Bemessungsgrenzen werden erhöht: Sozialabgaben für Gutverdiener steigen

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Bemessungsgrenzen werden erhöht: Sozialabgaben für Gutverdiener steigen

Gut verdienende Arbeitnehmer müssen ab 2016 mit höheren Sozialabgaben rechnen. Die Bemessungsgrenzen, bis zu denen Sozialbeiträge fällig werden, erhöhen sich. Nun muss noch der Bundesrat zustimmen.

Auf gut verdienende Arbeitnehmer kommen zum Jahreswechsel höhere Sozialabgaben zu. Wegen gestiegener Löhne und Gehälter erhöhen sich die Bemessungsgrenzen, bis zu denen Sozialbeiträge fällig werden. Ein entsprechender vom Bundessozialministerium veröffentlichter Referentenentwurf soll an diesem Mittwoch das Bundeskabinett passieren, sagte ein Ministeriumssprecher und bestätigte damit einen Bericht der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag).

Wie Staat und Sozialversicherung bei Ehepaaren zulangen (Alleinverdiener, 2 Kinder, Dresden)

  • Bruttogehalt

    Jan 14Jan 15
    Bruttogehalt2,10%
    mit Arbeitgeberbeiträgen5.050,045.157,59
    ohne Arbeitgeberbeiträge4.266,004.356,00
    zur Sozialversicherung

    Alle Angaben in Euro

  • Direkte Abzüge

    Jan 14Jan 15
    Direkte Abzüge
    Lohnsteuer (Klasse 3/2)-504,16-520,16
    Solidaritätszuschlag-7,66-10,5
    Kirchensteuer (konfessionslos)--
    Kindergeld368368
    Rentenversicherung¹-403,14-407,29
    Arbeitslosenversicherung¹-63,99-65,34
    Krankenversicherung¹-332,1-338,25
    Pflegeversicherung²-61,76-69,09

    ¹Arbeitnehmeranteil; ²Arbeitnehmeranteil in Sachsen1,525/ 1,675 Prozent (Arbeitsgeberanteil 0,525/ 0,675 Prozent)

  • Abzüge gesamt

    Jan 14Jan 15
    Abzüge insgesamt1.004,811.042,63
    in Prozent vom Bruttogehalt23,623,9

  • Nettogehalt

    Jan 14Jan 15
    Nettogehalt3.261,193.313,37

  • Spezielle Verbrauchsteuern

    Jan 14Jan 15
    Spezielle Verbrauchsteuern  auf
    Mineralöl (150 Liter Benzin)98,1898,18
    Zigaretten (20 pro Tag)96,699,08
    Heizöl (200 Liter)12,2712,27
    Strom (400 Kilowattstunden)8,28,2
    EEG-Umlage auf Strom24,9624,68
    Haushaltsabgabe Rundfunk17,9817,98

  • Mehrwertsteuer auf Konsum

    Jan 14Jan 15
    Mehrwertsteuer  auf Konsum
    19 Prozent (von 47 Prozent des Nettoeinkommens)244,73248,64
    7 Prozent (von 12 Prozent des  Nettoeinkommens)25,626,01

  • Kfz-Steuer

    Jan 14Jan 15
    Kfz-Steuer  (Ford Focus)99

  • Versicherungssteuer

    Jan 14Jan 15
    Versicherungsteuer³15,215,2

    ² gängiger Versicherungsmix

  • Kommunale Steuern und Gebühren

    Jan 14Jan 15
    Kommunale Steuern und  Gebühren
    Grundsteuer (auf die Miete  umgelegt, Wohnung 95 m2)22,6222,62
    Hundesteuer99
    Wasser (10 m³, inkl. Zähler )29,5929,59
    Abwassergebühr (10 m³)17,618,1
    Müllabfuhr (120 l)/Biotonne32,6332,63

  • Gesamtbelastung mit direkten und indirekten Abgaben

    Jan 14Jan 15
    Gesamtbelastung mit direkten und indirekten Abgaben⁴2.453,012.515,41
    in Prozent vom Bruttogehalt⁴48,648,8
    ⁴inklusive Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung

    Für 2015 wurde für alle Haushalte eine Lohnerhöhung von 2,1 Prozent unterstellt.

    Quelle: Stern/BdSt

Demnach steigt die Grenze bei der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung von derzeit 4125 Euro auf dann 4237,50 Euro im Monat. Bei der gesetzlichen Rentenversicherung und der Arbeitslosenversicherung soll sie im Westen von 6050 auf 6200 Euro angehoben werden, im Osten von 5200 auf 5400 Euro.

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Betroffen sind von der geplanten Anhebung nur Arbeitnehmer, deren Gehalt über den bisherigen Grenzbeträgen liegt. Steigt etwa die Bemessungsgrenze für die Rentenbeiträge im Westen um die vorgesehenen 150 Euro im Monat, werden einem Versicherten mit 6200 Euro brutto und seinem Arbeitgeber für die Rente jeweils etwa 14 Euro im Monat mehr abgezogen. Der Rentenbeitragssatz liegt bei 18,7 Prozent.

Wie Staat und Sozialversicherung bei Singles (Göttingen) zulangen

  • Bruttogehalt

    Jan 14Jan 15
    Bruttogehalt2,10%
    mit Arbeitgeberbeiträgen6.843,276.987,29
    ohne Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung5.864,005.988,00

    Alle Angaben in Euro

  • Direkte Abzüge

    Jan 14Jan 15
    Direkte Abzüge
    Lohnsteuer (Klasse 1)-1.453,58-1.489,41
    Solidaritätszuschlag-79,95-81,92
    Kirchensteuer (9 Prozent)-130,82-134,05
    Rentenversicherung¹-554,15-559,88
    Arbeitslosenversicherung¹-87,96-89,82
    Krankenversicherung¹-332,1-338,25
    Pflegeversicherung¹-51,64-58,78

    ¹Arbeitnehmeranteil

  • Abzüge gesamt

    Jan 14Jan 15
    Abzüge insgesamt2.690,192.752,10
    in Prozent vom Bruttogehalt45,946

  • Nettogehalt

    Jan 14Jan 15
    Nettogehalt3.173,813.235,90

  • Spezielle Verbrauchsteuern

    Jan 14Jan 15
    Spezielle Verbrauchsteuern  auf
    Mineralöl (200 Liter Benzin)130,9130,9
    Zigaretten (20 pro Tag)96,699,08
    Heizöl (150 Liter)9,29,2
    Strom (150 Kilowattstunden)3,083,08
    EEG-Umlage auf Strom9,369,26
    Haushaltsabgabe Rundfunk17,9817,98

  • Mehrwertsteuer auf Konsum

    Jan 14Jan 15
    Mehrwertsteuer  auf Konsum
    19 Prozent (von 47 Prozent des  Nettoeinkommens)238,17242,83
    7 Prozent (von 6 Prozent des Nettoeinkommens)12,4612,7

  • Kfz-Steuer

    Jan 14Jan 15
    Kfz-Steuer  (BMW)11,2511,25

  • Versicherungssteuer

    Jan 14Jan 15
    Versicherungsteuer²9,59,5

    ² gängiger Versicherungsmix

  • Kommunale Steuern und Gebühren

    Jan 14Jan 15
    Kommunale Steuern und  Gebühren
    Grundsteuer (auf die Miete  umgelegt, Wohnung 70 m²) 20,6520,65
    Hundesteuer--
    Wasser (5 m³, inkl. Zähler)13,1613,16
    Abwassergebühr (5 m³)11,711,7
    Müll (120 l, 14-tägig)/Biotonne18,9818,98

  • Gesamtbelastung mit direkten und indirekten Abgaben

    Jan 14Jan 15
    Gesamtbelastung mit direkten und indirekten Abgaben³4.272,464.361,67
    in Prozent vom Bruttogehalt³62,462,4
    ³ inklusive Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung.

    Für 2015 wurde für alle Haushalte eine Lohnerhöhung von 2,1 Prozent unterstellt.

    Quelle: Stern/BdSt

Die Bemessungsgrenzen werden angehoben, damit die Sozialkassen an steigenden Einkommen beteiligt werden. Bei fixen Bemessungsgrenzen würden die Sozialbeiträge bei steigenden Einkommen von Gutverdienern sonst stagnieren - anteilig lägen die Lasten also verstärkt bei den Normalverdienern.

Für das Gehalt über diese Bemessungsgrenze hinaus werden keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung fällig.

weitere Links

Die Grenzen werden Jahr für Jahr automatisch auf der Grundlage gesetzlicher Bestimmungen festgelegt: Die Anhebungen folgen der durchschnittlichen Entwicklung der Einkommen. Die Regierung hat keinen Ermessens- oder Entscheidungsspielraum.

Auch die Obergrenze für die Versicherungspflicht soll steigen, von 54.900 auf 56.250 Euro Jahreseinkommen. Nach dem Beschluss des Kabinetts muss der Bundesrat der Verordnung noch zustimmen.

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