Berlin intern: Studiengebühren lassen Stanford strahlen

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kolumneBerlin intern: Studiengebühren lassen Stanford strahlen

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Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman lehrte an der Stanford University. Die Universität verlangt bis zu 40.000 Dollar im Jahr, bietet dafür aber auch eine außergewöhnliche Lehre.

Kolumne von Henning Krumrey

Studiengebühren erscheinen hierzulande als Relikt einer untergehenden Kultur. Dabei zeigt ein Blick über den Großen Teich: Das Hochschul-Inkasso ist beste Sozialpolitik.

Wer aus Deutschland kommend eine amerikanische Universität besichtigt, zweifelt: Fliegt er in die Neue Welt oder unternimmt er eine Reise in die Vergangenheit. Denn während hierzulande die erst vor wenigen Jahren eingeführten Studiengebühren wieder fallen, halten die USA unbeirrt an der privaten Mitfinanzierung fest.

Galten die Befürworter der Campus-Maut noch vor wenigen Jahren in Deutschland als Avantgarde, um die finanzielle Leere in der Lehre zu überwinden, wird die neue Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU), einer der verbliebenen Gebührenfans, nun gar als Fossil gebrandmarkt. Nach dem Regierungswechsel in Niedersachsen sind mit dem Schwenk des bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU)– anlässlich des Volksbegehrens und den Wahltermin im September vor Augen – auch im letzten Bundesland die Tage des Finanzbeitrags der Hochschüler gezählt.

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Neue Welt, alte Welt? Dass es auf jeden Fall Welten sind, die beide Hochschulsysteme trennen, konnte Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bei seinem Besuch in Palo Alto erfahren. Die Stanford University, 1885 vom Ehepaar Jane und Leland Stanford zur Erinnerung an den früh verstorbenen Sohn gegründet, beeindruckt schon durch ihre Ausstattung. Rund vier Milliarden Dollar hat die Alma mater jedes Jahr zur Verfügung.

Um die 16 000 Studenten kümmern sich 1900 Professoren – eine Betreuungsrelation, von der deutsche Studierende nur träumen können. Denn hierzulande kommen auf einen akademischen Lehrer nicht acht Schüler, sondern 60. Stanford hat 27 Nobelpreisträger hervorgebracht, 17 von ihnen halten noch Vorlesungen oder Seminare. Denn das ist das magische Element: Stanford gilt als intellektuelle Keimzelle des Wirtschaftswunders im Silicon Valley.

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