Baden-Württemberg: Die Misswirtschaft im VEB EnBW

Baden-Württemberg: Die Misswirtschaft im VEB EnBW

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Greenpeace-Aktion in Neckarwestheim am Kernkraftwerk der Energie Baden-Württemberg (EnBW). Zuvor hatte Ministerpräsident Stefan Mappus das endgültige Aus für den Reaktor verkündet.

von Andreas Wildhagen

Nach Abschaltung von zwei Atommeilern in Baden-Württemberg wird der Betreiber EnBW zum Spielball der Politik im Wahlkampf - und zum geschäftlichen Desaster für die Landesregierung.

Privatisierung war gestern. Als Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus beim heimischen Stromriesen und Kernkraftwerksbetreiber EnBW den französischen Großaktionär EdF herausdrängte, tönte er: „Die Energieversorgung ist Herzstück unserer Infrastruktur.“ Das Bundesland wahre mit der Übernahme sein standortpolitisches Interesse. Kritiker lästerten schon, der Christdemokrat wolle den größten volkseigenen Versorger der Republik schaffen.

Jetzt, nach der Atomkatastrophe in Japan und eine Woche vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg, entwickelt sich der Deal für Mappus zum Albtraum. Für 4,7 Milliarden Euro hat Baden-Württemberg den 45-prozentigen EdF-Anteil gekauft, finanziert aus den Dividenden von EnBW. Inzwischen aber müssen selbst Mappus-Fans zugeben, dass EdF das Geschäft macht. Denn seit der Übernahme geht bei EnBW alles schief. Daimler kündigte seinen Stromvertrag mit dem Versorger, bevorzugt ein billiges luxemburgisches Konsortium. Letzte Woche musste EnBW infolge der Japan-Katastrophe auch noch seine Atommeiler Neckarwestheim 1 und Philippsburg abschalten.

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Börsenchancen schwinden

Die Perspektiven, mit Atomstrom Geld zu verdienen, verdüstern sich. Das verringert die Chance, EnBW eines Tages an die Börse zu bringen. Kommt im Ländle eine rot-grüne Regierung ans Ruder, wird EnBW wohl stark in erneuerbare Energien einsteigen. In Windräder hat der Konzern bisher nur zögerlich investiert, etwa in den kleinen Windpark Baltic 1 in der Ostsee. Doch ans Netz angeschlossen ist der noch nicht. Viele Banken zögern, Geld für solch riskante Projekte zu geben. Genau diese Vorhaben aber wollen SPD und Grüne vorantreiben, sollten sie die Wahl gewinnen und so den Takt für EnBW vorgeben. Mehr Windräder sind ein politischer Wohlfühlfaktor, aber verglichen mit Kernkraft kein überragender Renditebringer.

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