Bettina Röhl direkt: Der Himmel ist konservativ

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kolumneBettina Röhl direkt: Der Himmel ist konservativ

Kolumne von Bettina Röhl

Wenige Tage vor der Wahl beherrschen Pädophilievorwürfe gegen Trittin, aber vor allem das große Schweigen aller Parteien zu den entscheidenden Zukunftsthemen, die Republik. Versuch einer Wahlempfehlung.

Wenn es so ist, dass der Himmel konservativ ist, dann stände das Ergebnis der Bundestagswahl am 22.September jetzt schon fest. Alle, die in den Himmel wollen, wählen Merkels CDU oder Röslers FDP. Oder die neue Partei namens AfD. Wer will schon freiwillig nicht in den Himmel? Allerdings: Sind die bürgerlichen Parteien und deren Spitzenpersonal überhaupt konservativ? Dies ist eine nicht schlüssig geklärte Frage.

Es gibt übrigens in allen Parteien viele Leute, die konservativ sind oder die mindestens konservativ leben. Viele Konservative in den linken Parteien wissen allerdings nicht, dass sie in Wahrheit konservativ sind. Es gibt also offenbar großen Klärungsbedarf was konservativ überhaupt ist. Welches ist das ideelle Fundament des Konservatismus? Diese Frage zu beantworten, hat sich selbst das Lager, das sich konservativ nennt, seit eh und je versagt den Menschen und den Wählern zu erklären.

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Linke und extremistische linke Ideen haben es immer wieder vermocht, Menschen in ihren Bann zu ziehen. Und selbst wiederholt falsifizierte linke Konstrukte, die angeblich vor allem die ökonomische Realität beschrieben hätten, wie beispielsweise die Ideen des Kommunismus, ziehen immer wieder neu Menschen in ihren Bann. Der sogenannte Lagerwahlkampf, wie er sich in der Bundesrepublik alle vier Jahre wiederholt, ist also regelmäßig eine asymmetrische demokratische Auseinandersetzung zwischen (großer) linker Vision und situativer Tagespolitik konservativer Prägung. Und auch, was das eigentliche Handwerk des Wahlkampfes angeht, sind die konservativen Politiker ihren kampf-und kampagnengeschulten Widersachern in geradezu erschütternder Weise regelmäßig nicht gewachsen.

"Gekeife" und #Aufschrei-Diskussionen

Die Debatte um die pädophile Vergangenheit der Grünen, die nun auch Spitzenkandidat Jürgen Trittin erfasst hat, wirft die Frage auf, warum die Konservativen sich nicht schon lange mit der Aufarbeitung der grünen Vergangenheiten befasst haben.

Merkes Stellvertreter nur Statisten CDU unter absolutistischer Führung

Angela Merkel dominiert die Union. Ihre Stellvertreter sind kaum mehr als Statisten.

Die Kanzlerin ist innerhalb der CDU die unumstrittene Nummer Eins. Quelle: REUTERS

Das katholische Lager ist sicher überwiegend Teil des Unionsimperiums. Insofern war das inzwischen Jahre andauernde "Gekeife" (jüngster, einschlägiger Ausdruck von Jürgen Trittin zu den Pädophilievorwürfen der Union) der Grünen gegen die katholische Kirche darüber, dass in deren Reihen allzu viele unverzeihliche Fälle von Kindesmissbrauch stattgefunden haben, auch von dem durchschaubaren politischem Kalkül geprägt gewesen, den bürgerlichen Parteien durch Instrumentalisierung dieser katholischen Kröte Schaden zuzufügen. Die Unionsparteien haben das über sich ergehen lassen. Die Unionsparteien lassen sich zwar von den Katholiken tragen und wählen, revanchieren sich allerdings regelmäßig dafür nicht. Eigentlich erstaunlich.

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