In den Großstädten nahmen S- und U-Bahnen weitgehend ihren Betrieb auf. In Teilen Deutschlands fällt aber am Freitag der Schulunterricht aus. Gleichzeitig laufen überall die Aufräumarbeiten. Der schwerste Orkan seit 1999 kostete allein in Deutschland mindestens neun Menschen das Leben und richtete enorme Schäden an. Europaweit gab es mindestens 28 Tote. Als Einzelunternehmen war die Bahn am schlimmsten getroffen. Der Bahnverkehr musste am Abend ganz eingestellt werden, weil zu viele umgestürzte Bäume Oberleitungen abgerissen und Gleise beschädigt hatten. Am Morgen verließen erste Züge wieder die Bahnhöfe nach der nächtlichen Zwangspause. Es wurden aber weiter große Probleme im Bahnbetrieb erwartet. „So eine Situation haben wir in Deutschland noch nie gehabt“, erklärte Bahnchef Hartmut Mehdorn in Berlin. Der neue Berliner Hauptbahnhof wurde in der Nacht geräumt und abgesperrt, nachdem sich ein Träger im Südwestflügel gelöst und zwei weitere Träger beschädigt hatte. Dagegen läuft der Flugverkehr heute wieder weitgehend normal, wie ein Sprecher des Flughafens Frankfurt mitteilte. Auch größere Staus waren am Morgen zunächst nicht bekannt. In Bayern und Teilen von Hessen und Niedersachsen fällt am Freitag an den Schulen der Unterricht aus. Grund sind vor allem Probleme im Nahverkehr. Der Orkan erreichte am Donnerstag eine Stärke bis 198 Kilometer in der Stunde. In München wurde ein 18 Monate altes Kind von einer aus der Verankerung gerissenen Terrassentür getroffen und tödlich verletzt. Ein aus den Angeln gehobenes Scheunentor erschlug einen 73-jährigen Rentner in Gersthofen (Landkreis Augsburg). In Sachsen-Anhalt stürzte der Giebel einer Gaststätte in Großrodensleben (Bördekreis) ein und begrub einen 40-Jährigen, der später tot geborgen wurde. In Tönisvorst bei Krefeld wurde ein Feuerwehrmann im Einsatz von einem Baum erschlagen. Bei Düren erlag ein Feuerwehrmann im Einsatz einem Herzinfarkt. In Essen wurde ein Motorradfahrer von einem Baum erschlagen. Im nordrhein-westfälischen Lippstadt wurde eine 23-Jährige am Steuer ihres Autos von einem umstürzenden Baum tödlich verletzt. In Hildesheim fiel eine Pappel auf ein Auto. Der Fahrer war auf der Stelle tot. Seine Ehefrau auf dem Beifahrersitz wurde schwer verletzt. Bei Heidelberg starb ein Autofahrer, als er einem umgestürzten Baum ausweichen wollte und mit einem anderen Auto zusammenstieß. Kyrill“ stärkste Orkan seit Weihnachten 1999 Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erklärte, „Kyrill“ sei der stärkste Orkan seit „Lothar“ an Weihnachten 1999. Die stärksten Böen wurden auf dem Wendelstein in Bayern gemessen, sie erreichten eine Stärke von 202 Stundenkilometern. Auf dem Brocken im Harz wurden 198 Stundenkilometer gemessen, auf der Zugspitze 176 Stundenkilometer sowie je Stundenkilometer auf der Wasserkuppe und dem Fichtelberg (je 172 Stundenkilometer). Am Morgen nahm der DWD die Warnstufen zurück oder hob sie ganz auf. Auch die erwartete Sturmflut blieb aus, weil der Sturm schneller als erwartet abzog. Mehr dazu auf wiwo.de: Versicherer können Sturmschäden noch nicht beziffern
Bahn nimmt Betrieb auf: Nach Orkan „Kyrill“ kehrt Normalität zurück
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