Berlin intern: Bürgernähe aus der Ferne

KommentarBerlin intern: Bürgernähe aus der Ferne

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Die Politik macht medial mobil.

von Henning Krumrey

Geschockt vom Erfolg der Piraten, rufen die etablierten Parteien die mediale Mobilmachung aus. Ganz vorn mit dabei: die Bundesregierung.

Wer mag, kann sich die Kanzlerin nach Hause einladen. Angela Merkel lächelt freundlich, spricht über dieses oder jenes und verabschiedet sich dann wieder. Sie schaut aber gern öfters vorbei, hat auch immer wieder ein neues Thema, das sie den Gastgebern daheim nahebringt.

Seit Juni 2006 schon verbreitet das Bundespresseamt den Video-Podcast der Kanzlerin, den sich jeder übers Internet in die heimische Stube holen kann. Seit Kurzem leistet sich die Bundesregierung sogar einen eigenen YouTube-Kanal. Der Regierungssprecher verbreitet seine Infos via Twitter.

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Die Politik macht medial mobil. Geschockt vom Siegeszug der Piratenpartei, verunsichert vom Bürgerprotest gegen Banken oder das beinah entgleiste Bahnprojekt Stuttgart 21, schleichen sich Regierung und Parteien an Netzgemeinde und Follower heran. Unions-Politiker lösten Stürme im Netz aus: Der CSU-Mann Hans-Peter Uhl verteidigte den Staatstrojaner und stritt vehement für Internet-Sperren und die Speicherung von Kommunikationsdaten. Dagegen mutierte der parlamentarische Geschäftsführer Peter Altmaier (CDU) binnen Tagen zum hyperaktiven Twitterer.

Die Kanzlerin im Interview auf Youtube

Auf YouTube können die Bürger nun sogar ein Kanzlerinnen-Interview planen. Sie stellen schriftlich oder gar per hochgeladenem Video Fragen und können die Fragen anderer bewerten. Die zehn beliebtesten will Merkel dann – ausschließlich auf diesem Kanal – beantworten.

Selbst Ex-Fußballnationalspieler Manfred Kaltz hat vom heimischen Sofa aus, einige Bälle auf der Couchlehne im Hintergrund drapiert, schon seinen Gesprächswunsch per Video hinterlassen und möchte wissen, warum Malstifte, Schulessen und Windeln nicht bloß mit sieben Prozent Mehrwertsteuer belegt werden. Fast Tausend Themen sind bereits im Rennen. Derzeit auf Platz 1: Warum entscheiden die Politiker selbst über ihre Diäten, nicht ihr Arbeitgeber, das Volk? Bis zum 7. November können die Bürger fragen, ab dem 18. kommen die Antworten.

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