Berlin Intern: Das grüne Emotions-Maskottchen Claudia Roth

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kolumneBerlin Intern: Das grüne Emotions-Maskottchen Claudia Roth

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Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth spricht beim Bundesdelegiertenkonferenz in Hannover.

Kolumne von Henning Krumrey

Claudia Roth ist mit 88,49 Prozent wieder zur Parteivorsitzenden gewählt worden - neun Prozent mehr als letztes Mal. Dass sie bei der Grünen-Kandidatenkür hingegen abstürzte war kein Betriebsunfall, sondern kluges Kalkül der Basis.

Als es wirklich ernst wurde für Claudia Roth, ging es ohne Tränen. Während sich SPD-Frau Heide Simonis einst nach der gescheiterten Wiederwahl als Ministerpräsidentin und ihrem verzweifelten „Und was wird aus mir“ schmollend zurückzog, erkannte die Grünen-Vorsitzende: „Es geht in erster Linie nicht um mich, sondern um etwas Wichtigeres: die Ablösung von Schwarz-Gelb“ – und macht einfach weiter.

Das klingt nach jener Amtsbesessenheit, die die ehemals alternative Partei bei den Altvorderen früher so gern geißelte. Und doch hat die Frontfrau der Ökobewegung recht: Es ist ein Unterschied, ob die Position der Parteiführung zu besetzen ist oder die – erhofften – Wählermagneten zu küren sind. Ein Unternehmen, das seine neuen Produkte vermarkten will, nimmt als Werbefigur auch nicht den kauzigen Entwicklungsingenieur, sondern engagiert gefällige Verkäufer.

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Die Basis der Grünen, das ergeben immer wieder die soziologischen Untersuchungen der Wahl- und Parteienforscher, ist nicht doof, sondern überdurchschnittlich gebildet. Und deshalb ist es auch keine Überraschung, dass Claudia Roth bei der Kür der Spitzenkandidaten weit hinten landete.

Parteitag Die Grünen sehen schwarz

Auf ihrem Parteitag schließt die Ökopartei ein Bündnis mit der Union auf Bundesebene aus. Dennoch bereiten sich führende Grüne darauf vor, dass es vielleicht genau zu einer solchen „bürgerlichen“ Koalition kommt.

Die Bundesvorsitzende Claudia Roth auf der Bühne des 34. Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen in der Eilenriedehalle in Hannover. Quelle: dpa

Denn das Ergebnis der Kandidaten-Urwahl hat den Grünen genau jene Mischung beschert, die jeder Polit-Stratege der Partei empfohlen hätte: Da ist zum einen der Ex-Kommunist Jürgen Trittin, der taktisch stärkste und wortgewaltigste Grüne; an ihm führte kein Weg vorbei. Und zum anderen, als totales Kontrastprogramm, die Ost-Grüne Katrin Göring-Eckart: Tochter eines Tanzlehrers, engagierte Christin, Präses der Evangelischen Synode, Mitgründerin der DDR-Bürgerbewegung „Demokratischer Aufbruch“ – und damit sozialistischer Ideen zunächst unverdächtig.

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