Berlin intern: Internationales Bündnis der Sonnenfreunde

kolumneBerlin intern: Internationales Bündnis der Sonnenfreunde

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Der Bundesverband der Solarwirtschaft macht Stimmung gegen eine Kürzung der Einspeisevergütung für Solarenergie.

Kolumne von Henning Krumrey

Die deutsche Solarlobby kämpft nicht nur für die heimischen Firmen. Fremdländische Matadore kämpfen unter teutonischem Vereinsnamen um Einfluss und Aufträge.

Beim Kampf um die Zukunft der erneuerbaren Energien war es weder zu überhören noch zu übersehen: Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) ist eine schlagkräftige Truppe. Gegenüber vom Kanzleramt, neben der Bundespressekonferenz – wo immer Aufmerksamkeit zu holen ist – hatten sich die professionellen Sonnenanbeter postiert, um Stimmung zu machen: gegen eine Kürzung der Einspeisevergütung für Strahlenstrom vom Himmel.

890 Mitglieder vermeldet der Verband stolz – vom Siliziumproduzenten über Modulehersteller und Finanzierer bis zum kleinen oberbayrischen Handwerksbetrieb, der den Bauern die Paneele auf die eigens errichteten „Solarstadl“ schraubt. 37 hauptamtliche Mitarbeiter legen sich für den Gewinn der Kundschaft ins Zeug, zudem etliche Jugendliche im Freiwilligen Ökologischen Jahr. Stolz preist sich der BSW als „die Interessenvertretung der deutschen Solarbranche“.

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Doch der BSW ist keine nationale Sammlungsbewegung sonniger Gemüter. Unter dem teutonischen Vereinsnamen kann jeder Mitglied werden, der in Deutschland im Geschäft mit Sonne und Subvention ist.

So sind 8 der 20 weltgrößten Hersteller von Solarzellen an Bord – bis auf Q-Cells alles fremdländische Matadore. Dazu zählen die globale Nummer eins, Suntech Power aus China, ebenso wie die Landsleute von Hanwha SolarOne, außerdem First Solar aus den USA sowie die Japaner von Sharp und Kyocera. Auch von den fünf Umsatzgiganten im gesamten globalen Solargeschäft gehören vier dem Verband an – allesamt aus den USA, China und Norwegen.

Das Schönste: Der Vereinsbeitrag richtet sich nicht nach dem hiesigen Solargeschäft, sondern nach dem Weltumsatz. So ist die amerikanische First Solar, mit einem Branchenumsatz von 2,15 Milliarden Euro Weltmarktführer, auch größter Geldgeber des BSW. Laut Beitragstabelle zahlen die Amis den gedeckelten Höchstbeitrag von 231 660 Euro im Jahr. Der Umsatz des China-Konzerns Suntech Power, die weltweite Nummer zwei (1,82 Milliarden Euro), bringt dem Verband 213 840 Euro. Sunpower (USA) sind mit 201 960 Euro dabei. Und manch deutsches BSW-Mitglied ist nur deshalb ein Umsatzriese, weil es Module aus Fernost hierzulande zusammenbaut.

Je größter der Solarumsatz, desto größer die Überweisung

Die Konsequenz: Je größer der Solarumsatz – egal, ob aus deutscher oder fernöstlicher Produktion –, desto größer auch die Überweisung in die Kasse des BSW. „Wer hier am Markt partizipiert, sollte auch einen Beitrag zum nachhaltigen Marktaufbau leisten“, begründet BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig die Weltoffenheit.

Zwar sitzen im Vorstand nur Vertreter deutscher Firmen, doch gewinnen die Ausländer über die Finanzen rasch an Einfluss. Zwei bis drei Unternehmen aus dem Reich der Mitte gehörten inzwischen seinem Bund an, berichtet Körnig und wiegelt ab: „Die Chinesen liegen im Beitrag unter zehn Prozent des Gesamtvolumens.“ Was bei 3 von 890 Unternehmen schon eine stramme Leistung ist. Zählt man die Umsatzriesen aus den USA, Japan und Korea hinzu, dürfte der Auslandsanteil am Beitragsaufkommen sicherlich bei einem Viertel liegen – verteilt auf wenige Firmen.

Auch sonst machen sich die Chinesen breit. Als Hauptunterstützer der größten deutschen Fachmesse, der intersolar in München, grüßt die Jinko Solar aus Shanghai. Und „Platin Sponsor“ des Lobbytreffs „Forum Solarpraxis“ ist in diesem Jahr die chinesische Eging PV, als „Gold Sponsor“ zahlt Hanwha SolarOne.

Die Sonne scheint halt für jeden.

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