Berühmte letzte Worte: Game of Thrones: Kampfradler und Wutbürger

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Aus Barbaren müssen wieder Ritter werden.

Kolumne von Ralf Schwartz

Wir alle täten gut daran, wenn wir nicht allein auf Sieg programmiert wären, sondern in der Sache kämpften. Ein Plädoyer unseres Kolumnisten.

Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. Hier gilt jetzt das Recht(haben) des Stärkeren. Sie haben es so gewollt. Heutzutage haben der Diskurs, das Parlament, das Argument ausgedient. Heute regiert das Schwert, die Fraktion, die Mehrheit - einer großen Minderheit.

Es geht um Vorherrschaft, um den Thron. Nicht das Volk. Es geht um das Siegen. Bei gleichzeitiger, totaler Vernichtung des Gegners. Es geht allein um äußere, längst nicht mehr innere Größe.

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Der saubere, schnelle Schnitt zählt. Nicht lange fackeln, direkt brandroden, raubschatzen, vergewohltätigen. Auf zur nächsten Reform, Innovation, Beglückung. Es geht um kleine Schlachten, nicht das große Ganze.

Die ersten Kreuzzügler waren sinistre Existenzen, die 'ihre Ignoranz Gott tauften' (wie mal wer gesagt hat). Das ist heute immer noch so. Im Namen ihres Gottes, ihres Mammons, ihrer Instant Gratification sind sie auch heute unterwegs: Manager, Medien, Lobbyisten, Politiker. Ihre Rüstungen aus Beton, Vorurteil und Brett vor dem Kopf minimieren ihre Gesichtskreise.

Haben Sie bemerkt, dass sich die Kreuzzügler immer die einfachsten Opfer aussuchen, die Schwächsten, die längst mit dem Rücken zur Wand stehen? Du Opfer! Du Klima, du Radfahrer, du Bürger.

  • Die ökonomische Gier, die, verbrähmt als Kapitalismus, uns das Paradies auf Erden herunterholen sollte, hat längst Ökologie und Klima zu Boden gerungen.

  • Das Auto, das uns Individualität in Form von Mobilität verhieß, hat längst beides erstickt und alle anderen Fortbewegungsmedien unterjocht.

  • Der Politiker, indem er sich gegen seinen wahren Herren, das Volk, wandte, hat längst dem Homo Politicus Democratiensis den Garaus gemacht.

Die Kreuzzügler haben längst alle Heiden, alle Un- und Andersgläubigen enthauptet, überall verbrannte Erde hinterlassen. Die Bauernopfer sind wir alle!

Wann nur sind die Kreuzzügler zufrieden? Wann lassen sie Gnade walten? Wann zeigen sie Mitleid? Wenn sie schon kein Rückgrat, keinen Stolz und keine Moral mehr haben, von den längst am Boden Liegenden abzulassen?

Müssen noch die letzten verbliebenen Radfahrer als Kampfradler, die letzten verbliebenen kritischen Bürger als Wutbürger verunglimpft werden?

Muss unser aller Wohlstand, indem er nicht mehr dazu dient, Gutes zu tun, ihn gar zu teilen, als reiner Selbstzweck, als Goldenes Kalb in den Dreck gezogen werden?

Wir sollten langsam beginnen, der Barbarei, die wir Vernunft nennen, ein Ende zu machen. Sollten beginnen, Empathie zu empfinden, zu den Schwächsten zu halten, zu Flora und Fauna, zu den Radfahrern und kritischen Bürgern - sie alle sind eine aussterbende Art.

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