Berlin intern: Wenn das CSU-Virus die CDU ansteckt

kolumneBerlin intern: Wenn das CSU-Virus die CDU ansteckt

Kolumne

Der Sommer kommt, und die CSU leidet. So recht glaubt es keiner, aber in der CDU wächst die Sorge vor dem Absturz der Schwesterpartei. Krisenszenarien machen die Runde.

Aus der einstmals stolzen „Mir-san-mir“-Truppe der  CSU ist ein Haufen Anarchisten geworden. Doch der Drang zur Selbstzerstörung in Bayern könnte der Anfang vom Ende der Kanzlerschaft Angela Merkels werden. Das Fatale: CDU und CSU haben keinen Plan B für eine Bayern-Krise und ein schwieriges Wahljahr 2009.

Doch verweilen wir noch beim CSU-Fingerhakeln: Die bayrische Landesvertretung in Berlin möchte am kommenden Freitag mit einer Ausstellung über „Franz-Josef Strauß – Ein deutsches Leben“ den früheren CSU-Chef feiern und dabei an die legendäre alte Zeit anknüpfen. Das passt gut in die Vorwahlzeit. Doch wer gedacht hat, der amtierende CSU-Chef Erwin Huber nutze die Gelegenheit, um die Partei und sich zu positionieren, dem hilft ein Blick in das Programm zur Ausstellungseröffnung. Die Begrüßung übernimmt Markus Söder, langjähriger Vertrauter des ehemaligen CSU-Vorsitzenden und Ex-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Und die Hauptrede hält – Stoiber. Der Titel seiner Ansprache: „Politik an der Seite von FJS“. Von Huber ist nichts im Programm zu lesen, obwohl er sicherlich einen Beitrag beisteuern könnte: „Mein Leben an der Seite von Edmund Stoiber“.

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Nun weiß man um die Feindschaften innerhalb der CSU, aber Selbstdemontage sollte vermieden werden. Schaut man sich die Wahlergebnisse erprobter CDU-Ministerpräsidenten aus Hessen und Niedersachsen an, dann weiß man, dass es bei den Wahlen in jedem Fall bergab geht. Denn fast alle Unions-Sieger bei den vergangenen Landtagswahlen profitierten vom Frust über die Endphase von Rot-Grün. Jetzt aber, wo man in Berlin selbst mitregiert, kann die CSU entweder bei minus sechs Prozent landen wie Christian Wulff in Niedersachsen oder minus zwölf Prozent wie Roland Koch in Hessen. Letzteres würde bedeuten, dass die CSU bei unter 50 Prozent landen würde.

Das gäbe dann Erschütterungen bis nach Berlin. Als Erstes würde die CSU-Landesgruppe Amok gegen Merkel laufen. Dann folgen weitere Landtagswahlen mit reihenweisen Niederlagen für die CDU. Im Sommer 2009 ist dann Europawahl, bei der es für die Union zu früh für das Hochziehen von Bundestagswahlthemen ist und gleichzeitig die Linkspartei einen populären Anti-Europa-Wahlkampf führen wird. Einzige Hoffnung auf einen anderen Trend könnte die Wahl des Bundespräsidenten bedeuten, aber auch die erfolgt mit großer Unsicherheit. Die Marke Merkel allein kann diese Negativ-Serie nicht stoppen. Wer und was aber dann?

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