Berlin intern: Hohn und Spott für den Flughafen BER

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Auch mit Hartmut Mehdorn als neuer BER-Chef, verkommt der Hauptstadtflughafen zur Lachnummer.

Kolumne von Henning Krumrey

Auch mit der Ernennung von Hartmut Mehdorn als Retter verkommt der Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) zur Lachnummer. Höhenflüge gibt's hier nur für die Satire.

Das Desaster macht nicht einmal vor den elegantesten Anlässen halt. Selbst auf dem Ball des Verbandes der Berliner Kaufleute und Industriellen (VBKI) tuschelten die Gäste über das Endlosdrama um den Irgendwannmal-Großflughafen BER. Sogar in seiner kurzen Eröffnungsrede zur festlichen Sause, stilvoller noch als der Bundespresseball, beklagte VBKI-Präsident Markus Voigt die peinliche Posse und das "politische Taktieren mit der Zukunft des BER".

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) mutierte plötzlich zum Unterstützer eines noch umfangreicheren Nachtflugverbots - obwohl er als Aufsichtsratsvorsitzender dem Unternehmenswohl verpflichtet ist. Der erhoffte Retter Wilhelm Bender, einst Flughafenchef in Frankfurt, sagte ab. Und Hartmut Mehdorn, Ex-Bahn-Vorsteher und nun BER-Chefpilot, schlug als Erstes vor, den alten Airport Tegel auf Dauer weiter zu betreiben. Die Berlin-Brandenburger Heroen grüßen als Witzfiguren.

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Die Souvenirläden für Berlin-Touristen verkaufen Ulk-Postkarten mit dem abgewandelten historischen Satz des SED-Chefs Walter Ulbricht ("Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu errichten") und dem modifizierten Schwaben-Motto "Wir können alles außer...". Dann folgen die Logos für S-Bahn, Fußball und den BER. Eine andere grämt nur: erBERmlich.

Die Kosten des Hauptstadtflughafens

  • Kosten

    Der Stand der Gesamtkosten belief sich zwischenzeitlich auf 3,1 Milliarden Euro. Dazu kamen circa 118 Millionen Euro im direkten Zusammenhang mit der Verschiebung der Eröffnung - beispielsweise für den längeren Betrieb in Tegel und Schönefeld bis zum BER-Start -, weitere 276 Millionen Euro für Mehrkosten beim Bau, 192 Millionen Euro an Mindereinnahmen oder Reserven und bis zu 591 Millionen Euro für den erweiterten Lärmschutz.

    Insgesamt ergibt sich daraus der aktuelle Stand der Gesamtkosten von bis zu 4,277 Milliarden Euro.

  • Finanzierung

    Für die Finanzierung sind bislang 3,36 Milliarden Euro zugesichert. Davon kommen rund 2,4 Milliarden Euro aus Krediten, 430 Millionen Euro vom Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg, 531 Millionen Euro aus Eigenmitteln der Betreiber.

  • Mehrkosten

    Die Summe der Mehrkosten beläuft sich auf bis zu 1,177 Milliarden Euro. Deren Finanzierung ist im Detail noch unklar. Berlin, Brandenburg und der Bund haben eine Finanzspritze vereinbart. Sie sind zu jeweils 37 Prozent (beide Länder) und 26 Prozent (Bund) an der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH beteiligt. Wie die Finanzspritze genau aussehen soll, muss der Aufsichtsrat noch festlegen.

Eine gelungene Tonmontage auf einen Talkshow-Auftritt von Berlins Regierendem Bürgermeister lässt Klaus Wowereit die Kosten für Tower und Landebahn mal auf "drei Millionen" schätzen, mal auf "187.000 Millionenoktillionenmilliarden". Als Fertigstellungsdatum nennt der abgetretene Aufsichtsratsvorsitzende 2013 oder 2014, 2019 oder "21 - das ist meine Glückszahl". Aber vielleicht werde ja auch anderswo ein Flughafen gebaut, den Berlin dann mit benutzen könnte. Immer noch fehlt ein endgültiger Termin.

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