Berlin intern: Merkels Mitte-Maß

kolumneBerlin intern: Merkels Mitte-Maß

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Henning Krumrey, Leiter des Hauptstadtbüros der WirtschaftsWoche

Kolumne

Die Union verliert nur minimal und doch ist es eine krachende Niederlage.

Dirk Metz, hessischer Regierungssprecher und enger Vertrauter von Ministerpräsident Roland Koch, freute sich per SMS über das „rundum gelungene Wochenende: einmal Schwarz-Gelb gestoppt, einmal mit Schwarz-Gelb gewonnen.“ Der Mann ist nicht nur Christdemokrat, sondern auch fanatischer Fan von Schalke 04. Dem Sieg beim Erzrivalen in Dortmund folgte am Sonntag die Mehrheit für die bürgerliche Koalition.

Doch während es an den drei Punkten für die Kicker-Combo nichts zu deuteln gibt, werfen die 33,8 Prozent der Union erhebliche Fragen auf. Der scheinbar minimale Verlust von 1,4 Prozentpunkten ist angesichts der Umstände in Wahrheit eine kräftige Niederlage.

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Beste Ausgangsposition

2005 waren die Vorbehalte gegen Kandidatin und Konzept gewaltig: Kann eine Frau Kanzlerin? Eine aus dem Osten? Gegen den Polit-Raufbold Gerhard Schröder? Mit einem Ehrlichkeitswahlkampf samt angekündigter Mehrwertsteuererhöhung? Mit einem verwirrenden Einkommensteuer-Konzept – und einem Protagonisten Kirchhof, den Schröder als „Professor aus Heidelberg“ attackierte?

Wie ideal dagegen die Ausgangslage in diesem Wahlkampf: Als amtierende Kanzlerin mit internationalem Ansehen, ausgestattet mit Beliebtheits- und Vertrauenswerten wie kein Vorgänger; mit einem Wohlfühl-Wahlkampf der Zuversicht, nicht der Schrecken; mit einem Gegenkandidaten Frank-Walter Steinmeier, der nicht stillos lärmte, sondern wie Angela Merkel auf Sachthemen setzte; und mit einem Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg an ihrer Seite, der als Publikumsliebling jede Attacke als „Baron aus Bayern“ weglächelte.

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