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Bankenkrise: Bad-Bank-Modelle im Vergleich

von Andreas Große Halbuer

Wohin bloß mit den toxischen Papieren, die in den Bankbilanzen lagern? Einige Bad-Bank-Modelle im Vergleich.

Mobilisierungsfonds

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Giftmüll: Welche Lösung für Quelle: AP
Giftmüll: Welche Lösung für die "toxischen Wertpapiere" der Banken kommt, ist weiter unklar. Die Bundesregierung hat sich gegen eine sogenannte "Bad Bank" ausgesprochen. Quelle: AP

Der Bundesverband deutscher Banken möchte seine Bad Bank „Mobilisierungsfonds“ nennen und an den staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin andocken. Jede Bank erhält ein eigenes Konto, Risiken und Verluste können also zugeordnet werden. Der Mobilisierungsfonds soll bis zum 30. Juni risikobehaftete Papiere und Forderungen zum Buchwert annehmen, den sie am Jahresende 2008 hatten. Die Banken bekommen im Gegenzug variabel verzinsliche Papiere des Fonds.

Vorteil:  Die Bilanzen wären bereinigt, die Banken würden Vertrauen schöpfen und könnten sich refinanzieren. Zugleich würde das Problem in die Zukunft verlagert. Der Staat wäre an Erträgen beteiligt, wenn sich der Markt für toxische Papiere erholt.

Nachteil: Die Lastenverteilung zwischen Staat und Banken bleibt offen. Sollten bei der Schlussrechnung Verluste anfallen, kann der Staat nur die Banken in die Pflicht nehmen, die einen Überschuss erwirtschaftet haben. Zudem ist ungewiss, ob der Vorschlag auf das Wohlwollen der EU-Wettbewerbshüter stößt.

Viele kleine Bad Banks

In diese Richtung arbeiten Landesbanken wie die WestLB. Sie etwa will eine eigene Bad Bank gründen, die dann risikoreiche, aber auch vielversprechende Papiere der Mutterbank aufkaufen und nach Möglichkeit auch wieder verkaufen soll. Im Unterschied zu einer Zweckgesellschaft soll das Institut mit einer Banklizenz ausgestattet werden. Möglich wären auch jeweils eine Bad Bank für die drei Säulen des deutschen Bankwesens. Die Volks- und Raiffeisenbanken etwa betreiben mit der Bankaktiengesellschaft Hamm längst eine Bad Bank für den genossenschaftlichen Sektor.

Vorteil: Die Bilanzen wären bereinigt. Die Banken könnten sich wieder auf ihr eigentliches Geschäft konzentrieren. Zugleich wären sie für ihre Bad Bank und damit für die Sünden der Vergangenheit verantwortlich.

Nachteil: Niemand weiß, wer das Eigenkapital aufbringen soll. Diskutiert wird, dass die Mutterbank das Geld gibt und sich beim staatlichen Soffin refinanziert oder mit Garantien helfen lässt. Dann wäre aber der Steuerzahler indirekt wieder im Risiko. Dieser könnte obendrein durch ungünstige Preise für die toxischen Papiere benachteiligt werden.

Bad Bank light

Dieses nicht ganz leicht verständliche Modell schlägt der Ökonom Ulrich van Suntum vor, der CDU-Haushaltspolitiker Steffen Kampeter argumentiert ähnlich. Im Kern nimmt der Staat wie beim Mobilisierungsfonds risikobehaftete Papiere im Tausch gegen Anleihen entgegen. Allerdings plädiert van Suntum für sogenannte Zero Bonds, unverzinsliche Staatsanleihen. Die Bonds geben zwar Sicherheit, bestrafen die Banken durch fehlende Zinserträge, was van Suntum als „Fegefeuer“ bezeichnet. Die Bonds werden später mit den Erlösen aus der Verwertung toxischer Papiere getilgt.

Vorteil:  Der Problemberg wird wegen der langen Laufzeit der Bonds allmählich abgetragen, der Staat muss das Geld nicht sofort auf den Tisch legen. Im Idealfall kostet die Rettung den Steuerzahler keinen Cent. Wegen des Verursacherprinzips hat die Lösung politisch Charme. Zugleich gibt sie den Banken Anreize, neue Kredite zu vergeben, um Zinserträge zu erzielen.

Nachteil: Das Modell funktioniert nur dann reibungslos, wenn nicht alle Papiere unverkäuflich bleiben. Zudem wären die abgestraften Banken im internationalen Wettbewerb geschwächt.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.05.2009, 13:42 UhrAnonymer Benutzer: dödel in den mund

    jajaja pimmel hans direkt ins maul mit schlagsahne

  • 04.03.2009, 12:37 UhrAnonymer Benutzer: Helmut

    90 Prozent der banken verwalten Darlehen von Leuten, die nicht mehr bezahlen können. Es ist das Produkt des gierigen Provitstrebens, jedes Jahr 10 Prozent mehr als im Vorjahr verdienen zu wollen. Das Geld wurde bürgern von allen Fronten aus der Tasche "gesaugt", bis aus den aufgenommenen Krediten, reichhaltig gespickt mit provisionsfetten bausparverträgen, Kapitallebensversicherungen und Fondssparmodellen, eben faule Kredite wurden. Die Autowirtschaft frisierte ihr Angebot mit Zinsen zum 0, Tarif - Eben alles auf Pump - weil dieses Wachstum der Großen auch nicht anders möglich war.
    Nun sind die Kleinen am Ende, und damit das Spiel von vorne losgehen kann, gibt der Staat den banken und anderen wieder Geld.
    Warum gibt er es nicht den kleinen Leuten? Warum gibt er es den Großen, damit die es wieder an die Kleinen verleihen können, um sie erneut zu schröpfen. Wo soll das hinführen? Was denken unsere Politiker? Steinbrück, das haut nicht hin! Was ist der Unterschied, ob nun die banken wie jeder bürger auch, versuchen über ihre Schulden Herr zu werden oder ob der Staat uns alle so tief reinreitet, daß ganz viele um ihr Lebenswerk gebracht werden. Hilft man nicht eher dem Letzteren? Übrigens haben hochkarätige Manager vor 40 Jahren 100.000 DM verdient, ein Arbeiter 10.000 DM. Heute sind es mindestens 3.000.000 EURO zu vielleicht 30.000 EURO, die 10.000.000 Millionen armen Schweine, die für zwischen 3 und 8 EURO Stundenlohn arbeiten, will ich hier nicht einbeziehen.
    Hier nun mein Urteil über Herrn Steinbrück, Frau Merkel und Co.:
    Da ich ihnen keinen bösen Willen unterstelle, glaube ich, daß Sie einfach nur dumm sind und sich deshalb von Wirtschaft und banken beraten lassen müssen.

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