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Berlin intern: Für Deutschland gilt Alarmstufe Rot

Kolumne von Christian Ramthun

In vertraulichen Gesprächen erklären Unternehmer der Kanzlerin, wie dramatisch die Lage ist. Bald droht ein rasanter Anstieg der Arbeitslosigkeit. Doch die Koalition agiert hilflos.

Christian Ramthun Quelle: Werner Schüring für WirtschaftsWoche
Christian Ramthun Quelle: Werner Schüring für WirtschaftsWoche

Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte sich aus erster Hand über die wirtschaftliche Lage Deutschlands informieren. Am Montag vergangener Woche um 19.30 Uhr traf sie im Kanzleramt das engere Präsidium des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Was die Unternehmer und Top-Manager der wichtigsten Branchen berichteten, ließ die Regierungschefin erblassen.

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So dramatisch sei der Auftragsrückgang in den Unternehmen, musste die Kanzlerin hören, dass spätestens vom Frühsommer an „mit einer rasanten Zunahme der Arbeitslosigkeit zu rechnen ist“. Ein Anstieg um zwei Millionen Arbeitslose auf mehr als fünf Millionen gilt als „realistisch“. Einigkeit herrschte in der Runde, dass durch diesen unvergleichlichen Absturz heftige gesellschaftspolitische Verwerfungen zu befürchten seien und der Wirtschaft die Schuld in die Schuhe geschoben werde.

Frust über die verhaltene Reaktion von Kanzlerin Merkel

Für Deutschland und die soziale Marktwirtschaft gilt nun Alarmstufe Rot. Auch wegen der Politik. Denn die Kanzlerin bleibt seltsam verhalten, stellten die BDI-Präsidialen frustriert fest. Wegen des Koalitionspartners SPD seien ihr die Hände gebunden, sagte Merkel und nahm matt die Vorschläge der Wirtschaftslenker zur Kenntnis. Diese forderten kein Konjunkturprogramm III. Sie warben nur für ein „Belastungsmoratorium“ und für „Reformmaßnahmen ohne Geld“.

Gemeint sind: keine weiteren Lasten durch den Emissionshandel oder das Antidiskriminierungsgesetz und ein Aussetzen krisenverschärfender Elemente der Reform der Unternehmenssteuer. Letzteres ist inzwischen zur zentralen Forderung aller Wirtschaftsorganisationen in der Hauptstadt geworden.

Täglich muss sich Merkels Wirtschaftsexperte im Kanzleramt, Jens Weidmann, anhören, wie sehr die eingeschränkte Verrechnung von Fremdkapitalzinsen und Verlusten mit Gewinnen sowie die substanz-angreifende Gewerbesteuer den Unternehmen die dringend benötigte Liquidität entziehen.

Für die Unternehmen geht es jetzt nicht um Wohltaten, sondern um das blanke Überleben. Das sollte auch Merkels Koalitionspartner SPD wissen.

40 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.05.2010, 20:23 UhrAnonymer Benutzer: Hans Hoeting

    ich glaube nicht, daß die Wirtschaft bei Rezession sondern als Geschädigte der Finanzkriste betrachtet und daher der banker als Schuldiger betrachtet wird, erst hieraus wird vom Wähler her der regierung ein klarer Auftrag gegeben, Vorsorge zu treffen und Vertrauen wieder herzustellen. Allerdings wird niemand verstehen können, daß schon 2001 in brüssel und sicher auch in Regierung bekannt war, daß Griechenland mit falschen Zahlen arbeitet und daß niemand etwas dagegen getan hat. Somit sitzen die Parlamentarier auf der Schuldnerbank und das wird für Unruhe, ganz besonders, wenn Wirtschaftskrise an den Geldbeutel geht Politverdrossenheit, schüren und ich schließe nicht aus, daß es zu Revolten auf der Straße kommen kann. Darin sehe ich, daß wir Rot sehen müssen, weil das vertrauen zueinander fehlt. Wir haben eine schlechte Kanzlerin, die uns nach links trägt, zu der die bürger kein Vertrauen finden können, der es nicht gelingt, uns von Zwei-Klassen-Vorstellung abzubringen, nicht in der Lage ist, Verantwortlicher verschiedenen Grupp zu einem Gespräch zu bringen.

  • 21.07.2009, 02:04 UhrAnonymer Benutzer: Stasi 09 werden Deutschland Spalten

    Die Staatsicherheit Deutschland 2009 ist jetzt dazu bereit sofort
    im berlin ab Herbst am brandenburger Tor und zwar ohne Warnungen die Gräben wieder neu aufzureißen und Spalten .
    Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus !! Nie wieder Nazis auf Deuschem boden und Europa !! Danke für die Öffentlichkeit .

  • 09.04.2009, 10:27 UhrAnonymer Benutzer: Staatsbankrott

    @Rentenversicherer

    Dafür ist es zu spät. Das hätte bereits 2000-2002 geschehen müssen.
    Ein geregelter kollabs mit einer Währungsreform.

    Doch davor haben die Politiker Angst....

    Jetzt bekommen wir den richtigen showdown.... mit der die infrasturktur für einige Zeit total lagelegt sein wird.

    Es gibt keine Rettung für dieses System und der Aufschwung kommt erst nach dem Crash und der Währungsreform.

    Aufwachen oder blind mit untergehen.

    So große banken wie heute, werden wir erst im nächsten kondratieff winter sehen... noch sehr lange hin.

    Zu Merkel und Co.. kann ich nur eins sagen: Um so gut lügen zu können muss man wohl studieren...

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