Bankenkrise: Staatliche Rettung mit Gewinn?

Bankenkrise: Staatliche Rettung mit Gewinn?

von Cornelius Welp

Immer mehr Banker behaupten, die Rettung der Banken sei ein gutes Geschäft für den Staat – eine gewagte These.

Optimismus und Selbstbewusstsein sind zurück in der Finanzwelt. Fragt man führende Banker nach dem Ausgang der Bankenrettung, lautet die überwiegende Einschätzung: Der Staat wird am Ende gut daran verdienen. Die Bilanz des Bankenrettungsfonds Soffin ist bisher positiv. Mit gut einer halben Milliarde Euro ist er im Plus – und die Einnahmen sprudeln weiter. Verdient hat er vor allem an den Gebühren für die von ihm gewährten Staatsgarantien im Umfang von zuletzt 130 Milliarden Euro. Allein die Hypo Real Estate (HRE) erhielt Garantien über fast 100 Milliarden Euro. Auch ein Teil der Staatsbeteiligung an der Commerzbank entpuppt sich als gutes Investment. Der Bund hatte sich über den Soffin für 1,8 Milliarden Euro 25 Prozent der Bank gesichert. Zum aktuellen Kurs ist das Aktienpaket rund 600 Millionen Euro mehr wert als beim Einstieg.

Riskante Investition

Doch die Gewinne lassen allzu schnell die Risiken vergessen, die der deutsche Staat eingeht. Der Soffin hat zur Stütze der Commerzbank auch eine stille Einlage von 16,4 Milliarden Euro zugeschossen. Dafür muss die Bank jährlich neun Prozent Zinsen zahlen — doch nur, wenn sie Gewinn macht. Und das wird frühestens 2010 der Fall sein. Selbst wenn die Bank ihr Allzeit-Rekordergebnis von 2007 knackt, reicht der Gewinn gerade so zur Zinszahlung. Noch riskanter ist die Investition in die HRE. Bisher hat der Staat mehr als drei Milliarden Euro direkt in die inzwischen komplett verstaatlichte Bank gesteckt. Vorstandschef Axel Wieandt rechnet mit einem zusätzlichen Kapitalbedarf von bis zu sieben Milliarden Euro. Ob das Geld je zurückgezahlt wird, bezweifelt selbst er. Das hängt davon ab, ob und zu welchem Preis der Staat die HRE eines Tages verkaufen kann.

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Dann sind da noch Milliardenverluste bei der Staatsbank KfW, die mancher Banker wohl vergessen hat. Mehr als acht Milliarden Euro hat die KfW in die Mittelstandsbank IKB gepumpt, um sie später für 120 Millionen Euro an den Finanzinvestor Lone Star zu verkaufen. Zur großen Belastung für einige Bundesländer kann auch noch die Rettung ihrer Landesbanken werden.

Bayern etwa hat seine Landesbank mit zehn Milliarden Euro vor dem Aus bewahrt. Nun muss sie wohl ihre österreichische Tochter Hypo Group Alpe Adria (HGAA) erneut stützen. Mehr als eine Milliarde Euro hat sie bereits an diese überwiesen. Ob sie das Geld wiedersieht, ist ungewiss. Einen attraktiven Verkaufspreis für die HGAA dürfte sie auf absehbare Zeit nicht erzielen. Bei der HSH Nordbank müssen, sobald eine bestimmte Verlustgröße überschritten wird, die Länder Schleswig- Holstein und Hamburg einstehen. Wenn die Landesbanken verkauft werden sollten, wird das nur möglich sein, wenn der Staat einen großen Teil der Risiken übernimmt. Die Rechnung landet dann beim Steuerzahler. Ein gutes Geschäft sieht anders aus.

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