Baden-Württemberg: Grünes Musterländle

ThemaEnergiewende

Baden-Württemberg: Grünes Musterländle

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Baden-Württemberg ist Spitzenreiter im Bundesländer-Ranking. Das Land ist führend bei Energieeffizienz und Gebäudedämmung.

Im Bild: Die Ökosiedlung Vauban in Freiburg.

von Dieter Dürand

Lange vor ihrer Landesregierung haben Schwaben und Badener auf Grünstrom gesetzt. Sie paaren in bewährter Manier Geschäftssinn mit Aufbruch.

Warum ausgerechnet das Bundesland mit dem grünen Wandel am weitesten ist, dessen CDU-geführte Landesregierung bis zu ihrem bitteren Ende im vergangenen Jahr am Atomkurs festhielt, lässt sich am besten am Beispiel der Elektrizitätswerke Schönau erzählen. Als 1986 im ukrainischen Tschernobyl ein Reaktor explodierte und der radioaktive Niederschlag Deutschland erreichte, gründeten Eltern und Lehrer in dem 2500-Einwohner-Schwarzwaldstädtchen eine Bürgerinitiative für eine „atomfreie Zukunft“. Bald war den Aktivisten Protest nicht mehr genug. Sie starteten die Elektrizitätswerke und waren der erste bundesweit tätige Versorger, der seinen Strom fast ausschließlich aus grünen Quellen bezog. Inzwischen bedienen die Schönauer mehr als 120.000 Kunden, darunter den Schokoladenfabrikanten Ritter oder die Bio-Supermarktkette Alnatura. Von Herbst an beziehen auch die Stadtwerke Stuttgart Ökostrom aus dem Schwarzwald.

Die schwäbische Ökobewegung

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Aber die Schönauer sind nur eine von vielen Strom-Rebellengruppen im Südwesten des Landes: Inzwischen gibt es 87 solcher Bürger-Energie-Initiativen – mehr als in jedem anderen Bundesland. In Weissach etwa, unweit von Stuttgart, hat der Verwaltungswirt Rüdiger Frey eine Energiegenossenschaft gegründet, die nicht nur Solarparks, Windräder und Biogasanlagen plant, sondern sogar das Stromnetz übernehmen will. Die Ökobewegung hat aber auch grüne Pioniere wie den Architekten Wolfgang Frey hervorgebracht, der in Freiburg mit Vauban und Rieselfeld zwei neue Stadtquartiere nach strengen ökologischen Kriterien konzipiert hat: Gut isoliert sind Freys Wohnungen um ein Vielfaches sparsamer. Zudem produzieren sie einen Teil ihrer Energie mit Solarmodulen und kleinen Windrädern selbst.

Energiewende Die grünsten Bundesländer

Ein exklusives Ranking der WirtschaftsWoche zeigt, welche Bundesländer bei der Energiewende am weitesten sind und wo die Schwächen der Verlierer liegen.

Aussschnitt einer begrünten Deutschlandkarte

Längst haben Wohnungsbaugesellschaften von Heilbronn bis Konstanz energetische Sanierungsprogramme für ganze Siedlungen und öffentliche Gebäude gestartet. Gesetze beschleunigen den Wandel noch: Als einziges Bundesland schreibt Baden-Württemberg Hausbesitzern vor, dass sie nach einer Erneuerung ihrer Heizungsanlage zehn Prozent ihrer Wärme mit Sonnenlicht, Geothermie oder Bioenergie erzeugen müssen. Alternativ können sie ihre Gebäude auch besser dämmen. Der Effekt: Beim Energiesparen in Gebäuden ist der Südwesten Spitze.

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