Berlin intern: Die letzte Hoffnung der FDP

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kolumneBerlin intern: Die letzte Hoffnung der FDP

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Aussicht oder Perspektive? Die „Truman-Villa“, Sitz der Friedrich-Naumann-Stiftung

Kolumne von Henning Krumrey

Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung soll die Partei retten helfen. Zunächst gibt’s eine neue Führung, danach internen Ärger.

Am Ufer des lieblichen Griebnitzsees am Rande Potsdams ruht eine der letzten Hoffnungen der FDP. Hier ist der Hauptsitz der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Seit dem Sturz aus dem Bundestag blickt die Parteiführung begierig auf die freidemokratische Denk- und Überzeugungsfabrik: Sie müsse helfen, den Wiedereinzug ins Parlament zu schaffen.

Einfach wird das nicht, schon aus rechtlichen Gründen. Den parteinahen Stiftungen ist Wahlwerbung verboten. Vor allem aber: In der Theoriewerkstatt knirscht es, das Verhältnis zur Partei ist schwierig.

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Als Mitarbeiter aus der aufzulösenden Bundestagsfraktion in Potsdam untergebracht werden sollten, stellten sich die intellektuellen Verwandten quer. Noch mehr ärgerte die Parteifunktionäre, dass den Gesinnungsgenossen der Niedergang der FDP am Arbeitsplatz vorbei ging. Erst Bundesschatzmeister Hermann Otto Solms machte in deutlichen Worten klar, dass ein erneutes Scheitern der FDP bei der Bundestagswahl 2017 auch die Freiheitsstiftung beerdigt. Nur die Bildungsprojekte in aller Welt werden dann noch zu Ende geführt.

Einen Angriff auf ihre Finanzen konnten die Naumänner gerade abwehren. Zwar drängte die Friedrich-Ebert-Stiftung, gebeutelt von einer langen Reihe schwacher SPD-Wahlergebnisse, Gelder für „außerparlamentarische“ Häuser zu kürzen, damit mehr für sie bliebe. Doch die Schatzmeister der übrigen Konkurrenten lehnten das ab.

Schwung in den liberalen Laden soll die Neuwahl der Führung bringen. Vorstand und Kuratorium sind bisher gespickt mit Ex-Politikern und Amtsträgern a. D. Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Gerhardt, früher Fraktionsvorsitzender der Liberalen, ist alternativlos. Er möchte den Magdeburger Ökonomieprofessor Karl Heinz Paqué, einst Wirtschaftsminister Sachsen-Anhalts, zum einzigen Stellvertreter küren lassen. Der Ordoliberale denkt scharf und formuliert klar. Auch hat Gerhardt, unterstützt vom Kuratoriumschef Jürgen Morlok und Bundespräsidentennachfahren Ludwig Theodor Heuss, die Ex-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gebeten zu kandidieren.

Damit wird es eng. Denn künftig gibt es insgesamt nur noch fünf Vorstände. Wieder kandidieren wollen die frühere Bauministerin Irmgard Schwaetzer, der Unternehmensberater Axel Hoffmann, der Schatzmeister Manfred Richter sowie der Ex-MdB und spätere Hauptstadt-Repräsentant von Preussag und TUI, Wolf-Dieter Zumpfort. Der frühere FDP-Bundesgeschäftsführer Hans-Jürgen Beerfeltz, zuletzt Staatssekretär im Entwicklungshilfeministerium, lässt seine Chancen sondieren.

Über den Vorstand entscheidet das Kuratorium, selbst dringend reformbedürftig. Spötter nennen es die „Achtziger“. Der 29-köpfige Greis, äh: Kreis, ist überaltert, weil er seine Mitglieder selbst wählt – immer wieder. „Jeder stimmt für den Nachbarn – aus Angst, es könnte einen selbst erwischen“, gesteht ein Mitglied. Künftig ist nur zweimalige Wiederwahl erlaubt, das begrenzt die Amtszeit auf maximal 18 Jahre.

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Hauptaufgabe der neuen Führung wird es sein, das Verhältnis zu den Mitarbeitern zu verbessern. Eine „tiefe Vertrauenskrise“ bescheinigen sich beide Ebenen gegenseitig. Die Abteilungsleiter „machen, was sie wollen“, heißt es von oben. Eine interne Evaluation ergab, dass die Mitarbeiter nicht wissen, was die Führung von ihnen verlange. „Es gibt da keine Strategie.“ Der künftige Geschäftsführer Steffen Saebisch wurde im Kuratorium gefragt: „Sind Sie in der Lage, Führungskräfte zu entlassen?“

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