Berlin intern: Es lebe der Sport – auf Kosten der Wirtschaft!

kolumneBerlin intern: Es lebe der Sport – auf Kosten der Wirtschaft!

Kolumne von Henning Krumrey

Damit Vereine nicht auf den Unfallkosten ihrer Profis und bezahlten Amateure sitzen bleiben, sollen bald die Unternehmen zahlen.

Bank- und Versicherungsangestellte, Zeitarbeiter, Bahnbeschäftigte, Freiberufler und Kirchenleute – sie alle konnten sich seit jeher ein wenig erhöht fühlen. Denn die Spitzenfußballer Philipp Lahm und Manuel Neuer sind ihre Genossen; ebenso die Handball-Heroen Pascal Hens und Holger Glandorf sowie die Eishockey-Cracks der DEL. Ihre innige Verbindung: Sie gehören derselben Unfallversicherung an, der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG). Das könnte jetzt die Arbeitgeber der 34 Millionen Mitglieder teuer zu stehen kommen. Denn die Beamten von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen möchten, dass die Beitragszahler von Deutschlands größter Unfallkasse für die Verletzungskosten von bezahlten Sportlern geradestehen.

Seit Jahrzehnten sind Angestellte der Sportvereine – früher meist Trainer und Mitarbeiter in den Geschäftsstellen – bei der VBG versichert. Doch nun explodieren die Ausgaben der Kasse. Die Zahl der Schäden wächst, Behandlung und Reha werden dank raffinierterer Technik teurer, und es gibt immer mehr Aktive, die von ihrem Club regelmäßig Gehälter kassieren, bis in untere Spielklassen hinein.

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Interessante Lösung für Amateurvereine

Die zusätzlichen 60 Millionen Euro allein im letzten Jahr könnten sie aber nicht tragen, klagten die Vereine bei der Sozialministerin und fanden bei ihr ein offenes Ohr und ein weiches Herz. Sie fand eine politisch elegante Lösung: Die VBG solle die Behandlungskosten für Muskelfaserrisse, gebrochene Schienbeine und verstauchte Volleyballer-Finger auf alle ihre Versicherten verteilen. Falls die nicht selbst zur Tat schritten, werde man per Gesetz die Beiträge für die teuren Sportler deckeln.

Die Clubs haben gerade im vermeintlichen Amateurbereich großes Interesse, ihre Mannschaften in der VBG unterzubringen, denn das erspart die private Unfallversicherung. Zudem sind die Reha-Maßnahmen der Genossen besonders gut – schließlich haben alle Dienstherren in der Wirtschaft ein Interesse daran, dass die Arbeitskraft ihrer Arbeitskräfte schnellstens wieder hergestellt wird.

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