Berühmte letzte Worte: Der Kanzlerin neue alte Kleider

kolumneBerühmte letzte Worte: Der Kanzlerin neue alte Kleider

Kolumne von Ralf Schwartz

Fotos nackter Jungs offenbaren einen eklatanten, tagesgeschäftlichen Dilettantismus unserer neuen Polit-Kaiser; bar jeden Intellekts, Intuition und Imagination.

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In der Regierung sind Fehler an der Tagesordnung. Einer davon war das zu späte Reagieren auf den Fall Edathy

Im Top-Management einer großen Agentur ließ ich darüber sinnieren, warum man keinen Unterschied macht, keinen Wert erzeugt und wahrscheinlich nicht einmal vermisst würde.

Ergebnis war in kluger und mutiger Selbsterkenntnis: Inkompetenz in Tateinheit mit Profilneurose lässt das Management erstarren, sich aktionistisch im Kreise um sich selbst drehen, sich im schlimmsten Falle selbst in den Fuß schießen.

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Das politische Top-Management ist keinen Deut besser.

Bereits die ersten Monate laufen erwartungsgemäß so unterirdisch schlecht, wie der Koalitionsvertrag vorgibt.

Wie unendlich froh muss momentan jede/r Einzelne der Koalition sein, ob des Falles Edathy/Friedrich die komplette Regierungsarbeit ein paar weitere Wochen lang vor sich her prokrastinieren zu können?

Wie unendlich froh müssen sie sein, nicht unentwegt weiter einen Fehler nach dem anderen machen zu müssen. Aus reinem Aktionismus. Aus Ermangelung einer eigenen Vision. Aus Ermangelung einer visionären Führungspersönlichkeit ganz oben an ihrer Spitze.

Fehler sind politisches Tagesgeschäft

Soviel Mühe haben sich alle gegeben, mit dem Koalitionsvertrag, der Rente mit 63, der Energiewende, der Mütterrente, der Bundeswehr, den Strompreisen, der Elektromobilität ...

So wenig Ahnung haben sie, so wenig wegweisende Richtungskompetenz für ihre Herzblut-Ministerien. So wenig Lob bekamen sie für die vermeintlichen Füllhörner, die sie ausleer(t)en über ihren Schäfchen.

Da kann man schon einmal genervt in Trotzstarre verfallen.

Schlimmer noch: Wir müssen annehmen, dass der Geheimnisverrat Friedrichs, der Dilettantismus Gabriels und Oppermanns, das ostentative Weggucken und Wegducken der Kanzlerin, die kettenähnliche Aneinanderreihung von Fehlern des Edathy-Staatsanwaltes durchschnittliches politisches Tagesgeschäft sind. Nur dass wir eben diesmal Wind davon bekommen. Dass wir endlich begreifen: Die KaiserInnen sind ausnahmslos nackt.

Wir müssen annehmen, dass alle Reform genannten Projekte Opfer eines ebensolchen, dilettantischen Tagesgeschäftes sind/werden wie der intellekt- und intuitionslose Umgang mit der Kausa Edathy/Friedrich.

Zwei Beispiele

Beispiel 1: Welchen wegweisenden Anspruch in eine bessere Zukunft meldet diese Rente mit 63beispielsweise an?

- Die meisten Menschen stehen heute mit 63 noch mitten im Leben. Warum jetzt in Rente?

- Die Rente raubt ihnen den Lebenssinn. Nimmt ihrem Leben die geliebte Bedeutung. Und das soziale Umfeld.

- Die Jobs, die wirklich eine Frühverrentung notwendig machen, sollte man lieber vorbehaltlos infrage stellen, statt sie zu alimentieren.

- Die betroffenen Unternehmen verlieren die Erfahrung und kristalline Intelligenz eines bewegten Arbeitslebens. Was für ein volkswirtschaftlicher Wahnsinn.

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