köln. Laut Weise werden im Jahr 2030 in Deutschland rund sechs Millionen Arbeitskräfte fehlen.
Zwei Maßnahmen sind nötig
Diese Entwicklung lässt sich laut Weise nicht mehr ändern, sondern nur noch abfedern. Als nötige Gegenmaßnahmen nannte der BA-Chef vor allem zwei Dinge – eine stärkere Zuwanderung und eine bessere Weiterbildung älterer Arbeitnehmer, um diese möglichst lange im Erwerbsleben zu halten.
„Deutschland braucht ein gezielte Zuwanderung, sonst wir die Lage künftig noch schlimmer“, so Weise. Nötig sei eine „neue Willkommenskultur“. Gleichzeitig müsse die Politik die Abwanderung qualifizierter Fachkräfte stoppen. „Wenn ein gut ausgebildeter türkischer Arbeitnehmer Deutschland verlässt und in die Türkei zurückkehrt, ist dies für uns ein Verlust.“
Arbeitgeber und Beschäftigte müssen Weiterbildung vorantreiben
Weise kritisierte die zu geringen Weiterbildungsaktivitäten älterer Arbeitnehmer. Während die Weiterbildungsbeteiligung der 50-64-Jährigen in Staaten wie Schweden, Finnland, Dänemark oder der Schweiz bei rund 50 Prozent liegen, sind es hierzulande nur 15 Prozent. „Das steht völlig im Widerspruch zu dem, was wir brauchen“, sagte Weise.
Hier seien die Arbeitgeber in der Pflicht, aber auch die Beschäftigten selber „müssen ihre Haltung ändern und sich notfalls auch nach Feierabend weiterbilden.“ Die BA werde für die Qualifikation älterer Arbeitnehmer in diesem Jahr rund 450 Millionen Euro zur Verfügung stellen.













