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Beschäftigung: Transfergesellschaften als Gewinner

von Cornelia Schmergal

Wie Transfergesellschaften von Entlassungen profitieren.

Transfergesellschaften bieten Quelle: AP
Transfergesellschaften bieten den Entlassenen Weiterbildungen - und profitieren von den Unternehmenspleiten Quelle: AP

Wenn Unternehmen Mitarbeiter entlassen, einigen sie sich mit ihrem Betriebsrat oft darauf, die Beschäftigten für ein Jahr in einer Transfergesellschaft zu parken und dort Weiterbildungskurse anzubieten. Weil diese Gesellschaften unabhängig vom alten Betrieb sein müssen, werden sie meist von externen Beratern betrieben. In der Wirtschaftskrise wird daraus ein lukratives Geschäftsmodell. Aber woran verdienen die Transfergesellschaften eigentlich?

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Regiekosten

Die Transfer-Berater handeln mit Unternehmen und Betriebsrat einen fixen Betrag für Betreuung und Verwaltung der Betroffenen aus, im Branchenjargon „Regiekosten“ genannt. Als üblich gelten 180 bis 220 Euro pro Beschäftigten und Monat. Die günstigsten Anbieter bieten ihre Dienste aber schon ab etwa 100 Euro an, teure Konkurrenten fordern bis zu 300 Euro.

Kursangebote

Die Betreiber von Transfergesellschaften organisieren für die Betroffenen Orientierungskurse und Fortbildungen. Die Arbeitsagentur fördert Teilnehmer mit bis zu 2500 Euro. Zusätzlich stockt der Europäische Sozialfonds die Mittel auf, in einigen Regionen vervielfacht er sie gar. Wer satt verdienen wolle, so verraten Transfer-Experten, buche keine externen Trainer, sondern gründe selbst eine Akademie – und fordere für die eigenen Seminare saftige Preise.

Remanenzkosten

Theoretisch muss die Transfergesellschaft für Sozialversicherungsbeiträge oder Urlaubsgeld der Betroffenen aufkommen. In der Praxis erhält sie einen fixen Betrag, den Ursprungsunternehmen und Betriebsrat im Sozialplan aushandeln. Er wird für zwölf Monate berechnet und vorab gezahlt. Sollten die Transfer-Beschäftigten aber vor Ablauf eines Jahres einen Job finden, bleibt Geld aus dem Topf übrig, als üblich gilt ein Drittel der Summe. Viele Betreiber stecken es in Kurse oder geben es den Vermittelten. Andere behalten es als Prämie. Politiker nennen das „Abzocke“.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 09.02.2010, 00:31 UhrAnonymer Benutzer: Udo Wagner

    ich selbst war 2004 10 Monate in einer Transfergesllschaft des TÜV.
    Es gab am Anfang ein 1 wöchiges "bewerbertraining".

    Danach alle 6 Wochen ein Treffen mit einem "berater". Der berater hat einem dann ziemlich wahllos Jobangebote auf einer CD gegeben.

    Die vorher groß angekündigten Qualifizierungsmaßnahmen wurden nicht genehmigt bzw. nur wenn man 50% der Kosten selber übernimmt.
    Einziger Vorteil man entgeht erstmal der Arbeitslosigkeit und bekommt bei mir damals 80% des letzten Gehalts.
    ich hatte das Glück das ich noch relativ jung und qualifiziert war.

    ich denke gerade für ältere Arbeitnehmer oder Leute mit gerniger Qualifikation viele leere Versprechen.
    bereicherung für den Träge auf Kosten der Arbeitnehmer.

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