Bild: dpaEs ist wenig verwunderlich, dass Eltern in Nordrhein-Westfahlen auf die Straße gehen: Nur 15,9 Prozent aller Kinder unter drei Jahren werden in NRW in Kitas betreut. Das liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 25,2 Prozent. Hinzu kommt, dass in einigen Bundesländern, wie beispielsweise in Hessen, die Gebühren für die Betreuung der Kurzen stetig steigen. Es gibt allerdings auch positive Beispiele, was die Betreuungsquote anbelangt.
Bild: dpaDie Hamburger Sparkasse (Haspa) stellte Anfang August eine Studie zur Familienfreundlichkeit in Hamburg vor. Das Ergebnis: Für junge Familien wird die Hansestadt zunehmend attraktiver. Vor allem in den Bereichen Kinderbetreuung und Bildung seien in den vergangenen Jahren Fortschritte erzielt worden. Im Bundesländerranking der WirtschaftsWoche erreicht der Stadtstaat den siebten Platz in puncto Kleinkindbetreuung. Etwas mehr als jedes dritte Kind (32,4 Prozent) unter drei Jahren geht dort in eine Kita.
Bild: dpa/dpawebIn Berlin leben laut dem Statistisches Bundesamt (Destatis) fünf Prozent aller deutschen Frauen im gebärfähigen Alter. Seit dem Jahr 2009 sind in der Bundeshauptstadt rund 100.000 Kinder geboren worden, wovon immerhin 41,9 Prozent in eine Kindertagesstätte gehen. Verglichen mit den Zahlen für ganz Deutschland leben 8,5 Prozent aller Kleinkinder unter drei Jahren, die in Tageseinrichtungen gehen, in Berlin. Im WirtschaftsWoche-Länderranking reicht das für Platz sechs.
Bild: dpaIm Jahr 2013 werden nach einer Modellrechnung des Statistischen Bundesamtes 734.393 Kinder unter drei Jahren eine Kindertageseinrichtung besuchen. In Sachsen werden derzeit bereits 44,1 Prozent der Kleinkinder in Kitas betreut, während die Eltern arbeiten gehen. Macht Platz fünf im Bundesländerranking.
Bild: dapdIn Thüringen gelten seit 2006 die Bestimmungen des neuen Familienfördergesetzes. Seit dem 1. Juli 2006 regelt das Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetz (KitaG) den Betreuungsanspruch. Laut dem KitaG haben Kinder ab dem zweiten Lebensjahr dort einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, für Kinder bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr muss ein "bedarfsgerechtes Angebot" bereit gestellt werden, "wenn die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen", wie es im Gesetz heißt. Das heißt: Wer arbeiten geht, einen Job sucht oder gerade eine Maßnahme der Agentur für Arbeit besucht, hat ein Recht darauf, sein Kind in eine Betreuungseinrichtung zu geben, auch wenn es unter zwei Jahre alt ist. Die Folge: 46,9 Prozent aller Kleinkinder in Thüringen gehen in eine Kita - das macht Platz vier im Länderranking.
Bild: dapdIn Brandenburg gehen mehr als die Hälfte aller Kleinkinder in Kindertagesstätten. 51,6 Prozent der unter Dreijährigen werden in Kitas betreut. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt sind es weniger als die Hälfte, nämlich nur 25,2 Prozent. Im Ranking landet Brandenburg damit auf Platz drei. Auch die Geburtenrate hat sich in den Jahren 2008 bis 2010 positiv entwickelt und ist leicht angestiegen: Kamen 2008 noch 18.808 Babys zur Welt (2009 waren es 18.537), waren es 2010 schon 18.954. Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes (Stand 2010) hat jede Frau in Brandenburg im Mittel 1,45 Kinder - im Vergleich zu allen anderen Bundesländern ist das nach Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern die dritthöchste Geburtenrate.
Bild: dpaIn Mecklenburg-Vorpommern kommen vergleichsweise wenige Kinder zur Welt. Im Jahr 2010 waren es 13.337, 2009 lag die Zahl mit 13.014 noch etwas niedriger. Im Jahr 2008 wurden 13.098 Kinder geboren. Laut Erhebung des Statistischen Bundesamtes liegt Mecklenburg-Vorpommern damit auf dem drittletzten Platz. Nur im Saarland und in Bremen kommen noch weniger Kinder zur Welt - und das obwohl das Bundesland mehr als doppelt so viele Einwohner hat, wie der Stadtstaat Bremen.
Dafür gehen an der Ostsee 51,7 Prozent der Kids unter drei Jahren in Kitas - im Bundesländer-Vergleich macht das Platz zwei.
Bild: dpaSachsen-Anhalt bekommt im Bundesländerranking der WirtschaftsWoche den ersten Platz, was die Betreuungsquote anbelangt: 56,1 Prozent aller Kinder unter drei Jahren werden dort in Kindertagesstätten betreut. Außerdem gehört Sachsen-Anhalt zu den glücklichen Ländern, die Berechnungen zufolge keinen Mangel an Erziehern haben. Derzeit arbeiten 1.807 Menschen in Kindertagesstätten in Sachsen-Anhalt. Damit ist der Bedarf an Personal bis 2015 gedeckt, es gibt sogar einen Überschuss von 38. In Brandenburg gibt es sogar einen Erzieher-Überschuss von 1320. Zum Vergleich: Im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen wird bei einem Ausbau der Plätze für unter Dreijährige bis zum Jahr 2015 bei 20.596 vorhandenen Fachkräften ein Fehlbedarf von 6.150 Erziehern erwartet.
Es ist wenig verwunderlich, dass Eltern in Nordrhein-Westfahlen auf die Straße gehen: Nur 15,9 Prozent aller Kinder unter drei Jahren werden in NRW in Kitas betreut. Das liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 25,2 Prozent. Hinzu kommt, dass in einigen Bundesländern, wie beispielsweise in Hessen, die Gebühren für die Betreuung der Kurzen stetig steigen. Es gibt allerdings auch positive Beispiele, was die Betreuungsquote anbelangt.
Familienpolitik in Deutschland ist teuer und erfolglos. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der Bundesregierung, aus der erste Details durchsickerten. Überraschend ist das Resultat nicht, wer einen Blick auf die Geburtenraten in Deutschland wirft, muss zu dem gleichen Ergebnis kommen. 1,36 Kinder bekommt eine Frau in Deutschland im Schnitt. Die Fertilitätsrate hat sich damit innerhalb von 20 Jahren kaum verändert (1990: 1,45 Geburten pro Frau) – trotz der Erhöhung des Kindergeldes oder der Einführung des Elterngeldes.
Auch der Zwischenbericht der Forscher aus dem der „Spiegel“ zitiert, stellt fest, dass ein großer Teil der 200 Milliarden Euro an Geldtransfers, Steuernachlässen und Versicherungsleistungen Jahr für Jahr recht wirkungslos verpufft. Das Kindergeld: „wenig effektiv“. Das Ehegattensplitting: „ziemlich unwirksam“. Die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern in der gesetzlichen Krankenversicherung: „besonders unwirksam“.
Eine interne Bestandsaufnahme des Familienministeriums von 2010 umfasst 156 ehe- und familienbezogene Einzelmaßnahmen mit einem Volumen von 200,3 Milliarden Euro. Darunter fallen aber auch Leistungen wie die Witwenrente. Knapp 40 Milliarden kostet das Kindergeld und 4,9 Milliarden das Elterngeld. Fast 150.000 Euro zahlt der Staat im Schnitt pro Kind bis zum 18. Lebensjahr. Dennoch liegt die Geburtenrate klar unter dem EU-Schnitt.
Demnach gibt es insgesamt ein Versagen in der Familienpolitik in den letzten Jahrzehnten, zu verantworten also von Union, FDP, SPD und Grünen gleichermaßen. Ein Befund der Forscher ist, dass bestens ausgebildete Frauen vom Job ferngehalten würden - und mangels Rentenbeiträgen die Altersarmut von morgen so noch gefördert werde.
Die Kritik geht Richtung Union, die mit dem ab August ausgezahlten Betreuungsgeld das Erziehen daheim stärken will. Eltern, die für ihr Kind im zweiten und dritten Lebensjahr keinen Kita-Platz oder eine staatlich bezahlte Tagesmutter in Anspruch nehmen, erhalten dann monatlich erst 100, später 150 Euro. Die Koalition rechnet mit 1,1 Milliarden Euro Kosten pro Jahr, die Opposition mit zwei Milliarden.
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