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Berlin intern: Ringen um das Steuer-Abkommen mit der Schweiz

Kolumne von Christian Ramthun

Im Kampf um das Steuerabkommen mit der Schweiz geht es für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ums Prestige, für die SPD um Moral und Mammon.

Die Schweizer Flagge auf dem Dach der Schweizer Botschaft in unmittelbarer Nähe zur Glaskuppel des Bundestages (dahinter) in Berlin Quelle: dpa
Das Steuerabkommen mit der Schweiz ist wichtig für Wolfgang Schäuble Quelle: dpa

Was ist geheimer als ein Schweizer Konto? Antwort: Wolfgang Schäubles Verhandlungen über die Schweizer Konten. Nicht einmal die Finanzpolitiker der Regierungskoalition zieht der Bundesfinanzminister derzeit ins Vertrauen, was er mit seinen Länderkollegen über das Steuerabkommen mit der Alpenrepublik verhandelt.

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Nur noch an den Sozialdemokraten kann der Vertrag scheitern, den Schäuble (CDU) bereits im vorigen Sommer mit seiner eidgenössischen Amtskollegin Eveline Widmer-Schlumpf ausgehandelt hat. Vor allem der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) macht dagegen Front, er bezeichnet das Abkommen als „Beihilfe zur Steuerhinterziehung“.

Ihm reicht nicht die pauschale Abgeltung von deutschen Vermögen in der Schweiz mit einer Abgabe von 19 bis 34 Prozent für die vergangenen zehn Jahre. Das klingt auch nach empörend wenig, denkt man an unsere jährlich zu zahlende Abgeltungsteuer von 26,4 Prozent (einschließlich Soli) auf Kapitalerträge.

Bildergalerie: So sieht der Haushalt 2012 aus

26 Milliarden Euro neue Schulden will die Bundesregierung im nächsten Jahr machen. Das wären trotz Schuldenbremse, Steuersenkungsverweigerung und Sparappellen vier Milliarden Euro mehr als 2011. Dabei nimmt Finanzminister Wolfgang Schäuble schätzungsweise 250 Milliarden Euro mehr Steuern ein als jeder seiner Amtsvorgänger.

Dabei betragen die Bundesschulden schon jetzt rund 1,3 Billionen Euro. Das sind fast zwei Drittel der gesamten Staatsschulen von 2,024 Billionen Euro. Diese entsprechen 83 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Das meiste Geld aus dem Haushalt fließt…

Quelle: dapd

Doch wer so rechnet, begeht einen Lapsus, der schon dem früheren SPD-Kanzlerkandidaten Rudolf-Scharping viel Spott eingebracht hat. Er hatte im Wahlkampf 1994 Brutto- und Nettoeinkommen verwechselt. Der für Finanzen zuständige CDU/CSU-Fraktionsvize Michael Meister gibt deshalb Nachhilfe in Sachen Steuerabkommen: „Die Steuern für die Vergangenheit sind auf den Kapitalstock und nicht auf den Ertrag zu zahlen.“ Und bleibe die SPD bei ihrer Verweigerungshaltung, und das Abkommen komme nicht zustande, „leistet sie der Steuerhinterziehung Vorschub“, kontert der Unions-Mann.

Auch der hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) hält „die Blockadehaltung der SPD-geführten Länder für nicht nachvollziehbar“. Denn was wäre die Alternative, fragt der Hesse und liefert die Antwort gleich mit: „Auf viele Jahre hinaus keine verbindliche Vereinbarung und ein Angewiesensein auf dubiose, den deutschen Finanzbehörden zufällig zugespielte Steuer-CDs.“ Tatsächlich liegen den Behörden erst vier solcher Datenträger aus der Schweiz vor, deren Auswertung sei extrem mühsam und das Risiko für Steuerhinterzieher nach wie vor gering, heißt es im Bundesfinanzministerium.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.02.2012, 21:16 UhrAnonymer Benutzer: AnonymerBenutzer

    Warum soll das Steuerabkommen geheim sein? Ich habe es auf dem Internetauftritt des Bundesfinanzministerium gefunden. Von dem her ist der erste Absatz zumindest missverständlich formuliert.

    Hier der Link: http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_103442/EN/Topics/Fiscal-policy/Articles/016__a,templateId=raw,property=publicationFile.pdf

  • 07.02.2012, 10:48 UhrAnonymer Benutzer: Esboern

    Der Schwarzgeldverwalter der CDU will die Schwarzgelder der Steuerhinterzieher legalisieren u. den ehrlichen Steuerzahler für blöd verkaufen

  • 07.02.2012, 07:43 UhrAnonymer Benutzer: VerySeriousSam

    "Bundesfinanzminister Schäuble, für den das Abkommen mit der Schweiz wichtiger als jede Steuerreform hierzulande ist"

    Schäuble hat nichts in Angriff genommen, das die Normalbürger entlasten würde. Die extrem entgegenkommende Billigabgeltung der in die Schweiz hinterzogenen Milliarden der Steuerverbrecher sowie das Geschenk für Hotelbesitzer zeigen, wo für den Mann die Prioritäten liegen.

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