Bauboom in Deutschland: Voll aufs Eigenkapital

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Bauboom in Deutschland: Geplante Finanzspritzen treiben Immobilienpreise

Voll aufs Eigenkapital

Gut zehn Jahre nach Ende der Eigenheimzulage ist damit offenbar die Zeit für eine Wiederauflage der privaten Wohnungsbauförderung gekommen. Dabei gab es damals gute Gründe, die teure Subvention zu beenden: Die Baubranche preiste die Zuschüsse gleich mit ein, was Immobilien verteuerte.

Nun aber ist das politische Bedürfnis nach Wahlkampf-Argumenten größer als die ökonomischen Bedenken. Zumal die Befürworter mit dem Umstand argumentieren, dass Deutschland immer noch Mieterland ist. „Bei uns sterben jedes Jahr so viele Eigentümer, wie neue Immobilienbesitzer dazukommen“, weiß Matthias Günther vom Pestel-Institut, das erforscht, wie gebaut und gewohnt wird. Die Folge: 44 Prozent der Menschen wohnen im Eigenheim – dieser Anteil stagniert seit Jahren. Obwohl Immobilienbesitzer statistisch gesehen die höheren Vermögen aufweisen und im Alter mietfrei wohnen können.

Das neue Werben um kaufwillige Familien trägt aber paradoxe Züge. Denn der Staat selbst hat die Kosten in die Höhe getrieben, die er nun wieder abmildern will. Ausgerechnet Hendricks, auch zuständig für den Umweltschutz, sorgt mit der jüngsten Energieeinsparverordnung Enev 16 dafür, dass Bauen um bis zu neun Prozent teurer werden könnte. Und bei der Klimakonferenz in Marrakesch sagte sie weitere CO2-Einsparungen zu, die mit besser isolierten Häusern erreicht werden müssen.

„Das konterkariert die Bemühungen, bezahlbares Wohnen für alle Bevölkerungsschichten in ganz Deutschland zu sichern“, schrieben daraufhin acht Verbände der Immobilienwirtschaft an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Hendricks.

Quellen: Immobilienscout, Interhyp, eigene Berechnung
*Die Werte beziehen sich auf eine 80qm Wohnung und auf die lokalen Kaufpreise inklusive Grunderwerbsteuer wie vor Ort fällig.

Ein weiteres von der Politik verschuldetes Problem ist die Grunderwerbsteuer, die einige Bundesländer auf 6,5 Prozent hochgetrieben haben. Für viele Bauwillige entspricht das einem Drittel ihres Eigenkapitals. „Die Politik kann nicht auf eine neue Eigenheimförderung setzen und dies durch eine Erhöhung der Grunderwerbsteuer gleich zunichte machen“, kritisiert Andreas Mattner vom Zentralen Immobilien-Ausschuss.

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Unionsfraktionsvize Nüßlein fordert Hendricks deshalb auf, mit den Ländern über eine geringere Grunderwerbsteuer oder wenigstens Freibeträge zu verhandeln. Außerdem solle die lineare Abschreibung (AfA) für Immobilien von derzeit zwei Prozent auf drei Prozent steigen. „Das wäre auch angesichts des tatsächlichen Verschleißes bei Wohnungen angemessen.“

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