Berlin intern: Grün als Symbol für politische Langeweile

kolumneBerlin intern: Grün als Symbol für politische Langeweile

Kolumne

Es gab einen grünen Traum: Die verlorenen Bürgerkinder würden in die ausgebreiteten Arme der CDU/CSU zurückkehren und in schwarz-grünen Koalitionen Reformpolitik betreiben.

Dieser Traum ist ausgeträumt. Die Grünen waren einst witzig, unkonventionell und mutig: Denn noch vor wenigen Jahren brachen gewichtige Truppen aus dem ökosozialistischen Ghetto aus. Sie traten an, um die Partei mit einer kreativen marktwirtschaftlichen Reformpolitik neu auszurichten. Damit wurden die Grünen auch für bürgerliche Wähler interessant. Es bildeten sich schwarz-grüne Netzwerke. Doch das alles ist Schnee von gestern. Die Reformer haben längst frustriert der Politik den Rücken gekehrt, und verknitterte, das Leid der Welt tragende Gesichter bestimmen wieder das Bild der Partei.

Wohl selten hat sich eine Partei so schnell von einem kreativen Kraftprotz zu einer Truppe berechenbarer Langeweiler gewandelt. Dies bezeugt auch der jüngste Parteitag in Erfurt – und die schlechten Umfragen. Wenn alle Parteien nach links rücken, marschieren die Grünen brav hinterher. Unkonventionell-moderne Konzepte zur Finanzkrise? Fehlanzeige. Politiker, die die Sprache des Bürgertums verstehen und sprechen? Abgetaucht.

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Stattdessen alte Reflexe. Ganz im Sinne des Revivals alter Marketingkonzepte wie Bluna oder Creme 21 lässt die Partei mit ihren Protesten gegen Atommüll-Transporte in Gorleben die Republik Wendland wieder aufleben. Wenn ergraute Grüne an Orten alter Schlachten auftauchen, wirkt das nicht wie zeitgemäßer Protest, sondern wie Veteranentreffen.

Natürlich gibt es junge Nachwuchskräfte, die diese Widerstandsromantik aufnehmen. Und grüne Berufspolitiker befeuern eine Bewegung, die teilweise wieder zur Gewalt gegen den „Polizeistaat“ greift. Wo ist aber der Realismus?

Die Grünen haben immer gesagt, im Falle des Auslaufens der Kernkraftnutzung eine konstruktive Haltung zur Endlagerfrage und Atommüll-Entsorgung anzunehmen. Jetzt haben wir den Atomausstieg, und die Grünen machen den Einstieg in die eigene Unglaubwürdigkeit. Paradox: Hamburger Polizei-Hundertschaften schlugen sich in Gorleben im Kampf mit Vertretern ausgerechnet jener Partei, die in der Hansestadt mit der CDU mitregiert. Schwarz-Grün hat seinen Zauber verloren.

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