Bahnhof-Debakel: Ramsauer warnt vor höheren Bahnticket-Preisen durch Stuttgart 21

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Bahnhof-Debakel: Ramsauer warnt vor höheren Bahnticket-Preisen durch Stuttgart 21

Das Milliardengrab Stuttgart 21 droht nun, auch für Bahnkunden teuer zu werden. Bundesverkehrsminister Ramsauer warnt vor höheren Ticketpreisen, falls sich die Landesregierung nicht an den Mehrkosten beteiligt.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer rechnet mit höheren Fahrkartenpreise bei der Deutschen Bahn, sollte sich Baden-Württemberg nicht an den Mehrkosten für das Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21" beteiligen. Zugfahren dürfe nicht teurer werden, nur weil sich ein einzelnes Land seiner Verantwortung entziehe, sagte der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung laut Vorabbericht.

Der neue unterirdische Bahnhof sei wichtig für Stadt und Region. Baden-Württemberg dürfe seine Vertragspartner daher nicht im Regen stehen lassen.

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Ausgabenschätzungen für Stuttgart 21

  • 1995

    2,5 Mrd. Euro (4,89 Mrd. DM)

    Quelle: Deutsche Bahn, eigene Recherchen

  • 2008

    2,8 Mrd. Euro

  • 2010

    4,5 Mrd. Euro

  • 2012

    5,6 Mrd. Euro + 1,2 Mrd. Euro weitere Risiken

Auch der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Anton Hofreiter, hält steigende Ticketpreise für wahrscheinlich. "Die Bahn wird die Mehrkosten für den Stuttgarter Bahnhof vielleicht nicht sofort, aber wenigsten mittelfristig auf die Tickets umlegen", erklärte Hofreiter der Zeitung.

Nach Einschätzung des Bahnexperten Christian Böttger von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin (HTW Berlin) müssten die Ticketpreise rein rechnerisch um drei Prozent für die nächsten zehn Jahre steigen, wenn dadurch die Mehrkosten für den Stuttgarter Bahnhof aufgefangen werden sollen. Wahrscheinlicher sei aber, dass die Bahn bei der Infrastruktur spare, statt die Preisen anzuziehen.

S21 Aufsichtsrat verschärft Streit über Finanzierung

Stuttgart 21 wird weiter gebaut. Doch die wichtigste Frage bleibt ungeklärt. Wer finanziert die Mehrkosten? Die Bahn-Kontrolleure erhöhen den Druck auf die Projektpartner.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube (l-r), der Aufsichtsratsvorsitzende Utz-Hellmuth Felcht und der Technikvorstand der Deutschen Bahn, Volker Kefer - Die Bahn kann das umstrittene Projekt Stuttgart 21 trotz Mehrkosten in Milliardenhöhe weiterbauen. Quelle: dpa


Der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, Alexander Kirchner, forderte den Bund auf, einen Teil der zusätzlichen Kosten zu übernehmen. Obwohl Ramsauer sich stets für den Weiterbau stark gemacht habe, fehle nun ein Bekenntnis der Bundesregierung, sagte Kirchner der "Frankfurter Rundschau". Alle Partner sollten sich an den Mehrkosten beteiligen.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hatte am Dienstag grünes Licht für den Weiterbau von S21 gegeben. Mit den von der Bahn berechneten Kosten von bis zu 6,5 Milliarden Euro liegt der Bau nun um rund zwei Milliarden Euro über dem vereinbarten Rahmen. Für die Bahn ist Stuttgart 21 damit zwar unwirtschaftlich. Allerdings machten die Kosten für einen Abbruch von mindestens zwei Milliarden Euro den Weiterbau sinnvoll, argumentiert das Unternehmen.

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