Benzin-Gipfel: Regierung will Biosprit E10 nicht stoppen

Benzin-Gipfel: Regierung will Biosprit E10 nicht stoppen

Bild vergrößern

"Verträgt ihr Pkw Super E10?" auf einer Zapfpistole einer Tankstelle

von Max Haerder

Trotz Kundenboykott und zweifelhaftem ökologischem Nutzen wollen Bundesregierung, Ölmultis und Autokonzerne am neuen E10-Benzin festhalten. Geplant sind intensivere Aufklärung und Garantien der Hersteller. Worauf sich die Autofahrer jetzt noch einstellen müssen, wenn sie zum Tanken fahren.

Es war eine Abstimmung mit vier Rädern und der Zapfpistole: In Scharen verweigerten sich in den vergangenen Wochen misstrauische Autofahrer dem neuen Kraftstoff E10, dem ein Zehntel Ethanol aus Getreide und Zuckerrüben beigemischt wird. Nur rund 30 bis 40 Prozent der Autofahrer griffen trotz bis zu acht Cent Einführungsnachlass zum neuen Superbenzin, obwohl es nach den Plänen der Mineralölwirtschaft die große Mehrheit tun sollte. Die wurde panisch, als die Lager mit dem neuen Biosprit überzulaufen drohten, die Bundesregierung sah ihre Emissionsziele gefährdet.

Heute also der Versuch des Befreiungsschlages. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hatte zum Spitzengespräch, vulgo: Benzin-Gipfel, geladen. Und die Benzinwirtschaft, Autohersteller und Verbände folgten. Die Botschaft liest sich wie folgt: E10 werde bleiben, aber es müsse endlich richtig erklärt und beworben werden. Man wolle „die Einführung von E10 weiterhin unterstützen, da E10 einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz“ leiste, heißt es in der heute veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.

Anzeige

Die späte Aufklärung

Um die große Skepsis bei den Autofahrern nachhaltig zu zerstreuen, ist eine Reihe von Maßnahmen geplant:

An Tankstellen sollen, so die Erklärung, „unverzüglich“ und flächendeckend Verträglichkeitslisten der Deutschen Automobiltreuhand (DAT) (http://www.dat.de) ausliegen.Die Hersteller „erklären, dass die Aussagen in der Verträglichkeitsliste zu E10 verbindlich sind“.Auch Händler, Werkstätten und die Automobilverbände sollen ihre Aufklärungs- und Informationsangebote ausweiten; ein Internetportal wird geprüft.

Es habe eine „breite Verunsicherung“ gegeben, sagte Brüderle. Der hatte mit seiner zupackenden Gipfeleinladung das verzagte Krisenmanagement des (eigentlich zuständigen) Umweltministers Norbert Röttgen (CDU) erst offenbar gemacht hatte. Röttgen hält aber trotz zahlreicher Bedenken zur tatsächlichen Umweltverträglichkeit des Biosprits an der Umsetzung fest: „Es ist keine Lösung, in der Abhängigkeit von Öl zu verharren“, sagte er. Gleichzeitig wies er Schuldzuweisungen wegen eines politischen Einführungszwangs zurück: „Das ist kein Staatsbenzin.“

Unklarheiten hatte es auch um mögliche Gefahren für Motoren und Leitungen gegeben. Die Autohersteller mussten nun ebenfalls offen Flagge zeigen: Die Aussagen der DAT-Listen „sind rechtsverbindlich“, bekräftigte Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Laut VDA vertragen 99 Prozent der Autos deutscher Hersteller E10.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%