Bettina Röhl direkt: Die Quote spaltet die Frauen

kolumneBettina Röhl direkt: Die Quote spaltet die Frauen

Kolumne von Bettina Röhl

In ihrer Rede zum 101. Frauentag pries Bundesfamilienministerin Schwesig die Frauenquote als Beginn der modernen Glückseligkeit. Fatal! Sie ist stattdessen der Sieg über alle, die via Leistung Karriere machen wollen.

Es gibt zur Frauenquote tonnenweise gedrucktes Papier und nicht enden wollende Reden, aber das Ding ist eigentlich simpel bis primitiv: Bei gleicher Qualifikation soll die Frau den Job bekommen und den gleich qualifizierten Mann verdrängen. Und damit dieses Prinzip in die Gehirne von Männern und Frauen gepresst werden kann, sollen Frauenquoten gleichsam öffentlichkeits- oder werbewirksam in den obersten Chefetagen, in den Vorständen und Aufsichtsräten großer und mittelgroßer Unternehmen implementiert werden und auch in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen, wie Politik, Verwaltung und Kulturbetrieben eingeführt werden.

Die Argumente der Männer, die das Thema mehrheitlich versuchten auszusitzen, sind bekannt. Im Wesentlichen laufen diese Argumente darauf hinaus, dass es neue, diesmal mit umgekehrten Vorzeichen versehene Geschlechterungerechtigkeiten durch die Quote gibt und geben wird. 

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Das ficht die Quotenbefürworterin allerdings nicht an. Der Radikal-Feminismus hat schon lange die Parole ausgegeben, dass Männer - zumindest in einer längeren Umbruchphase - auch Ungerechtigkeiten, Zurückstellungen usw. erfahren müssen: 20.000 Jahre Patriarchat und Männerherrschaft über Frauen rechtfertigten Männerbenachteiligung sowieso und Frauenbevorzugung allemal.

Auch die Argumente der Minderheit der Frauen, die sich gegen die Quote äußern, sind bekannt und längst verhallt: Die Quote diskreditierte die Frauen, die fortan stets mit dem Makel leben müssten, dass ihre Karriere nicht ihrer Leistung, sondern der Quote geschuldet wäre. Welche Frau möchte schon gern eine bloße Quotilde sein? Das Schlimme ist: Die Quotenfrauen werden sich dummdreist und explizit nicht als Quotenfrau fühlen, sondern im Brustton einer höchst artifiziellen Selbstüberschätzung sagen: "Was habt ihr, ich bin keine Quotenfrau, sondern ich bin eben so gut."

Frauen in die Aufsichtsräte Wandel zur Chancengleichheit läuft bereits

Gesetzliche Frauenquoten reichen nicht: Sollen Frauen beruflich erfolgreich sein, brauchen wir einen grundlegenden Wertewandel, der die gesellschaftlichen Vorurteile abbauen hilft. Ein Gastbeitrag.

Die Beine einer Frau sind bei einer feierlichen Veranstaltung in Berlin zwischen denen ihrer männlichen Kollegen zu sehen. Quelle: dpa

Manuela Schwesig will die Quote natürlich

Und die neue Familienministerin Manuela Schwesig, die, wie ihre Vorgängerin Kristina Schröder von der CDU selber auch ein bisschen Quotenfrau ist, hat sich anlässlich des 101. Frauentages vor ein paar Tagen in ihrer Festrede vor geladenen Gästen in ihrem Ministerium - dass sich eigentlich um alle alle möglichen gesellschaftlichen Gruppen von Kindern, Frauen, Jugendlichen, Senioren kümmert, nur um Männer im zeugungsfähigen Alter nicht - in einer sehr flachen und seichten Rede für die politisch längst beschlossene Frauenquote stark gemacht. Alle Befürworter der Frauenquote reden von leicht unterschiedlichen Prozentsätzen und minimal divergierenden Modalitäten und Anwendungsbereichen, aber es gibt doch den Quoteneinheitsbrei, der im Prinzip die 50 plus X-Quote für die Frau als schlussendliches Ziel im Auge hat und zwar überall dort, wo Menschen über Menschen etwas zu sagen haben.

In den Quotendiskussionen werden einige irreale Prämissen als Realität unterstellt und Realitäten durch Fiktionen ersetzt. Das ist insofern außerordentlich bedenklich, als das irreale Quotenregeln Sand ins Getriebe der Gesellschaft streuen und auch den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährden. Es ist eine schwache Beruhigung, dass der Quotenwahn in allen Ländern der westlichen Welt mehr oder weniger identisch ausgeprägt ist. Insoweit gibt es also keine Wettbewerbsverzerrungen. Anders sieht es allerdings gegenüber den Volkswirtschaften außerhalb der westlichen Sphäre aus.

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23 Kommentare zu Bettina Röhl direkt: Die Quote spaltet die Frauen

  • Ja, die Quote ist falsch. Aber nicht, weil sie das Leistungsprinzip untergräbt, sondern weil sie eben das genau NICHT tut. Die sogenannte "Frauenbenachteiligung" - ich finde, wer im Schnitt sieben Jahre länger lebt als das andere Geschlecht, kann sich nicht wirklich zum Opfer des Systems stilisieren - resultiert aus zwei wesentlichen Faktoren:

    - der Tatsache, dass es nun einmal die Frauen sind, die die Kinder bekommen, und
    - der Gnadenlosigkeit des auf Leistung, mehr Leistung und immer noch mehr Leistung ausgelegten Wirtschaftssystems.

    Zum ersten Punkt: Ja, es besteht die Möglichkeit, dass Mann und Frau sich am Anfang ihrer Beziehung darüber einigen, dass sie keine Kinder bekommen wollen; und ja, sie können auch vereinbaren, dass die Frau Kinder gebiert, aber es dem Mann obliegt, sie groß zu ziehen. Aber diese Absprachen stehen immer unter dem Vorbehalt der einseitigen Aufkündigung durch die Frau. "Ich habe sie schließlich neun Monate im Bauch gehabt", ist ein Argument, gegen das Mann einfach nicht ankann - weil es stimmt. Und viele Frauen, die den Mann "nur" mit dem Versprechen, nie Kinder haben zu wollen, in die Ehe gelockt haben, ändern ihre Meinung kurz darauf, weil kleine Kinder ja so süüüß sind und zu einer Frau einfach dazu gehören; zu einer Frau, nicht zu einem Mann (noch nicht). Und viele Frauen, die kleine Kinder ja so süüüß finden, sie deswegen bekommen haben und/oder deswegen ihren Job aufgekündigt haben (egal, was vorher mit dem Partner besprochen war), wollen ungefähr vier Jahre später - zu genau der Zeit, da Kinder eigenwillig und zu stark und schwer werden, um sie einfach dominieren zu lassen - , auf ein perfides Ränkespiel ihres Gatten hereingefallen sein, der von Anfang nur vorgehabt hatte, sie an den Herd zu binden und auf ihrem Rücken Karriere zu machen (damit er möglichst bald eine junge und hübsche Assistentin bekommt, mit der er sie betrügen kann).
    Das führt dazu, dass Frauen heutzutage arbeiten gehen können, Männer aber müssen. ...

  • @Angelika

    Eine Frage, Gnädigste, wenn ihr Frauen so dermaßen toll seid, wieso konnten wir Männer euch eigentlich so lange unterdrücken? Wieso haben nicht tausende Frauen eine Firma gegründet, nur andere tolle Frauen eingestellt und die dumme Männerkonkurrenz an die Wand genagelt? Warum stellen wir geld- und machtgierige Männer nicht ausschließlich Frauen ein, um unseren Reibach zu maximieren? Warum machten Sie Superfrau sich nicht selbstständig? Lassen Sie mich raten: Es lag bestimmt irgendwie auch an den Männern, richtig? Es ist zum Heule, da gibt es so ein fleißiges, edles, intuitives, kreatives und kluges Bessergeschlecht, und es ist wie verhext: Das faulere, unituitivere, unkreativere und dümmere setzt sich doch glatt Jahrtausende lang durch. Außenstehende Außerirdische könnten da am Ende dem Fehlschluss unterliegen, dass jenes Bessergeschlecht gar nicht fleißiger, intuitiver, kreativer und klüger ist.

    Im Übrigen werden Scheidungen mehrheitlich von Frauen eingereicht, was übrigens nicht gerade für deren bessere Intuition spricht. Auch ist es natürlich ein viel größeres Drama, nur so kurz Witwenrente zu bekommen, statt wie wir Männer selber früher abnippeln zu müssen.

    Was meinen Sie übrigens mit "gleichgestellt"? Genau so viele Müllfrauen, auf Hochspannungsmasten turnende Elektrikerinnen, im Regen arbeitende Tiefbauarbeiterinnen und eine Arbeitsunfalltotenquote, welche nicht nur 11,5-mal geringer ist als bei den dummen Männern?

    Sie sind wirklich ein Paradebeispiel dafür, wes Geistes KinderInnen für die Quote sind.

  • Der entscheidende Punkt geht hinter dem Problem der Frauenquote leider NOCH unter: Deutschland und insgesamt der Westen befinden sich weltweit spätestens seit der letzten Bankenkrise wirtschaftlich gesehen auf dem absteigenden Ast. Obwohl geradezu überrollt von den südostasiatischen "Schwellenländern", die eigentlich schon längst keine mehr sind, fühlt man sich trotzdem noch geborgen im scheinbaren Wohlstand. Dies führt zu dekadenten Auswüchsen wie aktuell der Rente mit 63 oder eben der beschriebenen Frauenquote, die objektiv gesehen den Niedergang der westlichen Wirtschaftskraft nur noch schneller vorantreiben wird. Davon abkoppeln können sich zeitweise noch rohstoffreiche Länder wie Norwegen, die ja gerne von den Feministen als Vorzeigeobjekt erfolgreicher Quotenpolitik angeführt werden. Wer im Zeichen des Genderwahns aber noch imstande ist seinen Verstand einzusetzen wird kaum übersehen können, mit welch wirren und unlogischen Argumenten hier seitens der Feministen argumentiert wird.

    Wer sich über die abstrusen Genderideologen, Frauenquoten oder anderen Auwüchse dieser dekadenten Gesellschaftströmungen ärgert, kann zumindest in einem Punkt beruhigt werden: Das Problem wird sich in den nächsten Jahrzehnten von selber auflösen, schon allein aufgrund der niedrigen Geburtenquoten und dem Aufstieg Südostasiens zur mit Abstand global führenden Wirtschaftskraft wird dann nämlich der Genderwahn mit all seinen perversen Auswüchsen in sich selbst zusammengefallen sein.

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