Berliner Terroranschlag: Kurt Beck soll Hinterbliebenen Hilfe leisten

Berliner Terroranschlag: Kurt Beck soll Hinterbliebenen Hilfe leisten

, aktualisiert 08. März 2017, 20:44 Uhr
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Der 68-Jährige genieße „hohes öffentliches Ansehen und Vertrauen in Gesellschaft und Politik“, sagt Justizminister Heiko Maas.

Quelle:Handelsblatt Online

Einige Überlebende und Hinterbliebene des Berliner Terroranschlags fühlen sich von den Behörden alleingelassen. Nun hat die Bundesregierung für sie einen Beauftragten eingesetzt: den früheren SPD-Chef Kurt Beck.

BerlinRund zweieinhalb Monate nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten hat die Bundesregierung Kurt Beck als zentralen Ansprechpartner für Opfer und Hinterbliebene benannt. Das Kabinett betraute den früheren SPD-Chef und Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz am Mittwoch mit der Aufgabe des Opferbeauftragten. Der 68-Jährige genieße „hohes öffentliches Ansehen und Vertrauen in Gesellschaft und Politik“, sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD). „Er ist genau der Richtige für diese Aufgabe.“ Beck soll zunächst für etwa ein Jahr insbesondere als Kontaktvermittler zu Behörden agieren.

„Ich werde jetzt versuchen, mit allen Betroffenen persönlich Kontakt aufzunehmen und sozusagen ihr Anwalt zu sein, um zum Beispiel über Entschädigungsfragen, Ausbildungsfragen für Waisen, über Hinterbliebenenfragen zu reden“, sagte Beck der Deutschen Presse-Agentur. „Ich möchte versuchen, sie durch die bürokratischen Wege zu begleiten und zu unterstützen.“ Er setze dabei auf enge Kooperation mit der Stadt Berlin und dem dortigen Opferbeauftragten Roland Weber, der einen „hervorragenden Job“ gemacht habe.

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Zudem wolle er nach einer gewissen Zeit „abstrahieren und reflektieren“, so Beck weiter. Hier gehe es darum, mögliche Fehler und Abstimmungsprobleme nach dem Anschlag zu erkennen. „Ich möchte dann Anstöße geben in die Bundes- und Länderpolitik hinein, um in Fällen, die hoffentlich nie mehr kommen, besser gerüstet zu sein.“ Im Vordergrund stehe aber die „Zuwendung zu den betroffen Menschen - so menschlich und so nah wie immer möglich“, betonte Beck.

Der Tunesier Anis Amri hatte am 19. Dezember einen Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert. Zwölf Menschen wurden getötet, 56 verletzt.

Wie Beck ergänzte, ist eine Gedenkfeier für die Hinterbliebenen des Anschlags „sinnvoll und auch in Vorbereitung“. Er habe darüber mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller und Innensenator Andreas Geisel (beide SPD) gesprochen. In enger Zusammenarbeit etwa mit der evangelischen Kirche solle es „zum geeigneten Zeitpunkt“ ein solches Angebot geben. „Es ist absolut richtig, dass das geschieht. Und es werden weitere Schritte der Gedenkarbeit folgen.“

Müller begrüßte die Benennung von Beck als Opferbeauftragten des Bundes. Gemeinsam mit dem Berliner Beauftragten Weber werde dadurch der Opferschutz gestärkt. „Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Hilfsorganisationen kann so übergreifender koordiniert und verbessert werden“, sagte Müller. Die Entscheidung des Bundes sei ein gutes Signal.

Quelle:  Handelsblatt Online
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