
WirtschaftsWoche: Herr Eichler, die IG Metall will in der anstehenden Tarifrunde gut 6,5 Prozent mehr Geld fordern. Macht Sie das nervös?
Eichler: Nein, wieso?
Weil bei einer solch hohen Forderung die Gefahr eines Streiks steigt – den Sie als Finanzchef finanzieren müssten.
Zunächst mal: Die endgültige Lohnforderung beschließen wir erst Mitte Februar. Und um unsere Streikkasse machen Sie sich mal keine Sorgen.
Wie viel ist denn da drin?
Das ist und bleibt geheim. Ansonsten würden wir für die Arbeitgeber berechenbar.
Bildergalerie: Der Tarifkalender 2012
Quelle: dpa10. Januar: Postler
Die Tarifrunde für die Postmitarbeiter beginnt. Am 10. Januar 2012 will Ver.di für die etwa 130.000 tariflich Beschäftigten der Deutschen Post eine Einmalzahlung von 400 Euro durchsetzen. Die rund 50.000 Beamten sollen ab Februar 2012 eine einmalige Zahlung von 230 Euro bekommen. Außerdem sollen die Postmitarbeiter sieben Prozent mehr Lohn bekommen. Für Studenten und Azubis fordert Ver.di monatlich 75 Euro mehr.
Quelle: dpa17. Januar: Banker
Ende des Jahres 2011 befragte die Gewerkschaft Ver.di Angestellte von öffentlichen und privaten Banken unter anderem zu ihren Forderungen bezüglich Gehalt, Gesundheitsschutz und Beraterhaftung. Die Ergebnisse der Befragung werden am 17. Januar vorgestellt und bilden so den Auftakt in die neue Banken-Tarifrunde. Die erste eigentliche Verhandlungsrunde beginnt am 1. März - nachdem der bislang gültige Tarifvertrag im Februar 2012 ausläuft.
Quelle: dpa26. Januar: Ärzte
Ab dem 26. Januar kann es an kommunalen Kliniken wieder zu Streiks kommen. Die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund fordert sechs Prozent mehr Gehalt für die Ärzte an kommunalen Einrichtungen. Noch läuft eine Abstimmung, ob die Doktoren für mehr Geld die Arbeit niederlegen wollen.
Quelle: AP31. Januar: T-Service-Mitarbeiter
Am 31. Januar enden die Tarifverträge der Angestellten von den T-Service Unternehmen. Am gleichen Tag startet Ver.di auch die neue Tarifrunde für die Mitarbeiter der Deutschen Telekom AG, der Telekom Deutschland GmbH, den T-Service- sowie den T-Systems-Gesellschaften. 6,5 Prozent mehr Lohn bei zwölf Monaten Laufzeit ist eine der Forderungen der Gewerkschaft. "Die Beschäftigten haben mit ihrer Arbeit maßgeblich den Erfolg der Telekom erwirtschaftet und haben einen Anspruch auf eine faire Erhöhung ihrer Entgelte", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder. Außerdem will sich die Gewerkschaft dafür einsetzen, dass Auszubildende pro Monat 70 Euro mehr bekommen und das Lohnniveau der schlechter bezahlten Berufe bei der Telekom solle angehoben werden.
Quelle: dpa8. Februar: Polizisten
Am 8. Februar setzt sich die Gewerkschaft der Polizei in Niedersachsen zusammen, um den Reigen für ihre Tarifrunden zu eröffnen. Auch bei den Polizisten geht es um Gehalt und Zusatzversorgung. "Gerade für die häufig in teueren Räumen Deutschlands arbeitenden Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei, des Zolls und der BAG ist eine spürbare Erhöhung ihrer verfügbaren Einkommen von größter Wichtigkeit", sagte Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei in Berlin.
Quelle: REUTERS9. Februar: Öffentlicher Dienst
Die Tarifrunde für den öffentlichen Dienst hat bereits im Oktober 2011 begonnen. In Kassel (Hessen) trafen sich Angestellte der Stadtreinigung, des Klinikums und der Verkehrsbetriebe. Die Forderungen der Beschäftigten und der Gewerkschaft Ver.di umfassen die Übernahme von Auszubildenden sowie der Umgang mit von Arbeitgebern geforderten Noten als Übernahmegarant. Außerdem soll die nach § 18 TV öD geregelte leistungs- beziehungsweise erfolgsorientierte Bezahlung abgeschafft werden. Ein Streitpunkt wird eine neue Entgeltordnung sein, gegen die sich die Kommunen laut Ver.di verweigern. Geplant sind Gehaltserhöhungen von bis zu einem Prozent, Geringverdiener im öffentlichen Dienst sollen bis zu 150 Euro mehr bekommen. Betroffen sind 1,9 Millionen Beschäftigte in den Kommunen sowie rund 150.000 Angestellte es Bundes. Am 9.Februar will dann die Bundestarifkommission die gesamten Forderungen vorstellen. Der alte Tarifvertrag der Beschäftigten im öffentlichen Dienst endet am 28. Februar.
Quelle: dpaMärz 2012: Erzieherinnen, Lehrer, Betreuer
Neben den großen Gewerkschaften beginnen auch die eher kleinen Arbeitnehmervertretungen wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW ihre Tarifrunden. Auch die GEW fordert zwischen sechs und sieben Prozent mehr Lohn für Erzieherinnen, Lehrer und Betreuer.
Quelle: AP31. März: Metaller
Ende März startet die Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie - die Forderungen sind hoch: Sieben Prozent mehr will die IG Metall für die 3,4 Millionen Arbeitnehmer durchsetzen. Außerdem sollen sämtliche Azubis übernommen werden. Es überrascht kaum, dass Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt die Metaller vor allzu überzogenen Hoffnungen warnte. Die IG Metall sieht sich im Recht. Immerhin habe man im letzten Jahr wegen der Schuldenkrise zurückgesteckt. Im Februar 2011 hatten IG Metall und Arbeitgeber eine Nullrunde bei einer Einmalzahlung von 320 Euro sowie eine Entgeltsteigerung von 2,7 Prozent ausgehandelt.
Quelle: obs31. Mai: Chemiker
Zwei Monate später folgen die Forderungen der Chemiebranche. Dabei legen sich die Gewerkschaften IG Bergbau, Chemie und Energie für ihre Mitglieder ins Zeug. Auch in der Chemie- und Energiebranche soll es eine Übernahmegarantie für Lehrlinge geben. Und auch beim Gehalt soll es nach oben gehen. Schließlich sei das vergangene Jahr für die Chemiebranche lohnend gewesen, davon wollen auch die 530.000 Beschäftigten profitieren. 2011 erreichte Michael Vassiliadis, Chef der Chemie-Gewerkschaft IG BCE, für die Chemiebranche eine Gehaltssteigerung von 4,1 Prozent.
10. Januar: Postler
Die Tarifrunde für die Postmitarbeiter beginnt. Am 10. Januar 2012 will Ver.di für die etwa 130.000 tariflich Beschäftigten der Deutschen Post eine Einmalzahlung von 400 Euro durchsetzen. Die rund 50.000 Beamten sollen ab Februar 2012 eine einmalige Zahlung von 230 Euro bekommen. Außerdem sollen die Postmitarbeiter sieben Prozent mehr Lohn bekommen. Für Studenten und Azubis fordert Ver.di monatlich 75 Euro mehr.
Es gibt Schätzungen, wonach es sich um über eine Milliarde Euro handelt.
Kein Kommentar. Sie können gern jede Zahl schreiben, die Ihnen einfällt. Es ist kein Geheimnis, dass die IG Metall seit 20 Jahren auch in schlechten Zeiten 15 Prozent ihrer Beitragseinnahmen in die Rücklagen steckt – aus denen unter anderem der Streikfonds gespeist wird.
Anders gefragt: Wie lange können Sie einen flächendeckenden Streik in der Metallindustrie finanziell durchhalten?
Sehr lange. Die Streikkasse ist so gut gefüllt, dass die Arbeitgeber in der anstehenden Tarifrunde nicht darauf hoffen sollten, dass der IG Metall finanziell die Puste ausgeht. Am Geld wird ein Arbeitskampf mit Sicherheit nicht scheitern.
Was kostet Sie ein Streiktag im Schnitt?
Das hängt natürlich von der Zahl der Teilnehmer ab. Das Streikgeld, das die IG Metall zahlt, richtet sich nach der Höhe des Mitgliedsbeitrags und der Dauer der Mitgliedschaft. Wer bei uns mindestens 60 Monate lang Beiträge gezahlt hat, erhält das 14-Fache seines Durchschnittsbeitrags. Macht pro Woche rund 400 Euro. Für Warnstreiks gibt es nichts.
Wenn also bei Daimler in Untertürkheim eine Woche die Bänder stillstehen...
...kostet uns das bei 20.000 Streikenden gut acht Millionen Euro an Streikunterstützung.













