Damit liegt die Entscheidung nun bei der Kommission, die vermutlich die Zulassung erteilen wird. Bislang konnte gentechnisch veränderter Raps nur in verarbeiteter Form, also etwa als Rapsöl oder -mehl, in die EU eingeführt worden. Bei den Rapssamen handelt sich um die Sorten Ms8, Rf3 und Ms8xRf3 der Firma Bayer, die schon seit einigen Jahren in Nordamerika angebaut werden. Ein Anbau in der EU ist nach Angaben von Bayer allerdings nicht geplant, der Zulassungsantrag beschränkt sich auf Einfuhr und Verarbeitung der Samen. Aus den Körnern könnten demnach dann auch in der EU Produkte hergestellt werden, die hier bereits seit längerem vertrieben werden: Rapsmehl für Tierfutter und Rapsöl für Lebensmittel. Die Grünen im Europaparlament äußerten dennoch Bedenken gegen eine Einfuhrerlaubnis. Es bestehe die Gefahr, dass die Samen etwa beim Verladen doch in die freie Natur gelangten und dort aufkeimten, erklärte der Grünen-Abgeordnete Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf. Darüber hinaus sei es ein Problem, „die kleinen Rapskörner, die sich aus den Ritzen und Nischen von Lagern und Verarbeitungsmaschinen selten vollständig entfernen lassen, sauber von der gentechnikfreien Ware zu trennen“. Eine Sprecherin der Firma Bayer wies diese Bedenken zurück. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA sei schon vor einem Jahr zu dem Schluss gekommen, „dass ausreichende Vorkehrungen für solche Fälle existieren“, sagte Firmensprecherin Annette Josten.
Bayer-Produkt: Weg für Zulassung gentechnisch veränderter Rapssamen in die EU frei
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