Bargeld: Schafft die kleinen Cent-Münzen ab!

KommentarBargeld: Schafft die kleinen Cent-Münzen ab!

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Cent-Münzen: Die Herstellungskosten sind höher als der Wert.

von Bert Losse

Ein- und Zwei-Cent-Münzen braucht niemand. Sie werden sinnlos gehortet, verstopfen das Portemonnaie und verursachen hohe Kosten. Andere Staaten zeigen: Es geht auch ohne Kleinstgeld.

Heute morgen wog mein Portemonnaie gefühlte zwei Kilo und drückte in der Hosentasche. Es war prall gefüllt; leider nicht mit vielen Scheinen, sondern mit Centstücken, die mir Verkäuferinnen bei Netto und Rewe und der Kioskverkäufer meines Vertrauens bei meinen jüngsten Einkäufen in die Hand gedrückt hatten. Ich kippte das Metall genervt auf den Schreibtisch und fragte mich: Warum gibt es dieses Zeug eigentlich noch? Angeblich sollen die Deutschen mittlerweile 30.000 Tonnen an Kleinstmünzen mit sich herum tragen, in Schubladen lagern oder in Gurkengläsern sammeln, das entspricht in etwa dem Gewicht von 15.000 Nashörnern.

Zu D-Mark-Zeiten gab es den "Glückspfennig" und den schönen Brauch, diesen zu verschenken. Aber ich habe noch nie gehört, dass jemand einen "Glücks-Cent" verschenkt. Ich benutze zwar bisweilen den wunderbaren Spruch von Grete Schickedanz "Der Pfennig ist die Seele der Milliarde", um meinen Söhnen den Wert des Sparens nahe zu bringen. Aber ehrlich gesagt: Für die Spardose sind Centstücke völlig unbrauchbar. Manche Banken lehnen größere Kleingeldeinzahlungen in bar mittlerweile ab.

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Wohin mit dem Kleingeld?

Also lieber ausgeben? Für zwei Cent kriegt man am Büdchen noch nicht mal mehr einen Weingummi-Schlumpf. Parkuhren und Ticketautomaten nehmen die kleinen Eisenstücke im Kupfermantel nicht an. Wer im Laden etwas mit Ein- und Zwei-Cent-Stücken bezahlen will, das teurer ist als 50 Cent, erntet wütende Blicke des Einzelhändlers oder darf sein Geld gleich behalten: Eine EU-Verordnung legt fest, dass ein Händler maximal 50 Einzelmünzen von einem Kunden annehmen muss. Da kann es bereits schwierig werden, ein Wassereis mit Ein-und Zwei-Centstücken zu bezahlen.

Wo die Deutschen gerne mit dem Smartphone zahlen würden

  • An Tankstellen

    33 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um an Tankstellen zu bezahlen.

  • Im Öffentlichen Personennahverkehr

    33 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um im Öffentlichen Personennahverkehr zu bezahlen.

  • In Supermärkten und Drogerien

    30 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um in Supermärkten und Drogerien zu bezahlen.

  • In lokalen Geschäften

    29 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um in lokalen Geschäften wie Elektronik- oder Modehändlern zu bezahlen.

  • In der Gastronomie

    29 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um in der Gastronomie zu bezahlen.

  • In Online-Shops

    27 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um in Online-Shops zu bezahlen.

  • Im Taxi

    25 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um im Taxi zu bezahlen.

  • Bei Rechnungszahlungen

    23 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne für Rechnungszahlungen nutzen.

  • An Kiosken

    15 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um an Kiosken zu bezahlen.

  • Methodik

    Auswahl der Interviews: 1002 Interviews in Deutschland

    Grundgesamtheit: Personen in Privathaushalten in Deutschland ab 14 Jahren

    Erhebungsmethode: Befragungen durchgeführt als Telefoninterviews

    Herausgeber: Yapital Financial AG

Sehen wir uns die ökonomischen Fakten an: Nach Angaben der Europäischen Zentralbank kursieren in Europa über 29 Milliarden Ein-Cent-Münzen und fast 23 Milliarden Zwei-Cent-Stücke. Die Staaten (und damit die Steuerzahler) kommt dies teuer, denn die Produktions- und Transportkosten der Münzen übersteigen deren Wert deutlich. Ein- und Zwei-Cent-Münzen seien "ein erhebliches Verlustgeschäft für das Euro-Währungsgebiet", mahnte die EU-Kommission schon im Mai 2013. Laut Brüssel ist der Euro-Zone kleingeldbedingt allein bis 2013 ein Verlust von 1,4 Milliarden Euro entstanden.

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3 Kommentare zu Bargeld: Schafft die kleinen Cent-Münzen ab!

  • wehret den Anfängen! Finger weg vom Bargeldsystem.
    Solange Geld für Schwachsinn und Politikerpensionen vorhanden ist, solange
    bleiben die kleinen Münzen unantastbar!
    Die polittreue, gleich geschaltete Wirtschaftspresse in Deutschland sollte
    sich lieber um das Wohl ihrer Zuhälter kümmern!

  • 1,4 Mrd. € in 12 Jahren sind gerade mal 117 Mio. € im Jahr. Oder pro Bürger der Eurozone etwa 35 Cent. Eine Riesensumme, wenn man bedenkt, dass wir gerade mal wieder 86 Mrd. € verschleudern, wie hoch die Mehrkosten eines BER oder einer Elbphilharmonie sind. Wenn schon, dann sollte man ganz auf Geld, nicht nur auf Kleingeld oer überhaupt Bargeld sondern auch Buchgeld, verzichten. Die Mensch ist schließlich hunderttausende von Jahren ohne ausgekommen. Wir sparen die Münzprägung, das Gelddrucken, die Buchführung einschließlich Steuerberater und Finanzamt, brauchen keinen Finanzminister und die Eurostaaten, insbesondere Griechenland hätten keine Schuldenprobleme. Schöne heile Welt.

  • Lieber Herr Losse,
    ein kleiner Tip: Kleingeld bei nächster Gelegenheit sofort wieder ausgeben und nicht horten. Die Verkäufer werden es Ihnen danken. Ich habe noch nie erlebt, dass Kleingeld abgelehnt wurde.

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