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Berlin intern: Einstecken kann Christian Wulff

von Henning Krumrey

Nach der Mailbox-Nachricht, dem TV-Interview und neuen Berichten über Christian Wulffs Zeit im Aufsichtsrat von VW ist die Zukunft des Bundespräsidenten ungewisser denn je.

Die Drohung gegen „Bild“-Chef Diekmann hinterließ Spuren Quelle: Werner Schüring Eventpress für Wirtschaftswoche
Die Drohung gegen „Bild“-Chef Diekmann hinterließ Spuren Quelle: Werner Schüring Eventpress für Wirtschaftswoche
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Schlechter als Johannes Rau – so steht der Bundespräsident in der veröffentlichten Meinung da. Auch seinen ebenfalls vorteils-erpichten Vorvorgänger hatten – mit der WestLB-Flugaffäre – Gefälligkeiten der Wirtschaft aus seiner Ministerpräsidentenzeit eingeholt, als er längst im Schloss Bellevue residierte. In Raus Krisenmonaten waren nur 14 Prozent der Berichte in den Fernsehnachrichten, der „Bild“-Zeitung und den großen Magazinen eindeutig negativ; beim derzeitigen Amtsinhaber sind es dagegen 41 Prozent, ermittelte das Medienanalyse-Institut Media Tenor. Mit seiner Affäre machte Christian Wulff allein an den ersten beiden Tagen des neuen Jahres mehr Schlagzeilen als in jedem Monat zwischen Juli und November 2011. Seit der versuchten Einflussnahme auf die „Bild“-Zeitung ist der Anteil klar kritischer Berichte drastisch gestiegen. Positive Stimmen gibt es praktisch nicht mehr.

Ungebührlicher Angriff?

Aber ist es eine Medienkampagne gegen das Staatsoberhaupt, wenn Journalisten nachfragen, ob sich der frühere niedersächsische Landesvater private Vorteile verschafft hat? Ist es eine Hetzjagd, wenn geprüft wird, ob die anfänglichen Behauptungen mit den später offen gelegten Tatsachen übereinstimmen, ob also gelogen wurde? Ist es schließlich ein ungebührlicher Angriff, wenn Redaktionen über die Drangsalierung von Kollegen informieren?

Mit Drohungen und Einschüchterungen hatte das Staatsoberhaupt versucht, die ursprüngliche Berichterstattung der „Bild“-Zeitung zu verhindern. Er warnte – klar hörbar, aber völlig unverständlich – auf der Mailbox des Chefredakteurs Kai Diekmann vor dem „endgültigen Bruch“ zwischen ihm und der „Bild“-Zeitung für den Fall, dass diese „unglaubliche Geschichte“ über die Wulff’sche Hausfinanzierung erscheinen sollte. Wobei sich – rückblickend betrachtet – „unglaublich“ nicht auf den Wahrheitsgehalt bezogen haben muss, sondern im Sinne von „nicht zu fassen“ zu verstehen ist.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.01.2012, 07:16 UhrAnonymer Benutzer: Longinus

    Christlicher Herr Wulff: Achte das achte Gebot: Du sollst kein falsches Zeugnis gebe...
    Forderungen von Rücktritt gegenüber anderen sind für sie selber wohl nicht, nach vielen Entschuldigungen und Selbstamnestie, anzuwenden.
    Sie versprachen alles offenzulegen, sind aber in der Vergangenheit bis heute dem nicht nachgekommen. Nur das zu öffnen, was sie nicht mehr in Abrede stellen können, und alles andere weiter unter dem Teppich zu halten, ist ihre Stärke. Muss jemand, der von Freunden einen Kredit bekommt, diesen mit anonymen Bundesbankscheck transferieren??? Ein normaler Giroverkehr ist eine offene und ehrliche Machart. Da kommen zwangsläufig Zweifel die dann auch von den Medien hinterfragt werden. Es gab auch einen christlichen HK dessen Versprechen zu seinen Spendengebern von ihm höher gewertet wurde als der Amtseid, dem Volke zu dienen und Schaden abzuwenden.

    Ich denke, dass auch Sie Herr CW, durch Ihr Verhalten keinen weiteren Schaden an der Nation im In- und Ausland anrichten sollten.
    MfG. Longinus

  • 08.01.2012, 18:29 UhrAnonymer Benutzer: Joselyn

    Endlich mal ein Schritt in die richtige Richtung. Ich bin auch dafür, dass der Anruf veröffentlicht wird. Entweder untermauert er die Aussage von Herrn Wulff, oder die Aussage der Bildzeitung. Aber es wird ein für alle Mal Klarheit geschaffen. Persönlich bin ich geneigt, der Aussage der Bildzeitung Glauben zu schenken, da Herr Wulff vehement die Veröffentlichung verweigert, was nicht gerade zu seiner Glaubwürdigkeit beiträgt.
    In der Angelegenheit könnte man auch Herrn Döpfner und Frau Springer befragen, die er ja ebenfalls in der Sache angerufen hat, was der Inhalt der Gespräche mit ihnen war.

    Das "Interview" von ihm war ein Konglomerat aus Halbwahrheiten und viel Blabla-Gerede und hat mal gar nichts zur Aufklärung beigetragen. Auch finde ich es sehr unwahrscheinlich, dass er von den ganzen Klagen bei dem Porsche-Deal angeblich nichts gewusst haben will. Erschwerend dazu kommt noch, dass seine Ehefrau ehemalige Edel-Prostituierte ist, die in einem Club in Osnabrück bis 2006 noch gearbeitet haben soll.

    Sicher jeder Mensch kann mal einen Fehler machen, aber das ist eine Aneinanderreihung von Fehlern mit dauernden Entschuldigungen. Natürlich erst dann, wenn was bekannt wird.

    Was für mich ebenfalls unverständlich ist, ist die Tatsache, dass der Kandidat für die Besetzung des Amtes des Bundespräsidenten nicht überprüft wird, ob er persönlich geeignet dafür ist und wie sein Umfeld aussieht. Schließlich sollte derjenige die Bundesrepublik repräsentieren und eine gewisse Vorbildfunktion haben. Herr Wulff jedenfalls ist eine Zumutung für Deutschland.

    Und von Frau Merkel hört man nichts, ausser ein bischen Bla-Bla. Sie war schließlich diejenige, die ihn auf den Posten gehievt hat. Für wie böld halten die die Bevölkerung eigentlich ???? Natürlich werden Pläne über einen möglichen Nachfolger da sein.

  • 08.01.2012, 15:07 UhrAnonymer Benutzer: Super-Angie

    Das das eine Bimbes-Republik ist zeigt nicht nur der Herr "man", der immer in der dritten Person von sich spricht.

    Joachim Gauck sollte BP werden,als Kandidat.

    Zufälligerweise war er von 1990-2000; Chef der Stasi-Unterlagen Behörde.

    da wird schon die eine oder andere Akte vor der Vernichtung kopiert worden sein.

    Jetzt verstehe ich die IM Erika

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