Bettina Röhl direkt: Das fatale Menschenbild der Großen Koalition in spe

kolumneBettina Röhl direkt: Das fatale Menschenbild der Großen Koalition in spe

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Am Mittwoch soll der Vertrag für die große Koalition stehen. Aber von Begeisterung ist bei CDU, CSU und SPD nichts zu spüren.

Kolumne von Bettina Röhl

Weder Union noch SPD bieten ein eigenes Menschen- und Weltbild an. Das entstandene Vakuum wird immer aggressiver von selbst ernannten, staatlich alimentierten Rassismusforschern aufgefüllt. 

Viel entscheidender als die vergleichsweise nebensächlichen Themen, über die die große Koalition in den verschiedensten Runden, vorwiegend auf die Gemütslage der SPD-Parteimitglieder abgestimmt, ist das grundsätzliche Menschenbild, das Politik zukünftig von oben verordnen wird.

Über den Wirtschaftsstandort Deutschland entscheiden nicht Petitessen wie die des Mindestlohns und auch nicht die Frage, welche Steuern nicht angehoben und welche später nachgeschoben werden. Auch die allseits beklagten finanziellen Geschenke an die eigene Klientel der Parteien sind nicht entscheidend und auch nicht die PKW-Maut, das Adoptionsrecht für Homosexuelle oder das Betreuungsgeld. Entscheidend ist das Menschenbild, das durch die Köpfe der Großkoalitionäre spukt.

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Merkel hat das christliche Menschenbild komplett gestrichen. Das macht sie natürlich nicht öffentlich. Im Gegenteil, sie tut so, als sei das christliche Weltbild für eine Partei mit einem C im Namen eine Selbstverständlichkeit.

Das humanistische, aufgeklärte Menschenbild des Grundgesetzes, wie es sich auch in den Verfassungen der anderen Staaten der westlichen Werteordnung wiederfindet, ist für Merkel, der es scheinbar egal ist, ob sie ihre Füße an der Abwärme einer gesteuerten Kernspaltung oder an der Abwärme einer wirren Energiewende und deren Reibungsverlusten wärmt, eine höchst beliebige Kategorie. Es wundert also nicht, dass die widersinnig als "Mutti" bezeichnete, auf dem konservativen Ticket segelnde Kanzlerin die konservative Werteordnung schlichtweg gestoppt und durch ihre zufällige Adaption grün-roter Menschenphantasien ersetzt hat.

Geht es nicht etwas kleiner?

Wer das Menschenbild der Großen Koalition, die einem intellektuell-politischen Wackelpudding, aufgehübscht mit einer Unmenge giftiger Geschmacksverstärker gleicht, verstehen will, kann Merkel und ihre Union getrost links liegen lassen. Denn aus der Sphäre der Christdemokraten und der Christsozialen kommt in Sachen Menschenbild substanziell nichts. Im Zentrum des Koordinatenkreuzes der Union gibt es ein großes Vakuum: ein Merkellum.

Muss es denn wirklich so groß angelegt sein? Geht es nicht etwas kleiner? Muss man sich in der konkreten Politik tatsächlich mit einem so schwer zu fassenden Abstraktum wie dem grundsätzlichen Menschenbild befassen? Ja, man muss. Denn gerade jetzt durchläuft die Gesellschaft einen irreversiblen Transformationsprozess - in aller Öffentlichkeit und dennoch von der Öffentlichkeit komplett ignoriert.

Für diesen Transformationsprozess der Gesellschaft ist zwar nicht die SPD verantwortlich (auch wenn sie diesen den Grünen hinterher laufend wesentlich vorantreibt), aber sie ist das Vehikel anderer Interessengruppen und insoweit die Ursache für negative Prozesse, die derzeit ablaufen.

Ein Bewusstsein, eine freie Entscheidung, eine öffentliche Diskussion und schlussendlich eine demokratische Entscheidung - das alles gibt es in der SPD zum Thema der grundsätzlichen gesellschaftsrelevanten Weichenstellung schon lange nicht mehr. Die SPD ist nur das Sammelbecken all derer, die undemokratisch bis zum Anschlag als "Forscher", "Wissenschaftler", "Experte" und allen möglichen ideologischen Warlords eine völlig neue, von nationalen Kosmopoliten (oder eine ähnlich wirre Figur) bevölkerte Gesellschaft in Deutschland oder Europa schaffen und zu diesem Zweck die bestehende Ordnung beseitigen wollen und einen neuen "Neuen Menschen" auf Biegen und Brechen und unter Einsatz jedes durch den Zweck geheiligten Mittels erzwingen wollen.

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