Berlin intern: Wie sich die Kanzlerin zu Tode siegt

kolumneBerlin intern: Wie sich die Kanzlerin zu Tode siegt

Kolumne

Mit dem Kampf für das VW-Gesetz hat Angela Merkel gepunktet - als neue Arbeiterführerin und Bezwingerin dreier CDU-Regierungschefs. Für den Erfolg zahlt sie einen hohen Preis.

Wenn Politik nicht mehr von Inhalten, sondern nur noch von Symbolen lebt, dann kommt das System Angela Merkel heraus. Einmal mehr hat es die Bundeskanzlerin ihren Kritikern gezeigt: Mit ihrem Auftritt als standfeste Verteidigerin des VW-Gesetzes – bei dem der Staat letztlich nichts anderes tut als ein Unternehmen vor den Risiken der Marktwirtschaft zu schützen – hat sie sich den Jubel einer breiten Öffentlichkeit gesichert. 18.000 VW-Werker und IG-Metall-Funktionäre applaudierten der Vorsitzenden der Partei Ludwig Erhards, als sie in Wolfsburg ein Privileg würdigte, das andere Unternehmen dann auch gerne hätten. Daimler beispielsweise könnte so einen staatlichen Schutzwall auch gut gebrauchen. Oder auch einige deutsche Energiekonzerne, die dank der Berliner Klima- und Energiepolitik bald ausländischen Konzernen wie reife Äpfel in den Schoß fallen. Aber natürlich sind das nur wieder Einwände von letzten Mohikanern der Marktwirtschaft. Was zählen die schon, wenn Merkel neue Arbeiterführerin ist, den Zeitgeist auf ihrer Seite hat und damit gleich drei ihrer CDU-Ministerpräsidenten zurückstutzt? Jürgen Rüttgers, der als roter Schlotbaron Konkurrenz bekommt. Christian Wulff, der gar nicht merkt, dass Merkel ihn so richtig schön mit nach links geschoben und ihm damit die Chance verbaut hat, sich jemals wieder als Stimme wirtschaftlicher Vernunft zu positionieren. Und natürlich Günther Oettinger, dessen Aufbäumen gegen das VW-Gesetz die Bundeskanzlerin brutal erdrückte.

So viele Siege – da agiert man dann schon mal unklug. Beim ohnehin auf dem Boden liegenden Oettinger trat Merkel nochmals zu: „Die Baden-Württemberger können alles außer hochdeutsch“ zitierte sie den Werbespruch aus dem Südwesten und rief dann der Menge in der VW-Halle zu: „Sie können noch hochdeutsch dazu und sonst auch alles.“ Dieses Zitat löste in der süddeutschen Wirtschaft massiven Ärger aus und zeigt mal wieder: Je weiter man vom industriellen Rückgrat Deutschlands entfernt ist, desto weicher werden die Einsichten. Bürgerliche Stammwähler gewinnt man so nicht.

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