Barbara Hendricks: Familienzuschuss beim Wohnungskauf gefordert

Barbara Hendricks: Familienzuschuss beim Wohnungskauf gefordert

, aktualisiert 04. November 2016, 14:54 Uhr
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Über das Förderprogramm der Bundesministerin soll in diesem Monat entschieden werden.

Quelle:Handelsblatt Online

Bundesbauministerin Hendricks will Familien mit einem neuen Förderprogramm beim Kauf von Immobilien unterstützen. Das Programm sieht Förderungen bis 20.000 Euro vor. Aus der Wirtschaft wird allerdings Kritik laut.

BerlinBundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) will den Kauf von Wohnimmobilien für Familien mit einem neuen staatlichen Förderprogramm erleichtern. „Zur Förderung von Eigentum in besonders nachgefragten Regionen wollen wir gezielt Familien mit Eigenkapitalzuschüssen unterstützen“, sagte Hendricks den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ (Freitagausgabe). „Die Unterstützung soll zwischen mindestens 8000 und rund 20.000 Euro liegen, je nach Kinderzahl“, kündigte Hendricks an, ohne weitere Details zu nennen. Das Förderprogramm, über das noch im November entschieden werden soll, soll 2017 beginnen.

In der Wirtschaft kommt das Vorhaben nicht gut an. „Gut gemeint, aber neue Fördertöpfe werden das Problem zu hoher Baukosten und der erschwerten Kreditaufnahme für Familien nicht nachhaltig lösen“, erklärte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zufolge sind die Kaufnebenkosten in Deutschland doppelt so hoch wie in den Niederlande und sogar viermal so hoch wie in Großbritannien. „Für Familien oft unbezahlbar – auch, weil die Kaufnebenkosten nicht durch Kredite finanziert werden können“, sagte IW-Ökonom Michael Voigtländer. Die Politik sollte sich an diesen Ländern ein Beispiel nehmen und beispielsweise die Grunderwerbsteuer senken oder den Notar-Markt deregulieren.

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Unterstützt werden Hendricks Pläne dagegen vom Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA). „Die Eigenheimförderung ist eines von vielen probaten Mitteln, um den Zugang zu Wohneigentum zu ermöglichen“, sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner. „Diese kann insbesondere jüngere Käufer darin unterstützen, für die private Altersvorsorge Eigentum zu bilden.“

Hendricks befindet sich im Gespräch mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) über ihre Pläne. Der Zuschuss müsse nicht zurückgezahlt werden. Die Union hatte sich zuletzt offen gezeigt. Fraktionschef Volker Kauder brachte ein Baukindergeld als zusätzliche Jahreszahlung für junge Familien ins Spiel.

Mit dem Förderprogramm reagiert Hendricks auf die Schieflage am Immobilienmarkt. „Selbst Familien mit mittleren Einkommen können sich in größeren Städten heute kein Eigentum leisten, weil die Grundstücke zu teuer sind“, sagte sie. „In besonders nachgefragten Lagen müssen wir deshalb auch besondere Maßnahmen ergreifen.“ Das Programm könnte über mehrere Jahre laufen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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