Berlin intern: Die Helden der Grundsätze

kolumneBerlin intern: Die Helden der Grundsätze

Kolumne

Es gibt sie noch: Die Politiker, bei denen Prinzipien und Inhalte im Vordergrund stehen – und nicht der vorweggenommene Kompromiss und das Taktieren zum Machterhalt.

In Politik und Wirtschaft werden sie immer weniger: Persönlichkeiten, die nicht alles einem hemmungslosen Regierungs-Pragmatismus unterwerfen und wenigstens versuchen prinzipientreu zu bleiben. Das ist in einem Land, in dem das Rückgrat nicht erfunden wurde, selten einfach. Aber an dieser Stelle sollen die Helden der Grundsätze einmal erwähnt werden:

Eckart von Klaeden: Während andere im israelisch-palästinensischen Streit schnell der anti-jüdischen Propaganda auf den Leim gehen, reiste der außenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an die vorderste Front der Krisenregion, um sich selbst ein Bild zu machen. Auch in Sachen Westbindung Deutschlands ist er wohltuender Mahner in einem Land außenpolitischer Neutralisten.

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Walther Otremba: Obwohl sich der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium nicht nur viele SPD-Minister, sondern inzwischen auch Unions-Politiker mit seinen ordnungspolitischen Handlungsempfehlungen zum Feind macht, lässt er nicht locker. Dass es beim neuen Konjunkturpaket wenigstens den Hauch einer Steuersenkung geben wird, ist auch seiner Hartnäckigkeit zu verdanken.

Michael Fuchs: Er hat vielleicht nicht die Strahlkraft eines Friedrich Merz, aber der Chef der Mittelständler in der Unions-Bundestagsfraktion gehört zu den wenigen, für die das Erbe Ludwig-Erhards nicht nur Worthülse ist, sondern der alles daran setzt, dass die CDU nicht ganz sozialdemokratisiert wird.

Hans-Ulrich Klose: Der sozialdemokratische Außenpolitiker und Freund Amerikas ist so etwas wie das moralische Gewissen einer Partei, die oft nicht mehr zwischen Präsident George W. Bush und den USA unterscheiden kann und inzwischen in Moskau vor Washington den wichtigeren Partner Deutschlands sieht.

Matthias Machnig: Gegenüber den Partei- und Gewerkschaftsapparatschicks, die in der SPD-Führung die Geschicke führen (und die Partei nicht aus ihrem Tal der Tränen holen), sollten Steinmeier, Müntefering und Co. eher auf den unprätentiösen Umweltstaatssekretär und Erfinder der erfolgreichen Wahlkampagne 1998 hören.

Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg: Der CSU-Generalsekretär ist wegen seiner intellektuellen und finanziellen Unabhängigkeit für viele der buckelnden Zwerge in Berlin und München einfach zu sperrig. Man merkt schon jetzt, wie die zu kurz Gekommenen über den aufrechten Franken herfallen.

Jens Weidmann: Der Wirtschaftsberater von Kanzlerin Merkel versucht zu verhindern, dass auch in schwerer See nicht zu viele ordnungspolitische Grundsätze wie Ballast über Bord geworfen werden.

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