kolumneBerlin intern: Kampf-Verband

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Henning Krumrey, Leiter des Hauptstadtbüros der WirtschaftsWoche

Kolumne

Der BDI kommt nicht zur Ruhe. Der einst mächtigste Lobbyverband der Wirtschaft ringt mehr mit sich als mit der Politik.

Das kennt man: Kaum angekommen, baut der Neue den Laden um und setzt Vertraute an Schlüsselpositionen. Hans-Peter Keitel, ehemals Vorstandschef des Baukonzerns Hochtief, verfährt nicht anders: Erst seit Jahresanfang steht er an der Spitze des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), schon platziert er einen Spezi: Für Dieter Schweer pustet er die Hauptgeschäftsführung wieder auf drei Kräfte auf. Den ehemaligen WirtschaftsWoche-Ressortleiter und PR-Experten, der zuletzt das Ansehen des angeklagten Ex-Post-Chefs Klaus Zumwinkel retten sollte, kennt Keitel, seit er im Vorstand von RWE saß; Schweer leitete die Kommunikationsabteilung.

Keitel liebt es straff, Schnappauf klopft lieber Schultern

Die Berufung wirbelt den BDI erneut durcheinander. Nach der Abwanderung des Spitzenmanns Klaus Bräunig hatte die Industrielobby verkündet, die Leitung abzuspecken. Zwei sollten genügen: Carsten Kreklau, das „Lexikon und gute Gewissen des BDI“, wie es intern heißt, und Werner Schnappauf als Sprecher der Geschäftsführung. Den früheren bayrischen Umweltminister hatte Keitels Vorgänger aus dem Hut gezaubert, als die Vizepräsidenten schon öffentlich Vorschläge anmahnten.

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Gegensätzlicher könnten Keitel und Schnappauf kaum sein. Der Ex-Manager liebt es straff organisiert, effizient, fast kühl. Der Ex-CSU-Politiker pflegt das Joviale, ersetzt förmliche Anreden durch „Ihr“ und „Euch“ und klopft Schultern wie in der Parteiversammlung.

Offiziell teilte der BDI mit, Schweer solle die Organisation weiterentwickeln. Seinen Vizes pries Keitel den Neuling dagegen als Verstärkung der Kommunikation an. Um die kümmern sich nicht nur die Pressestelle und der vor Kurzem angeworbene Bereichsleiter, sondern vor allem Schnappauf selbst.

Bei den Vizepräsidenten kam mit Schweers Berufung die Botschaft an, der Verband solle geschickter kommunizieren: Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Debatte, wie greift der BDI ein? Keitel ist aus der Baubranche auf langfristige Strategie getrimmt, beschränkt sich auf zentrale Themen. Ein Vizepräsident: „Keitel analysiert nüchtern, ob die richtigen Leute am richtigen Platz sitzen.“

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