Bettina Röhl direkt: Der Fluch des billigen Geldes

kolumneBettina Röhl direkt: Der Fluch des billigen Geldes

Die Politik des billigen Geldes beherrscht zunehmend die Finanz- und Wirtschaftsmärkte. Diesen Börsenturbo sanft zur Landung zu bringen, ist ein Kunststück, für das es bisher keine rechte Anleitung gibt.

Gold profitiert nicht von der sogenannten Flucht in die Sachwerte. Ein bemerkenswertes Phänomen. Aber gibt es die viel beschworene Flucht in die Sachwerte überhaupt?

Auf dem deutschen Immobilienmarkt gibt es jedenfalls eine wahre Preisexplosion, die eine überbordende Nachfrage widerspiegelt. Der private Wohnbereich (Miete, Eigentumswohnung, Eigenheim), aber auch der gewerbliche Bereich - überall steigen die Preise und dies beinahe im Stundentakt.

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Wer die Hochglanzprospekte der Edelmakler durchblättert, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Da gibt es, für den Verkauf extra noch aufgehübscht, kleine, eher unverkäuflich wirkende Häuschen in der Nähe dieser oder jener Großstadt, bei denen die Kaufpreisvorstellung allerdings exklusiv ist.

Billiges Geld lässt Immobilienpreise explodieren

Wer weiterblättert, merkt schnell, dass das, was die Häuser, die da immerhin für 400.000 oder auch 800.000 Euro angeboten werden, im Verkaufsprospekt eigentlich nur das Beiwerk des Maklers sind, der offenbar auch gern ein bisschen sozial auftreten möchte. Sprich: Er möchte zeigen, dass er auch etwas einfaches oder vergleichsweise Günstiges im Angebot hat.

Die wirklich begehrenswerten Wohnungen oder Häuser überschreiten in all diesen Prospekten die Millionengrenze schnell und deutlich. Stehen gar Adressen wie Kampen oder Kitzbühel auf dem Angebot, wird ein mehrfacher Millionenpreis fällig. Und bei den ganz schicken Objekten heißt es "Preis auf Anfrage." Ein paar Backsteine und ein paar Strohhalme mit Küche und Bad auf einem Grundstück auf der Nordseeinsel Sylt, möchte man witzeln, sind eben ein Ensemble, für das manch einer ein paar Milliönchen auf den Tisch legt.

Bei den explodierenden Immobilienpreisen von einer Flucht in die Sachwerte zu sprechen, scheint allerdings abwegig und irreführend. Denn die sich in Deutschland immer noch gefährlich aufbauende Immobilienblase ist weniger der Tatsache geschuldet, dass die Menschen in ihr überpralles Portemonnaie greifen und panisch Immobilien horten wollen, als mehr dem billigen Geld, mit dem seit Jahren die Märkte geflutet werden.

Denn ein Billigzins erlaubt es eben jedem, auf seinem Niveau ein bisschen größer heranzugehen. Da steigende Immobilienpreise auch steigende Mietpreise zur Folge haben, ist die Idee, statt zu mieten lieber zu kaufen, schnell geboren. Und dank billiger Geldkosten können auch Menschen mit kleinerem Einkommen einen höheren Kaufpreis darstellen. Und da im Moment jeder von steigenden Immobilienpreisen ausgeht, heißt es dann ganz schnell: Lieber heute zuschlagen als morgen.

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